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Chapter 11 by Papas_Liebling Papas_Liebling

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Am Esstisch

Lisa hatte geduscht und sich umgezogen. Sie schwebte in die Küche, als wäre sie ein Model und ginge zu einem Fotoshooting. Ihr Haar war luftgetrocknet und fiel in mühelosen Wellen auf den Rücken. Ihre Beine waren nackt beinahe bis zum Po. Darüber trug sie ein Männerhemd - ich fragte mich, wem es mal gehört hatte - das so weit aufgeknöpft war, dass es mehr andeutete als verdeckte. Darunter... nichts? Egal. Ich würde nicht nachsehen. Und es interessierte mich auch nicht, redete ich mir ein.

Sie roch frisch nach Bergamotte, Lavendel, Sandelholz und - und? Noch etwas, das ich nicht einordnen konnte. Etwas Erwachsenem. Mein Gott, roch sie nach... Sex? Gab es ein Parfum mit dieser Duftnote?

Ich hingegen trug mein weiches Baumwoll-Sweatshirt und grasgrüne Leggings. Im Vergleich mit ihr fühlte ich mich wie ein Kind im Pyjama der Großeltern.

Lisa bestand darauf, für uns alle zu kochen. Pasta. „Keine Sorge, ich weiß, wie man Wasser kocht. Lasst mich nur machen.“

David widersprach ihr nicht. Er öffnete eine Flasche Rotwein. Schenkte zwei Gläser ein. Dann zögerte er. Schaute mich an. Dann schenkte er ein drittes ein, aber nur bis zur Hälfte. Gab es mir.

Ich nahm es entgegen wie einen Siegerpokal.

Lisa redete die ganze Zeit über. Natürlich tat sie das. Meistens über Männer. Über diejenigen, die sie verlassen hatte. Über diejenigen, die sie nicht in Ruhe ließen. „Da war dieser Typ in Berlin, der drei Tage lang vor meinem Fitnessstudio gewartet hat. Ich frage euch – ist das noch beharrlich oder schon verrückt?“

David lachte leise. „Klingt nach beidem.“

„Stimmt.“ Sie grinste und warf ihm einen vielsagenden Blick zu. „Man muss als Frau schon sehr selbstbewusst sein, um vor einem Mann in unvorteilhaften Leggings herumzulaufen.“

Leggings. Sie meinte mich, oder? Ich rutschte unruhig auf meinem Stuhl hin und her. Dann wandte sie sich mir zu.

„Und du, Nele? Hast du derzeit jemanden, der dich verehrt?“

Ich zuckte mit den Schultern. „Ich hab's nicht so mit Verehrern.“

Lisa hob eine Augenbraue. „Nein? Du schienst mir immer der Typ zu sein, auf den junge Männer fliegen, wie Motten aufs Licht.“

Etwas in mir regte sich über Lisas Unverschämtheiten auf. Vielleicht lag es aber auch nur am Wein. Oder an der Prellung an meinem Hintern, die noch immer schmerzte. Oder daran, dass David seit Lisas Eintreffen nur noch Augen für sie hatte.

„Junge reizen mich nicht“, sagte ich leichthin und hob mein Glas. „Ich reize lieber die Reiferen.“

Lisa blinzelte. David entdeckte plötzlich etwas sehr interessantes auf seinem Teller und stocherte daran herum.

Ich lächelte. Süß. Harmlos.

„Reizen?“, wiederholte Lisa amüsiert.

„Mm-hmm.“ Ich schwenkte mein Weinglas. „Das ist effektiver als darauf zu warten, dass sie von selbst angeflogen kommen.“

Lisa lachte. „Na, da ist jemand aber ganz schön aufgekratzt.“

David sah immer noch konzentriert auf seinen Teller. Er bewegte sich. Nicht viel. Nur eine Verlagerung seines Gewichts, als ob er seine Flucht vorbereitete. Lisa bemerkte es nicht – oder tat zumindest so.

„Ich sage dir was“, fuhr sie fort und schenkte uns beiden mehr Wein ein, „Selbstvertrauen ist die halbe Miete. Es ist egal, was du anhast– wenn du es so trägst, als würdest du eine königliche Robe tragen.“

Ich neigte den Kopf. „Selbst wenn ich nichts trage?“

Nachdenkliches Schweigen. Aber nur kurz. Die Pause war winzig klein. Ein Bruchteil eines Atemzugs. „Vor allem, wenn du nichts trägst.“ Sie hob ihr Glas. „Auf reizende Mädchen.“

David stand hastig auf. „Ich hole den Nachtisch“, sagte er. Aber ich wusste, dass es nicht um den Nachtisch ging. Er musste raus. Luft schnappen. Lisa grinste mich an. „Du spielst mit dem Feuer, Süße“, meinte sie amüsiert. „Du solltest besser wissen, wo der Feuerlöscher ist.“

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