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Chapter 20 by Filiusfiliae

Wie geht es weiter?

Chris verbringt Zeit mit Claudia

„Wo sind denn deine Leute abgeblieben?“, erkundigte sich Chris nun bei Claudia.

„Im Urlaub.“

„Was? Und dann lassen sie dich einfach so allein hier?“

„Ich sag dir, das war ein Kampf, bis die endlich doch gefahren sind! Ich hab nichts dagegen, ein bisschen betütert zu werden, aber die haben es echt übertrieben mit ihrer Fürsorge: als wäre ich eine Zweijährige, die vom Hals abwärts gelähmt wäre. Dabei bin ich volljährig und hab halt nur einen gebrochenen Arm, und zum Glück ist es nur der linke. Ich musste ihnen alles Mögliche versprechen, damit sie endlich doch den Urlaub antraten und ich endlich etwas Ruhe habe. Dauernd sind sie um mich rumgeschwirrt, hatte keine freie Minute. Natürlich weiß ich, dass das nur lieb gemeint ist, aber sorry, das war wirklich too much.“

„Und du kommst allein gut zurecht?“, fragte Chris interessiert nach.

„Im großen Ganzen ja“, antwortete Claudia, „schwierig ist alles das, wozu man zwei Hände braucht. Konservendosen aufmachen ist derzeit nicht. Also bediene ich mich an Kühlschrank und Eisschrank und lasse auch mal einen Lieferdienst kommen. Klamottentechnisch ist es auch limitiert: Slip und Shorts kann ich gut anziehen, lange Hose ist echt aufwendig, hab ich einmal probiert, Socken sind auch nicht ohne. Lasse ich also weg, solange das Wetter so sommerlich ist wie derzeit. Bin froh, dass der Scheiß mir nicht im Winter passiert ist. Tja, und was die Oberkörperbekleidung angeht: Wegen des Gipsarms passen meine ganzen Klamotten nicht, es sei denn, ich würde den linken Ärmel aufschneiden, was ich natürlich nicht will. Mein Bruderherz hat mir ein paar von seinen T-Shirts zur Verfügung gestellt, die kann ich über- und ausziehen und tragen, wie du siehst. Lässt natürlich viel Einblick zu, auch deswegen verlasse ich Haus und Grundstück so gut wie nie. Also ich hab hier alles, komme gut zurecht – Duschen ist auch kein Problem, dreckiges Geschirr kommt einfach in den Geschirrspüler –, und für den Fall, dass doch was ist, habe ich ein paar Nummern von Leuten, die in der Nähe wohnen und bereit sind, nach mir zu sehen.“

Und in dem Moment beugte sich Claudia wie zufällig vor, und Chris konnte ins T-Shirt rein ihren nackten Oberkörper sehen bis zum Bauchnabel, flankiert von zwei neckischen Hügelchen mit rosa Brustspitzen.

„Hast du noch viele Schmerzen?“, fragte er nun, um sich von dem Gedanken abzulenken, dass er tatsächlich Lust hätte, mit Claudia zu schlafen.

„Geht so, ist jedenfalls deutlich besser geworden, mein Schmerzmittelbedarf ist auch schon deutlich zurückgegangen. Ganz ohne geht es leider noch nicht, und so lange habe ich auch Alkoholverbot. Ich bin zwar kein Schluckspecht, aber irgendwie empfinde ich diese Einschränkung als heftiger als den derzeit unbrauchbaren linken Arm. Schlafen kann ich mittlerweile auch ganz gut. Jetzt, wo die anderen verreist sind, darf ich das Bett meiner Eltern benutzen, da kann ich mich schön breit machen, muss nicht drüber nachdenken, wie ich den gebrochenen Arm für die Nacht positioniere. ¬– Aber wir reden nur die ganze Zeit von mir. Wie geht’s dir denn? Du hast ja auch was abgekriegt, und ohne dich wäre ich möglicherweise nicht mehr.“

Chris wiegelte bescheiden ab, erzählte aber was von sich, und in der Folge unterhielten die beiden sich prächtig und vergaßen die Zeit. Als sich der Hunger meldete, machte Chris für sie beide eine große Dose Ravioli auf und in einem Topf warm, aßen sie gemeinsam auf und plauderten anschließend munter weiter, bis die Sonne merklich am Untergehen war. „Das war sehr schön hier mit dir, aber ich denke, ich breche jetzt auf, du brauchst sicher deine Ruhe“, sagte Chris, dem der Anstand gebot, das zu sagen, obwohl er das Gefühl hatte, mit Claudia stundenlang weiterplaudern zu können.

Wie geht es weiter?

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