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Der Blick über den Tellerrand
10 Jahre ist das her. Eine lange Zeit. Doch damals, als mein Hirn so ganz allein gelassen wurde, rasten mir Dinge durch den Kopf, die ich mir nicht erklären konnte. Ich fühlte mich vergewaltigt. So war das nicht abgesprochen. Schlimmer. Ich fühle, dass da was kaputtgegangen ist.
Sex hatte gerade angefangen Spaß zu machen. Und dann das. Gekommen ist es mir. Mein Geist fuhr Achterbahn. Schmerz, Demütigung und einen riesen Verlust. Denn das alles fühlte ich obwohl ich gerade Sex hatte. Es hatte gerade angefangen Spaß zu machen. Und dieser Typ hat es kaputt gemacht. Hat mich kaputt gemacht. Aber ich war immer noch ich. Nemo me impune lacessit.
In dem Augenblick war mir klar, der überlebt das nicht.
Dieser Nachmittag war nicht die Urkatastrophe in meinem Leben. Aber die Auswirkungen waren ähnlich. Nur diesmal schwor ich mir Rache. Ich war keine 16 mehr, sondern 26.
Ich ahnte ja nicht, was John da im Schilde führte. Später erfuhr ich warum ich an diesem Tag so gedemütigt wurde.
Alles verlief nach Johns Plan. Er konnte mich nicht nur dazu überrede weiter zu machen, sondern mich auch noch an einen anderen Zuhälter ausleihen. Ich war ja so naiv und glaubte an das Gute im Menschen. Dass dieser hier ein ganz fieser war, wusste ich nicht. Ein Schwein, das genauso behandelt werden sollte… Aber ich greife vor.
John rechnete damit, dass Juri nicht Wort halten würde. Ich sollte zugritten werden und er wollte als der „Gute Zuhälter“ dastehen. Gute Zuhälter gibt es nicht. John befreite mich aus Juris Fängen und wäre damit mein Held gewesen.
Das war der Plan. Aber nicht der ganze Plan.
Juri sollte weg. Seine Billigweiber konnten seinen nicht das Wasser reichen. Aber abgraben.
Jeder Freier, der eine viel zu junge Osteuropäerin bumst, wird nicht bei Johns Bumsbude klopfen.
Also hatte er sich mit seinen Jungs in der Näher versteckt. John hatten seinen Bulli mit. Darin war ein Empfänger für die Mikrofone in meinen Schuhen. John konnte also jedes Wort mithören. Und nicht nur das. John hatte die gesamte Sauerei aufgezeichnet. Das war mit den anderen Zuhältern aus der näheren Umgebung so abgesprochen.
Wie ich schon sagte. Das hier war ein Test. Aber nicht für mich, sondern für Juri.
Ich weiß nicht wie lange ich dort gesessen habe. Niemand kam mir zu Hilfe. Es hätte doch auffallen müssen. Eine Frau mit SM Maske auf dem Kopf. Doch lange kann es nicht gewesen sein. Aber es reichte.
Als John mich befreite, mir die Maske abnahm, in den Arm nahm und tröstete, da weinte ich und stammelte was von Vergewaltigung und Polizei.
John versprach mir Rache noch am gleichen Tag. Und so blieb ich ruhig. Was sollte ich denn auch machen. Zumal ich nun Zeuge wurde, wie Zuhälter untereinander so etwas regeln.
Ein Bulli fuhr vor, Männer stiegen aus und prügelten auf Juri ein. Benommen wurde Juri in den Bulli geschleppt.
John erhob schwere Vorwürfe. Es hätte mich stutzig machen müssen. Es war abgemacht, ich sollte hier Blasen lernen. Mehr nicht. Meine anderen Löcher waren „off limit“. Ich hätte einen Braten in der Röhre und der Vater hätte dafür bezahlt.
Als Entschädigung verlangte John eine von Juris Mädchen. Alle wollten mit. Doch John entschied sich für die Älteste. Alle anderen hätten Probleme geben können. Ihr wisst ja; mit 18 dürfen die an der Straße stehen.
Das Mädchen stieg in den Bulli und Juri aus.
John und ich fuhren mit dem Porsche zurück nach Paderborn.
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