Chapter 23
by
Daemony
What's next?
Wertschätzung
Jasmin saß in der Ecke des Cafés, hielt die warme Kaffeetasse mit beiden Händen und ließ die Wärme in ihre Finger sickern. Ihre Gedanken drehten sich noch immer, und sie versuchte, die schrecklichen Ereignisse des Tages zu verarbeiten.
Kurz darauf kam Jan mit nassem Haar aus dem Hinterzimmer. Es war leicht gekräuselt von der Feuchtigkeit. Er hatte einen frischen Kapuzenpulli und Jeans angezogen und sah damit deutlich besser aus als bei ihrem ersten Treffen. Er ließ seinen Blick durch den Raum schweifen, bis er sie entdeckte, und ging dann grinsend auf sie zu.
„Darf ich mich zu dir setzen?“, fragte er und zog den Stuhl ihr gegenüber heran, ohne eine Antwort abzuwarten.
„Nur zu.“ Jasmin schüttelte den Kopf.
Jan setzte sich mit einem zufriedenen Seufzen und rieb sich die Hände. „Du siehst gut aus“, bemerkte er betont locker, aber auch mit einem Hauch echter Besorgnis in der Stimme. „Na ja, relativ gut.“
Jasmin kicherte leise. „Danke. Was so ein bisschen Kaffee doch ausmachen kann.“
Es herrschte kurz Stille zwischen ihnen, bevor Jan in seine Hosentasche fasste und sein Portemonnaie herausholte. „Hör mal“, begann er, „wenn du hungrig bist oder etwas brauchst, kann ich es dir besorgen. Natürlich nur, wenn du das möchtest. Und ganz ohne Gegenleistung.“
Jasmin zögerte einen Moment, sie schätzte die Geste. Gleichzeitig spürte sie aber das Bedürfnis, ihre Unabhängigkeit zu wahren. "Das ist nett von dir", sagte sie leichthin, „aber ich möchte dich nicht ausnutzen. Ich komme schon klar.“
Jan zuckte mit den Schultern. „Wie du willst. Das Angebot steht aber.“
Sie nahm noch einen Schluck Kaffee und atmete tief aus. "Eigentlich müsste ich dringend zu meinem Auto zurück. Es ist nicht weit von hier. Ich würde mich besser fühlen, wenn ich nachsehen könnte, ob es wieder okay ist.“
Jan hob eine Augenbraue. "Bist du sicher, dass es noch da ist?“
Jasmin runzelte die Stirn. “Ich hoffe es.“
Er musterte sie einen Moment lang, bevor er nickte. „In Ordnung. Ich begleite dich dorthin.“
Jasmin öffnete den Mund, um zu protestieren, sagte aber nichts. Vielleicht war es gar keine so schlechte Idee. Das Gewerbegebiet war nicht gerade der sicherste Ort, und nach allem, was sie durchgemacht hatte, verursachte der Gedanke, wieder allein dort draußen zu sein, ein flaues Gefühl in ihrem Magen.
„Okay“, stimmte sie zu. "Danke.“
Jan grinste und stand auf. "Dann lass uns gehen. Bevor noch jemand anderes hier auf die Idee kommt, sich über dein ‚modisches Outfit‘ lustig zu machen.“
Sie rollte mit den Augen, konnte sich aber ein belustigtes Grinsen über seine witzige Bemerkung nicht verkneifen. Nach einem letzten Schluck Kaffee stellte sie die Tasse ab, winkte Ralf zum Dank zu und folgte Jan in die Nacht hinaus.
Die Luft draußen war kalt und roch nach Abgasen und Diesel. Die Straße war größtenteils menschenleer, gesäumt von stillen Lagerhäusern und flackernden Straßenlaternen, die kaum genug Licht spendeten, um der Dunkelheit etwas entgegenzusetzen. Ihre Schritte hallten auf dem Asphalt wider, die Stille verstärkte in Jasmin das Gefühl, allein auf der Welt zu sein.
Sie schlang die Arme um sich, nicht nur wegen der Kälte. Sie konnte Jans Anwesenheit neben sich spüren – sie fühlte sich in seiner Anwesenheit geborgen. Während sie gingen, suchte sie seine Nähe und ihre Schulter streifte einmal, zweimal seinen Oberarm. Ihre Hand suchte und drückte die seine, hielt sie eine Sekunde länger, als sie beabsichtigt hatte, bevor sie sich instinktiv wieder zurückzog. Ihr Herz klopfte unerwartet stark.
Sie sprachen nicht viel, es herrschte eine angenehme Stille zwischen ihnen, ein Verständnis füreinander, das keine Worte brauchte. Ab und zu warf Jan ihr einen Blick zu, als würde er sich vergewissern, ob es ihr noch gut ging, aber er drängte sie nicht zum Reden.
Jasmins Gedanken kreisten immer noch um Ralfs seltsame Bemerkung von vorhin. Jan ihre Wertschätzung zeigen? Sie war sich nicht sicher, was genau er damit gemeint hatte, aber jetzt, da Jan ruhig neben ihr ging und sich eine seltsame Wärme in ihrer Brust ausbreitete, glaubte sie, eine Ahnung zu bekommen.
Sie verlangsamte ihren Schritt, atmete leise aus und blieb stehen. Jan hielt einen Schritt vor ihr an, bevor er sich mit einem neugierigen Gesichtsausdruck zu ihr umdrehte. „Alles in Ordnung?“, fragte er.
Jasmin schluckte, ihr Puls beschleunigte sich. Sie zögerte und suchte in seinem Gesicht nach Anzeichen dafür, dass sie den Moment falsch interpretierte. Dann beugte sie sich schüchtern vor und drückte einen sanften, unsicheren Kuss auf seine Lippen.
Jan wich nicht zurück, seine Finger streiften nur knapp ihren Arm, als würde er abwägen, ob er sie festhalten oder loslassen sollte. Der Kuss war kurz und flüchtig, aber Jasmins Wangen wurden trotz der Kälte warm.
„Ich, äh ...“, stotterte sie und blickte zu Boden.
Jan betrachtete sie einen Moment lang. Er grinste.
Gibt es noch mehr Wertschätzung?
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Die junge Pastorin
Sie gibt alles für ihre Gemeinde
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