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Chapter 3 by bleistift bleistift

Wie will er das sicherstellen?

Das Dilemma

Kapitel 3 - Ein vergiftetes Angebot

"Wie ... äh ... wie meinen Sie das?", stammelte Lina, kaum zu einem klaren Gedanken fähig. Ihre Stimmung wechselte in kurzen Abständen zwischen blanker Panik, ihren Job und Status zu verlieren und der Sehnsucht nach Befriedigung der Bedürfnisse, die ihr Chef erkannt hatte.

"Genauer gesagt muss ich sicherstellen, dass Sie Ihre Bedürfnisse nicht während Ihrer Arbeitszeit BEI UNS befriedigen", stellte König mit süffisantem Grinsen fest. "Und nur weil Sie eine verdammt gute Maklerin sind, würde ich bei Ihnen eine Ausnahme machen - wenn Sie mich darum bitten", führte er weiter aus.

Lina schaute ihren Chef verständnislos an. "Sie kennen doch ihren Arbeitsvertrag, Frau Berger", setzte Herr König zu einer Erklärung an. "Dort steht ausdrücklich, dass Nebentätigkeiten jedweder Art verboten sind. Wenn Sie mir jedoch einen Antrag auf eine Nebentätigkeit als Reinigungskraft stellen, genehmige ich den und stimme außerdem zu, dass Sie Ihre Stunden bei uns dafür reduzieren ..."

Entsetzt riss Lina die Augen auf; für ihren Stundenlohn als Maklerin würde sie mindestens drei Stunden putzen müssen! Gleichzeitig spürte sie ein vertrautes Kribbeln, als sie sich das ausmalte. Aber wollte sie das wirklich? "Und wenn ich das nicht beantrage?", fragte sie zaghaft und einigermaßen verunsichert.

"Bei Ihrem Browserverlauf hätte eine fristlose Kündigung vor jedem Arbeitsgericht Bestand", entgegnete ihr Chef mit lauerndem Blick. "Vermutlich bekommen sie aber nur eine Abmahnung, bei der nächsten Verfehlung sind Sie dann raus. Außerdem stufen wir Sie bei den Provisionen für ein Jahr auf null Prozent ein, danach wie eine Berufsanfängerin." König wandte sich kurz seinem Rechner zu, tippte auf der Tastatur herum und schaute wieder in Lina Bergers Gesicht, das nach wie vor eine Mischung aus Verzweiflung und höchster Erregung verriet.

"Überlegen Sie Sich bis morgen um 12.00, was Sie wollen, Frau Berger. Den Antrag auf Nebenbeschäftigung haben Sie gerade per Mail bekommen, außerdem die Änderung ihres Arbeitsvertrags und die Daten vom Chef unserer Gebäudereinigungsfirma. Ich kann natürlich nicht versprechen, dass er Sie überhaupt einstellt oder Sie nicht in unseren Räumlichkeiten einsetzt - das obliegt Ihrem Verhandlungsgeschick ..."

Das saß! Lina bemerkte, dass ihre Knie zu zittern anfingen. Sie nickte ihrem Chef mit gesenktem Kopf zu und stöckelte auf wackligen Beinen zurück an ihren Schreibtisch. Tatsächlich hatte sie die Mail von ihrem Chef mit den beiden Anhängen im Postfach. Noch bevor sie das erste Dokument öffnen konnte, kam eine weitere Nachricht von Herrn König an.

"Frau Berger,

den Rest des Tages machen Sie überstundenfrei und überlegen sich bitte, was Sie wollen. Ich erwarte Sie und Ihre Entscheidung morgen um 11.30 in meinem Büro ..."

Mit hochrotem Kopf leitete Lina die Mails an ihre private Adresse weiter und machte sich mit schlechtem Gewissen auf den Weg nach Hause.

Pest oder Cholera, wie wird Lina sich entscheiden?

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