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Chapter 53 by Redboom Redboom

Wie geht es weiter?

Der nächste Morgen.

Die morgendliche Stille beim Frühstück war bedrückend. Das Klappern von Besteck auf Porzellan hallte unnatürlich laut in Leons Ohren.

Leon wagte es nicht, Jessica anzusehen, und noch weniger konnte er den Blick seiner Mutter ertragen. Doch für einen Moment hob er doch den Kopf und sah seine Mutter an. Sein Magen zog sich zusammen. Gestern war sein erstes Mal gewesen. Er hatte es sich anders vorgestellt. Es hätte schön sein sollen, aufregend, intim – nicht so voller Scham und mit der eigenen Mutter. Das fühlte sich so falsch an.

Vanessa bemerkte seinen Blick und hob langsam den Kopf. Dann lächelte sie ihn an. Es war kein breites, warmes Lächeln, sondern ein merkwürdig sanftes, fast verführerisches. Leon erstarrte. Sein Herz hämmerte in seiner Brust. Warum lächelte sie so? Er senkte sofort wieder den Blick, als hätte er etwas Verbotenes getan.

Jessica stocherte ebenfalls nur in einem Rührei herum, nahm aber keinen Bissen. Der Geruch von frischem Brot und Butter lag in der Luft, doch Leon hatte keinen Appetit. Jeder Bissen, den er versuchte zu kauen, fühlte sich an, als würde er ihm im Hals stecken bleiben.

Barbara war die erste, die das Schweigen durchbrach. Ihre Stimme war ruhig, aber fest. „Das geht so nicht weiter.“ Sie legte ihre Gabel mit einem leisen Klicken auf den Teller. „Ihr müsst euch mit euren Gefühlen auseinandersetzen.“

Leon spürte, wie sich seine Kehle zuschnürte. Er wusste, dass Barbara niemals Widerspruch duldete. Es gab kein Entkommen.

Nach dem Frühstück wurden sie in ein Zimmer geführt, das Leon noch nie zuvor gesehen hatte. Es war ein seltsamer Raum, an dessen Wänden bunte Plakate mit feministischen Parolen hingen. In der Mitte standen zwei Schulbänke, akkurat ausgerichtet, mit rosa Stiften und Papier, das mit kleinen Blumen verziert war.

„Setzt euch“ befahl Barbara, ihre Stimme hart und unnachgiebig. „Ihr werdet jetzt aufschreiben, was gestern passiert ist und wie ihr euch dabei gefühlt habt, als ihr miteinander Sex hattet. Ich erwarte schöne Schrift, verständliche Sätze – und die i-Punkte möchte ich als Herzchen sehen.“

Leon schluckte schwer und nahm zitternd den Stift. Die Feder strich sanft über das Papier, und obwohl seine Finger bebten, **** er sich, ordentlich zu schreiben. Er wollte keinen Ärger. Also schrieb er darüber, wie **** er sich gefühlt hatte. Dass er sich nicht als Mann gefühlt hatte, während Jessica ihn fickte, sondern als etwas anderes – etwas Weicheres, Weiblicheres. Er hasste es, doch er wusste, dass Barbara es hören wollte.

Als sie seinen Aufsatz las, nickte sie wohlwollend. „Sehr gut, Leonie. Du verstehst es. Männer geben, Frauen empfangen. Empfangen ist Weiblichkeit. Es ist ****, es ist intim. Du nimmst etwas in dich auf. Und wenn du etwas in dir hast, ist alles anders. Intensiver. Deine Emotionen sind aufgeladen. Deine Sensibilität auch.“

Leon würgte. Ihre Worte klangen wie ein Urteilsspruch. Sein Magen drehte sich um, und ein kalter Schauer lief ihm den Rücken hinunter. Er wollte nicht die Frau sein. Er wollte nicht, dass das stimmte. Doch Barbara klang so sicher, so unerbittlich.

Jessica hingegen wurde von Barbara zurechtgewiesen. „Dein Aufsatz ist zu oberflächlich, Jessica. Du schreibst nur darüber, wie sehr dir Leons Körper gefallen hat. Das ist eine männliche Sichtweise. Du musst tiefer gehen.“

Leon spürte, wie ihm die Scham in die Wangen schoss. Es war eine doppelte Demütigung – nicht nur hatte er sich in dieser Nacht gefühlt, als wäre er kein richtiger Mann mehr, sondern nun wusste er auch, dass Jessica ihn nur als Körper gesehen hatte.

Etwas in ihm schrie. Doch als er den Mund öffnete, kam kein Laut heraus.

Wie geht es weiter?

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