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Chapter 5 by Selenar Selenar

Wann kommt sie endlich zurück?

Weiter durchs Haus gehen.

Ich gehe langsam den Flur entlang. Jeder Schritt knarzt auf dem alten Holz, als würde das Haus unter mir leise murren, und der Lavendel-Duft mischt sich mit dem frischen Hauch von Wäsche und Sonne – ein Geruch, der mich an vergangene Tage erinnert. An den Wänden hängen die alten Bilder: Familienfotos, Urlaubs-Aufnahmen, eine Collage mit Polaroids. Ich halte inne, schaue auf ein Bild von mir und meiner Tante am See, mein jüngeres, unbeschwertes Lächeln springt mir ins Auge. Für einen Moment fühle ich mich wieder wie damals, doch dann zieht mich die Gegenwart zurück.

Ich gehe weiter, vorbei an der alten Standuhr, deren Ticken wie ein stetiger Herzschlag klingt, und trete in den kleinen Waschraum. Der Raum ist erfüllt von dem schweren Duft von Waschmittel und warmem Dampf. Der Wäschekorb in der Ecke ist halb voll – bunte Stoffe, Handtücher, ein gefaltetes T-Shirt. Ich will mich schon abwenden, als mein Blick auf etwas fällt, das meinen Atem stocken lässt.

Ein schwarzes Dessous ragt heraus, ein zartes Stück Spitze – ein BH, der ihre Formen erahnen lässt, und ein Tanga, der ihre Hüften umschmiegen muss wie eine zweite Haut. Die Stoffe schimmern im schwachen Licht, die feinen Nähte zeichnen sich ab, und ich weiß sofort: Das gehört Bella. Meiner Tante. Warum bringt sie so etwas ins Elternhaus? Versteckt sie hier ein Geheimnis, etwas Verbotenes? Mein Herz schlägt schneller und ich spüre, wie mein Körper reagiert, eine Spannung, die sich tief in mir ausbreitet. Ich stelle mir vor, wie sie darin aussieht – ihre Haut glänzend nach dem Yoga, die Spitze über ihre Brüste gespannt, ihre Bewegungen, die mich locken. Mein Atem wird schwer, und für einen Moment male ich mir aus, wie sie mich ansieht, ihre Augen voller Wärme und Sehnsucht.

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Meine Hände zittern leicht, und ich kämpfe gegen den Drang, es zu berühren, den Stoff zu fühlen. Doch dann höre ich das Klirren von Geschirr aus der Küche – sie ist da, so nah.

Max! Der Eistee ist fertig!“ Ihre Stimme lässt mich zusammenzucken, und ich atme tief durch, meine Stimme rau, als ich rufe: „Komme gleich!“

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