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Chapter 2 by SecretLab SecretLab

Und hier geht es zu den Kurzgeschichten – viel Spaß beim Lesen:

„Tückische Klauseln“ - eine -Pornomaking-Story

RUMMS – der ohrenbetäubende Knall hallte durch die grauen Straßen im Westen der Großstadt. Für einen kurzem Moment hielten alle Passanten den Atem an. Autofahrer ringsherum zuckten zusammen, während ein Rudel Tauben verschreckt durch die Häuserschlucht stob.

Die Sachlage war klar: der schwere, weiße Geländewagen aus der Seitenstraße hatte der dunklen Limousine auf der Hauptstraße die Vorfahrt genommen. Beide Fahrzeuge standen zusammengeschoben auf der Kreuzung.

Glücklicherweise war um die späte Stunde kaum noch etwas los. Die wenigen vorbeifahrenden Fahrzeuge fuhren elegant um die Unfallstelle herum und glotzten blöd auf die Insassen. Ansonsten erregte der Unfall in der umtriebigen Großstadt jedoch im weiteren Verlauf kaum Aufsehen. Außer natürlich bei den unmittelbaren Beteiligten:

Zitternd stieg ein hübsches, junges Mädchen aus dem Geländewagen, das Handy noch in der Hand. Feine blondierte Locken auf dem Kopf, teure Kaschmirkleidung auf dem schlanken Körper, eine süße spitze Nase, winzig kleine rote Lippen, grüne Augen.

So eine verfluchte Scheiße, dachte Mia nur. Hätte sie nur mehr auf den Verkehr geachtet! Wenn die Polizei jetzt kommt, ist sie die Fahrerlaubnis sofort wieder los!

Sie hastete zum anderen Wagen, aus dem ein grau gekleideter Fahrer verärgert ausstieg. Die Tür hinten rechts war komplett verschoben, hinter den dunklen Scheiben ein zuckender Schemen eingeklemmt. Scheiße!

Der Fahrer öffnete schließlich entschlossen die intakte Tür auf der anderen Fahrzeugseite. Heraus torkelte benommen eine adrette, auffällige Frau mittleren Alters mit Riesenbrüsten unter einer engen Lederjacke, langes brünettes Haar, lange Fingernägel, übertrieben geschminkt, sehr sexy. Sie hielt sich schmerzverzerrt einen Arm und sah etwas verwirrt aus. Der Chauffeur nahm sie beschützend in den Arm. Dann starrten sie beide wütend auf die junge Unfallfahrerin…


Wenige Tage später in einer angesehenen Anwaltskanzlei.

Die Morgensonne flutete die großzügigen Glasfronten des Hochhauses mit ihrem rotgoldenen Licht und versprühte gute Laune für einen herrlichen neuen Tag. Nur nicht dort in dem Büro voller Bücherregale, dem schweren, dunklen Schreibtisch, hinter dem eine adrette Frau mittleren Alters saß. Vorwurfsvoll blickte sie durch ihre extravagante Brille mit dem dicken schwarzen Rahmen auf ihre Besucherin.

„Wie konntest du nur so ein furchtbares Schuldanerkenntnis unterschreiben, Mia! Und dann musst du auch noch mit dem Wagen von Charly dem Luden zusammenstoßen. Dem schlimmsten Sexboss der ganzen Stadt und Umgebung.“ Sie verschwieg allerdings, dass sie selbst schon als Anwältin für ihn gearbeitet hatte – irgendwo musste ja die Kohle her!

Die Angesprochene kauerte sich zu einem winzigen Häufchen Elend auf dem gegenüberliegenden Stuhl zusammen.

„Mama! Die hätten sonst die Polizei gerufen! Die Frau war am Arm verletzt, sicherlich gebrochen. Ich bin Fahranfängerin! Und… ich hatte evtl. einen Prosecco bei Vicky vorher, im Kosmetikstudio… Wenn die mich kontrolliert hätte. Mein Schein wäre für immer weg gewesen. Das musst du doch verstehen!“

Es brodelte sichtlich im harten Gesicht von Ariane von Lüdenstein. Die grünen Augen unter den braunen Haaren, die zu einem strengen Dutt geknotet waren, schossen wütende Funken in Richtung ihrer Tochter. Warum machte die nur immer so einen Unfug? Konnte sie nicht in ihre Fußstapfen treten und einfach ordentlich in der Schule fürs Abi büffeln?

Und natürlich würde ihr lieber Göttergatte ihr süffisant vorwerfen, warum sie Mia den teuren Wagen überhaupt überlassen hatte. Wer konnte auch ahnen, dass die zu dumm ist, Auto zu fahren! Ohne weiter auf die Ausflüchte der Tochter einzugehen, las sie den Brief der gegnerischen Kanzlei vor, die den Geschädigten vertrat.

„…gemäß dem uns vorliegenden, schriftlichen Schuldanerkenntnis Ihrer Mandantin stellen wir wie folgt fest: neben den Kosten für Reparatur, Wertminderung und Ersatzmobilität des beschädigten Fahrzeuges unseres Mandanten sind folgende Ersatzleistungen zu erbringen: Schmerzensgeld für die sich im Fahrzeug befindliche Insassin „Sweet Chantal“, mit bürgerlichen Namen Erika Hanauer…“

Kurzes Nicken von Mia. „…zahlt ja die Kfz-Haftpflichtversicherung alles…“ Ein Räuspern der Mutter brachte sie zum Schweigen. Dann fuhr diese fort.

„Ferner wurde im vorliegenden Schuldanerkenntnis durch Ihre Mandantin insbesondere zugesichert, für einen adäquaten Ersatz zu sorgen, was die derzeitigen Dreharbeiten von Frau Erika Hanauer anbelangt, die in absehbarer Zeit nicht arbeitsfähig sein wird. Sollte kein adäquater Ersatz in der notwendigen Zeit aufzutreiben sein, wird Ihre Mandantin, Frau Mia von Lüdenstein, selbst als Ersatz einspringen, um einen Ausfall der Dreharbeiten um jeden Preis zu verhindern. Dass es sich hierbei um Dreharbeiten in Bezug auf die Erotikbranche handelt, war Ihrer Mandantin zum Zeitpunkt des Schuldanerkenntnisses voll und ganz bewusst…“

Die Anwältin und gleichzeitig Mutter legte das Schreiben auf ihren Schreibtisch, nein – knallte es wütend auf die glatte, leicht spiegelnde Oberfläche. „MIA! Wie konntest du nur? Weisst du, dass du im schlimmsten Fall dann selbst einspringen musst – als Pornodarstellerin!“

Ein winzig kleines Häuflein Elend auf der anderen Seite stotterte nur „…FÜHRERSCHEIN… SEUFZ! Ich hätte da in der Hektik alles unterschrieben. Das mit Erotik hatte ich total überlesen. Sorry Mama!!!“

Ariane atmete tief durch und schloß die Augen. Für was war sie schließlich Anwältin. Sie würde schon etwas passendes aufsetzen für die andere Kanzlei. Sie musste ihre Tochter unter allen Umständen vor diesem Schicksal bewahren.

Sie spielte zunächst auf Zeit. Briefwechsel mit gegnerischen Anwälten können wochenlang, ja monatelang gehen, bis dahin ist besagte „Sweet Chantal“ hoffentlich wieder auf den Beinen. Und natürlich das Schuldanerkenntnis anzweifeln. Natürlich hatte Charly der Lude sich den gerissensten Anwalt der Stadt geangelt – gleich nach ihr wohlgemerkt.

Sie flogen die Schreiben hin und her. Die Gegenseite antwortete immer sofort und wechselte rasch auf E-Mail-Verkehr über. Langsam kam Ariane in die Bredouille – ihr gingen sowohl Zeit als auch die Argumente aus. Das Schuldanerkenntnis war wasserdicht. Ihre Mutterinstinkte erwachten in ihr. Ihre süße kleine Mia, auf keinen Fall durfte sie in einem Porno mitspielen. Was sie dort alles mit ihr anstellen würden. Und überhaupt die Scham für die ganze **** von Lüdenstein!

Sie schluckte einen dicken Kloß herunter – und machte der anderen Kanzlei folgendes Gegenangebot, welches sie sorgfältig ausgetüftelt hatte:

„Werter Kollege,

im Sinne einer von beiden Seiten angestrebten außergerichtlichen Einigung mache ich folgendes Gegenangebot im Namen meiner Mandantin:

Fahrzeugführerin war zwar meine Mandantin Mia von L., Fahrzeughalter des Wagens, welcher den Unfall herbeigeführt hat, ist jedoch deren Mutter. Aus rechtlicher Sicht ist somit auch die Fahrzeughalterin als mögliche und vollumfängliche Erfüllungsgehilfin für besagte Dreharbeiten in Betracht zu ziehen.

Ferner ist die Teilnahme an derartigen Erotikdarstellungen nur unter folgenden Bedingungen möglich:

  1. Alle Aufzeichnungen müssen die Identität der Teilnehmerin wahren; d.h. für Anonymität durch geeignete Masken, Perücken oder Schminke ist stets zu sorgen.
  2. Die Teilnehmerin ist während der Dreharbeiten in keiner Weise durch jegliche männlichen Genitalien zu penetrieren – weder vaginal, oral noch anal.
  3. Im Weiteren sind sogenannte BDSM-Dreharbeiten nicht zulässig – die Teilnehmerin darf weder fixiert noch unter **** mit einschlägigen Folterwerkzeugen gequält oder geschlagen werden, dazu zählen insbesondere Klammern, Schrauben, Peitschen, Ruten, Nadeln, heisses Wachs und Elektrostimulationen.
  4. Nach einem vollen Drehtag gilt die vorliegende Verpflichtung als erfüllt.

Wir hoffen auf Ihre geschätzte Zustimmung und verbleiben mit kollegialen Grüßen…“

Natürlich ging es dabei um niemand anderes als sie selbst, der Wagen war schließlich auf Ariane zugelassen. Eine reine Entscheidung aus purer Not, sich selbst anzubieten! Nun, sie war eine toughe, gestandene Geschäftsfrau Anfang vierzig. Sie würde dazu in der Lage sein. Und musste bei dem Gedanken daran heftig schlucken. Gleichzeitig prickelte es tief in ihr ungewohnt in ihrer Pussy. Nanu?

Mia wusste natürlich nichts von dem gewagten Gegenangebot – und sollte es auch nie erfahren. Sie würde ihrer Tochter einfach erzählen, dass sie als Superanwältin einfach alles geregelt hätte. Und jeder würde stolz auf sie sein.

Sie hatte ganz schön viel an Forderungen in die Waagschale geworfen – ihrem Verständnis nach, machte das den Dreh eines richtig harten Pornos fast unmöglich – und genau das wollte sie auch bezwecken. Auf Nummer sicher gehen. Und wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Die Gegenseite nahm das Angebot tatsächlich nach sehr kurzer Bedenkzeit an – Ariane war im Widerspruch der Gefühle. Erleichterung, ihre Tochter herausgeboxt zu haben – und Panik über ihr eigenes Schicksal.

Wenige Tage später meldete sich die Anwaltskanzlei ein weiteres Mal bei ihr:

Sweet Chantal wäre noch auf weiteres krankgeschrieben. Ein passender Ersatz konnte leider nicht aufgetrieben werden, somit müssen gemäß vertraglicher Verpflichtung entweder besagte Fahrzeugführerin oder Fahrzeughalterin in den kommenden Tagen zu Dreharbeiten antreten…

Wie geht es weiter?

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