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Chapter 29 by kopfkino kopfkino

Wie geht Marianne mit dieser Überraschung um?

Wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann?

Mariannes Gesichtsausdruck wandelt sich von geblendetem Blinzeln über Neugier und Überraschung zu Schreck. Panik fährt ihr in die Glieder und ihr ist als bekäme sie einen Herzinfarkt.

Erst bekommt sie einen Schreikrampf - dann erst löst sich die Schockstarre. Wie eine auf dem Rücken liegende Krabbe versucht sie mit Armen und Beinen in alle Richtungen wild ausschlagend unter dem fremden Mann hervorzukommen. Der Erfolg dieses Versuches ist bescheiden: Zusammengefaltet und aufgespießt wie sie unter Kirabo liegt ist der Wirkungsraum ihres Strampelns eher begrenzt.

John kommt herbei, greift ihr unter die Achseln und zieht sie unter Kirabo heraus. Er umarmt sie ganz fest von hinten und wiegt sie beruhigend. Nachdem Mariannes Schreikrampf aber nicht aufhört, hält er ihr einfach fürs Erste den Mund zu. Ihre Atmung wird dadurch eingeschränkt und dem Kreischen der Wind aus den Segeln genommen. Marianne kann nur noch durch die Nase schnauben.

„Schschsch… ruhig Marianne! Schrei doch nicht mitten in der Nacht die Nachbarschaft zusammen!“ redet er weiter mit sanfter Stimme auf Marianne ein. „Beruhig dich doch… keine Aufregung, ist doch nur der, der dich so gut fickt, der dir so viel Gutes bereitet…“

John benötigt ein bisschen bis diese Nachricht in Mariannes immer noch von Angst- und Stresshormonen geflutetes Hirn erreicht hat. Schließlich stellt Marianne auch ihr Strampeln und Schreien ein. Was das Feuer ihrer weniger Sekunden zuvor noch wild geloderter Lust betrifft, nun, das wurde mit einem Kübel eiskaltem Löschwasser übergossen…

„Aber ich kann mich doch nicht von einem Wildfremden ficken lassen!“ empört sich Marianne als Johns Argumentation sie endlich erreicht hat.

„Ist doch nichts neues, oder? Uns hast du doch vor ein paar Stunden auch noch nicht gekannt“ kontert Paul.

„Ja aber ihr seid nicht ganz fremd. Ihr seid zumindest Arbeitskollegen von meinem Mann.“ antwortet sie.

„Und das macht es leichter die Beine zu spreizen?“ entgegnet Paul amüsiert.

„Nein, eigentlich nicht“ muss Marianne beschämt gestehen.

„Also ist eh kein Unterschied und dass er hier in der Wohnung ist kannst du auch nicht abstreiten.“ setzt Paul seine Argumentation fort.

„Natürlich ist er hier in der Wohnung! Gerade eben war er ja auch noch in meiner Muschi!“ faucht Marianne gereizt zurück.

„Ganz genau! Und du hast ihn dir sogar selber ausgesucht! Schon vergessen?“ erinnert Paul sie trocken an dieses kleine Detail.

Da bleibt Marianne die Sprache weg! Sie schnappt nach Luft und will etwas entgegnen, aber der sonst so schlagfertigen Frau fällt im Moment einfach nichts ein. Paul hat mit seiner gewieften Argumentation Marianne wie ein ahnungsloses Lämmchen an den Opferstock geführt. Marianne schüttelt Johns Umklammerung ärgerlich ab und steht auf. Sie erblickt ein halbleeres Glas Whiskey und die Flasche dazu am Pokertisch und geht schnurstracks darauf zu. Sie greift sich das Glas und leert es auf ex. Im Schlucken verzieht sie das Gesicht und schüttelt ihren Kopf. Aber sie schenkt sich nach und widerholt zur Stärkung die Prozedur. Anschließend geht sie zurück und lässt sich auf die Couch plumpsen.

„Willst du also die Abmachung nicht weiter einhalten? Ist es das was dir lieber ist? Wir können uns auch jederzeit zusammenpacken und gehen, wenn du das wünschst.“ fragt John nach. Der Ton ist ruhig und sanft aber dennoch kann Marianne die unterschwellige Drohung fühlen. „Und sei ehrlich, es war doch verdammt gut, oder?“ redet John weiter auf die bereits besiegte Marianne ein. „Mach doch einfach die Augen zu und genieß so wie vorher oder brauchst du den Schal dazu? Dein Stöhnen zumindest war so brünstig wie nie zuvor heute Abend!“ John macht erneut eine Pause und beobachtet Mariannes Reaktion.

„Wenn es dir lieber ist, kann auch vorerst wer anderer Kirabos Platz einnehmen, nicht wahr mein Freund?“ fragt er den Schwarzen.

„Was immer die Lady will!“ schmunzelt Kirabo gönnerisch im vollen Bewusstsein, dass diese Wahrscheinlichkeit wohl eher gering ist...

„Leute, das könnt ihr doch nicht mit mir tun!“ meint sie schwach und hält sich eine Hand an die Stirn. „Ich hätte beinahe einen Herzinfarkt bekommen!“ Dann schließt sie die Augen und atmet ein paar Mal tief durch.

Was will die Lady?

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