Want to support CHYOA?
Disable your Ad Blocker! Thanks :)

Chapter 30

What's next?

Aussprache und die Aussicht auf ein frisches Bier

Ich saß zuhause auf meinem Lieblingssessel. Das Buch, das ich lesen wollte, lag aufgeklappt auf meinen Knien, doch ich sah die Buchstaben und Worte auf den Seiten gar nicht. In Gedanken ging ich immer wieder durch, was geschehen war, und ich versuchte zu ergründen, was das über mich aussagte.

War ich nicht - oder nicht mehr - fähig, eine normale Beziehung zu einer Frau aufzubauen? Wobei normal in Hinsicht auf Andrea, da sie verheiratet war, bedeuten sollte, dass wir Bekannte, hoffentlich gute Nachbarn und bestenfalls Freunde sein sollten. Stattdessen hatte ich sie geschlagen, gedemütigt und missbraucht.

Das Telefon klingelte und ich erschrak dermaßen, dass mein Buch mit einem lauten Knall auf dem Boden fiel. Im Display las ich Andreas Namen. Verdammt, was sollte ich tun? Nachdem ich zum Schluss kam, dass ich mich nicht totstellen konnte, ging ich ran.

Ihre Stimme war so leise, dass ich sie kaum verstand. „Wie geht es dir?“, wollte sie wissen.

„Gut“, log ich, „und dir?“

„Ich möchte mich entschuldigen“, hörte ich, „ich hätte dich nicht …“

Ihre Stimme erstarb und die Leitung blieb still. Aber ich verstand, dass sie das Bedürfnis hatte, sich auszusprechen. Vermutlich wäre es besser, wenn wir persönlich reden würden. Aber wo? Weder bei mir, noch bei ihr schien es mir sicher genug zu sein.

„Wie wäre es, wenn wir uns draußen treffen? Auf halbem Weg die Straße runter steht eine Sitzbank zwischen zwei Bäumen. Dort könnten wir reden“, schlug ich vor.

„In Ordnung, ich bin in zwanzig Minuten da.“

Ich war selbst nicht hundertprozentig überzeugt, dass das eine gute Idee war. Aber auch wenn wir uns nur still im Freien gegenübersitzen würden, wäre es noch immer besser, als uns am Telefon anzuschweigen. Und es war hundert Mal besser, als alleine in meiner Höhle zu hocken und zu grübeln.

Ich kam vor ihr am Treffpunkt an und wartete. Die Sonne schien und ich war um den Schatten froh, den die Bäume spendeten. Ich sah hinaus auf die Wiesen und Felder und vermied ganz bewusst den Blick auf die Straße, die sie entlangkommen musste. Nach einiger Zeit hörte ich verhaltene Schritte hinter mir und drehte mich um.

Andrea kam langsam näher. Ihre blonden Haare hatte sie mit Klammern nach hinten gesteckt. Sie trug eine grüne Windjacke mit gelben Aufnähern, eine lange Jeans und Turnschuhe. Den Reißverschluss der Jacke hatte sie bis oben geschlossen, eigentlich viel zu warm für die Temperatur.

„Hallo.“

Sie erwiderte den Gruß und setzte sich. Mit etwas Abstand zwischen uns nahm ich neben ihr Platz. Sie zog mit einer Fußspitze Striche in den Sand und knibbelte mit den Fingern an den Ärmeln ihrer Jacke herum. Ich hatte meine Hände in den Hosentaschen vergraben und zu Fäusten geballt. Ein Blatt löste sich von einem der Bäume über uns und segelte auf den Asphalt.

Schließlich begann sie gedämpft zu sprechen. „Ich hatte mir auf dem Weg hierher überlegt, was ich sagen wollte. Wie auch schon, bevor ich dich anrief. Aber jetzt ist alles wieder weg.“

Ich wartete ab, ob sie noch mehr sagen würde. Nachdem nichts folgte, legte ich meine Gedanken offen.

„Wie wäre es, wenn wir alles vergessen und neu anfangen? Ich hoffe einfach, dass wir gute Nachbarn und Freunde bleiben können.“

Sie sah mich ernst an. „Das genügt mir nicht.“

Ich hätte nicht verwunderter sein können, wenn sie sich plötzlich in ein fremdes Wesen verwandelt hätte. Mein Gehirn war noch damit beschäftigt, diesen einen kurzen Satz zu verarbeiten, als sie weiterredete.

„Ich will mehr. Die Zeiten, in denen mein Mann nicht da ist, sind zu lange, als dass ich sie alleine überstehen könnte. Und ich spürte vom ersten Augenblick an, dass du derjenige bist, der mir darüber hinweghelfen kann.“

Ich schnappte nach Luft wie ein Fisch auf dem Trockenen.

„Verstehe mich nicht falsch. Ich liebe Hannes und wenn er da ist, ist auch alles gut. Er gibt mir genau das, was ich brauche. Um ausgeglichen zu sein, muss ich manchmal in ‚full **** mode‘ gehen, wie ich es nenne. Dann brauche ich einen Mann, der mich mit harter Hand rannimmt. Ich wünsche mir, dass du dieser Mann bist, wenn ich alleine bin. Kannst du das tun?“

Ich fürchtete, ich hatte rote Ohren, als ich nickte. Ich gestand mir ein, dass ich diesen Vorschlag und die Aussichten, die sich mir damit boten, höchst erregend fand. Ich schob meine Zweifel und meine Unsicherheit zur Seite. Es wäre sicher nicht passend, wenn ich jetzt herumstotterte oder zu viele Fragen stellte.

„Ja, ich werde dieser Mann sein“, antwortete ich mit fester Stimme.

Sie wirkte ehrlich erleichtert. Ich wartete noch ein wenig, ob sie etwas hinzufügen wollte. Weil sie stumm blieb, stand ich auf. „Dann bis morgen.“

Sie sah zu mir auf und lächelte. „Ja, bis morgen. Ich stelle schon mal das Bier kalt.“

Ich war schon ein paar Schritte gegangen, als sie hinter mir her rief. Ich blickte zurück.

Sie hatte den Reißverschluss der Windjacke bis zum Bauchnabel herunter geöffnet und die beiden oberen Hälften auseinandergezogen, um mir freie Sicht auf das zu geben, was sie darunter anhatte. Nämlich nichts, bis auf zwei Nippelklemmen, an denen glitzernde weiße tropfenförmige Schmucksteine baumelten.

Sie sah fröhlich und zufrieden aus und mir blieb die Luft weg.

What's next?

Comments

      More fun
      Want to support CHYOA?
      Disable your Ad Blocker! Thanks :)