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das Konzert

Chapter 7 by rallebonn

Am Freitag zähle ich im Dienst beinahe die Stunden. Bis 16 Uhr muss ich noch durchhalten, doch in Gedanken bin ich längst bei diesem besonderen Abend. Um 17:30 Uhr sollen wir abgeholt werden – knapp, fast zu knapp. Zuhause angekommen, bleibt mir kaum Zeit zum Durchatmen. Als es schließlich klingelt, öffnet mein Mann die Tür. Natürlich ist er längst fertig, perfekt angezogen und wartet ungeduldig im Flur. Ich werfe noch einen letzten prüfenden Blick in den Spiegel, richte mein Outfit und spüre, wie die Aufregung langsam steigt. Draußen wartet bereits die Fahrerin, die ich wiedererkenne, ruhig und professionell, als wäre dieser Abend von langer Hand geplant.

Kaum sitzen wir im Wagen, gleitet die Limousine leise an. Die Stadt zieht an den Fenstern vorbei, während sich in mir ein seltsames Gemisch aus Vorfreude und Neugier ausbreitet. Kurz darauf fahren wir nicht etwa zum normalen Eingang, sondern direkt hinab in die Tiefgarage der Halle. Dort, abgeschirmt vom Trubel der Menge, hält der Wagen vor einem VIP-Eingang. Die Fahrerin öffnet uns die Türen, und einen Moment später gehen wir Arm in Arm über einen roten Teppich. Alles fühlt sich plötzlich unwirklich an – wie eine Szene aus einem Film. Ein Aufzug bringt uns hinauf in die Logenabteilung, wo man uns bereits erwartet.

Noch bevor ich all die Eindrücke richtig erfassen kann, kommt er auf uns zu. Galant begrüßt er uns, höflich und mit einer Selbstverständlichkeit, die sofort auffällt. Dann stellt er sich meinem Mann vor und bedauert noch einmal, dass er beim gemeinsamen Essen nicht dabei sein konnte. Während er spricht, lasse ich meinen Blick durch die Loge schweifen. Der Raum wirkt exklusiv, fast geheimnisvoll. Die Gäste sind hervorragend gekleidet, manche Gesichter kommen mir bekannt vor – einige Herren habe ich bereits in der örtlichen Presse gesehen. Elegante Damen unterhalten sich leise, Gläser klingen, und drei Kellnerinnen bewegen sich aufmerksam durch den Raum, reichen Getränke und kleine Häppchen. Je länger ich mich umschaue, desto deutlicher wird mir: Dieser Abend ist alles andere als gewöhnlich.

Dann wird das Licht in der Halle dunkler. Ein Raunen geht durch die Menge, und plötzlich liegt Spannung in der Luft. Als das Konzert beginnt, verändert sich die Stimmung schlagartig: Musik, Licht und Stimmen füllen den Raum, während in der Loge gelacht, angestoßen und aufmerksam zugesehen wird. Der Abend rauscht an uns vorbei wie ein einziger glänzender Moment. Auch nach dem letzten Lied will niemand sofort gehen. Die Gespräche werden leiser, persönlicher, die Atmosphäre entspannter. Nach und nach verabschieden sich die Gäste, bis die Loge immer stiller wird.

Am Ende sind nur noch wir drei übrig. Die Geräusche der Halle wirken plötzlich weit entfernt, fast gedämpft. Er lächelt, hebt sein Glas und sagt, er bedaure, dass er an diesem Abend so wenig Zeit gehabt habe, sich wirklich mit uns zu unterhalten. Für einen Moment entsteht eine besondere Stille, in der keiner von uns sofort antwortet. Dann fragt er beiläufig, ob wir den Abend nicht noch ein wenig fortsetzen möchten – nur wir drei, in ruhigerer Umgebung. Mein Mann, inzwischen spürbar gelöst und leicht angetrunken, stimmt ohne zu zögern zu. Kurz darauf machen wir uns gemeinsam auf den Weg zurück in die Tiefgarage. Dort wartet bereits seine Limousine, schwarz glänzend im gedämpften Licht, als würde der eigentliche Abend gerade erst beginnen.

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