Wie wird Nachtessen?

Aufregung davor

Chapter 115 by petra1 petra1

Kaum hatte ich „Gerne“ geschrieben, kamen die Zweifel.

Mal eine sinnliche Zeit mit Lena ist fein, dachte ich. Aber nicht so oft.

Was bedeutete es, dass Linus auch dabei sein würde? Einfach von einem befreundeten Paar zu Hause eingeladen zu sein, wäre normal. Aber hier? Nach allem, was ich mit Lena geteilt hatte – nach den intimen Gesprächen, den Berührungen, den Fantasien, die ich ihr anvertraut hatte – fühlte es sich ganz anders an.

Ich kannte inzwischen auch einige ihrer Fantasien. Und sie kannte meine.

Zusammen mit Lukas wäre es kein Problem gewesen. Aber allein?

Ich suchte bereits nach einem guten Grund, wieder abzusagen. Eine Ausrede. Etwas Plausibles.

Doch ich ließ es bleiben.

Vielleicht ist es ja wirklich nur ein Essen, versuchte ich mich zu beruhigen. Und falls mehr passieren sollte… kann ich ja problemlos „Stopp“ sagen.

Trotzdem blieb ein mulmiges Gefühl. Eine Mischung aus Neugier, Aufregung und leichter Angst.

Ich legte das Handy weg und schaute aus dem Fenster. Die Sonne ging langsam unter.

Die neue Welt, in die ich geraten war, fühlte sich immer größer und unübersichtlicher an. Und ich war mir nicht sicher, ob ich wirklich bereit dafür war.

Aber ein Teil von mir – ein immer stärker werdender Teil – wollte es herausfinden.

Gegen 17 Uhr kam die Nachricht von Lena: „Komme zwischen 18 und 19 Uhr zu uns. p.s. Zieh doch etwas Nettes an, wie z. B. am Teamabend.“

Mein Herz begann sofort stärker zu klopfen. Jetzt war es offensichtlich: Sie erwarteten mehr als nur ein harmloses Essen.

Ich tippte schnell: „Sorry Lena, ich komme nicht. Ist mir unangenehm.“

Die Antwort kam umgehend: „Danke für die Offenheit. Komm doch einfach zum Nachtessen. Ich garantiere, es gibt nichts weiteres. Vergiss das mit den Kleidern.“

Ich starrte lange auf die Nachricht. Dann schrieb ich zurück: „Okay. Ich vertraue dir. Bis später.“

Ich stand eine ganze Weile vor dem Kleiderschrank. Zuerst wählte ich ganz bewusste Alltagskleidung – Jeans und eine schlichte Bluse. Etwas Unauffälliges. Aber dann probierte ich doch verschiedene Kleider an. Ich drehte mich vor dem Spiegel, zog ein Kleid nach dem anderen an und wieder aus.

Warum zum Teufel mache ich das?, dachte ich genervt von mir selbst.

Am Ende entschied ich mich doch für ein ähnliches Kleid wie am Teamabend – elegant, aber feminin, mit etwas mehr Ausschnitt. Ich fühlte mich gleichzeitig unsicher und seltsam aufgeregt.

Kurz vor 19 Uhr machte ich mich auf den Weg zu Lena.

Ich war nervös. Sehr nervös. Aber ich ging trotzdem.

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Hält Lena das Versprechen?

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