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Chapter 12 by RicVanDann RicVanDann

Was ist das???

"Ein Nachthemd!"

„Ein Nachthemd?“, wiederholte Leon fassungslos.

Vanessa sagte es so, als wäre es das Normalste der Welt. Sprachlos starrte er auf das weiße Spitzenhemd, das zu seinem Schrecken fast vollständig transparent war. Lediglich im Brustbereich war es leicht blickdicht.

„Ein Nachthemd?“, sagte er erneut, diesmal mehr als Aussage als Frage.

„Ja, genau. Und dazu noch ein sehr schönes und teures.“ Vanessa schien völlig unberührt von seinem Entsetzen.

„Soll das ein Scherz sein? Ich ziehe doch kein Nachthemd an!“

„Ach so? Schläfst du sonst nackt? Wäre auch kein Problem.“

„Was? Nein! Ich meine, das ziehen Frauen an! Nicht ich… Und nein, ich habe in meinem Koffer eine Boxershort und eine Schlaf-Jogginghose!“

„Na und? Es sieht doch niemand.“

„Es sieht doch niemand? Darum geht es nicht! Warum kann ich nicht einfach mein Zeug anziehen?“

„Barbara hat deine Sachen zum Waschen gebracht…“

„Das war alles sauber!“ Leon unterbrach sie genervt und atmete tief durch. „Meine Güte, ich ziehe dieses Teil nicht an.“

Was dachte sich Vanessa dabei? Das Zimmer konnte er ja noch irgendwie hinnehmen, aber ein Nachthemd? Das ging definitiv zu weit.

„Leon, Liebling,“ begann Vanessa mit sanfter Stimme, „ich weiß, das ist alles heute zu viel für dich. Aber wir haben nichts anderes zum Anziehen für dich. Entweder das, oder du schläfst nackt. Es liegt an dir. Aber ehrlich gesagt würde mich das enttäuschen. Ich habe dieses Nachthemd extra für dich ausgesucht und neu gekauft.“

„Aber warum? Ich bin ein Junge! Ich ziehe so was nicht an!“

„Noch.“ Vanessa sah ihn an, ihre Augen funkelten geheimnisvoll. „Weißt du, ich habe so viel mit Mädchen zu tun, dass ich einfach nicht darüber nachgedacht habe.“

Leon blickte sie irritiert an. Noch? Was sollte das heißen?

„Mädchen würden ihre Seele dafür verkaufen, um dieses Nachthemd zu tragen. Und du machst so ein Drama daraus! Zieh es an, oder schlafe nackt – es ist deine Entscheidung. Aber ich habe ehrlich nicht darüber nachgedacht, weil ich ständig mit Mädchen zu tun habe.“

„Genau, Mädchen würden es tragen. Nicht ich!“ Leon versuchte, ruhig zu bleiben, doch sein Ärger war spürbar.

Vanessa wirkte einen Moment nachdenklich, dann nickte sie leicht. Ihre Miene wurde traurig. „Na gut… Ich hole dir deine Boxershorts. Aber du solltest wissen, dass Barbara es nicht gut finden wird, dass ich fast 250 Euro dafür ausgegeben habe und du es nicht einmal anziehst – obwohl es niemand sehen wird.“

Sie drehte sich um und ging langsam zur Tür.

Leon spürte ihre Enttäuschung. Er seufzte und überlegte. Eigentlich war es nett von ihr gewesen, auch wenn es völlig unpassend war. Und wenn sie wirklich fast nur mit Mädchen zu tun hatte – konnte er ihr das dann übelnehmen? Es war die Geste, die zählte.

Außerdem hatte sie Recht: Niemand würde es sehen. Und spätestens morgen hätte er seine gewaschene Kleidung zurück.

Vanessa griff nach dem Türgriff

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