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Chapter 2 by Daemony Daemony

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Vorstellung Renate Dobler

Originalcharakter von Meister U.

Renate ist Referendarin im Schuldienst, die im Unterricht bei Theo ein Referat zum Thema 'Religion und Sexualität – ein Spannungsfeld' halten will. Stets hochgeschlossen gekleidet, moralisch korrekt und jedes anstößige Verhalten tadelnd ist sie das Musterbeispiel einer verklemmten, asexuellen jungen Frau.

Doch tief verborgen hegt sie Fantasien von Unterwürfigkeit und Hingabe. Eines nachts von ihren Sehnsüchten überwältigt schreibt sie eine Einverständniserklärung, in der sie Theo erlaubt, alles mit ihr zu tun: "Meine Jungfräulichkeit gehört Dir. Nimm sie mir. Fick mich rücksichtslos. In jedes Loch. So tief und hart Du willst. KEINE GRENZEN: Kein Safe-Word. Ich meine es ernst. Nicht Aufhören, bevor DU fertig bist."

POV Dobler, Originaltext von Papas_Liebling:

Ich bin nicht wie sie. Ich setze mich nicht auf alte, schwitzende Lehrer drauf wie auf einen bequemen Barhocker. Ich bin nicht die, die Kommandos gibt, während sie breitbeinig im Ledersessel hockt, als gehöre ihr die Welt. Ich bin nicht… so.

Ich bin Renate Dobler. Studienrätin auf Probe. Bluse hochgeschlossen, Lippen dezent geschminkt, Stimme fest. Ich duze niemanden. Schon gar keine Schüler. Ich lache leise und hinter vorgehaltener Hand. Ich korrigiere fragwürdige Formulierungen mit rotem Stift am Blattrand. Ich erkläre Begriffe wie Nächstenliebe mit neutraler Miene und verschränkten Armen. Ich…

… ich knie am Boden.

Ich knie am Boden, während meine Strumpfhose am Knie aufgescheuert ist, mein Rock schief sitzt und meine Haare irgendwie – ich will nicht drüber nachdenken. Und sie – sie – sitzt da mit diesem entwaffnenden, unverschämten Lächeln, das mehr Durchschlagskraft hat als jede disziplinarische Maßnahme. Sie spricht. Ich schweige. Sie beherrscht. Ich gehorche.

Und Theo? Der Mann, der mir eben noch stammelnd erklären wollte, was seine E-Mail bedeuten sollte, der sich beim Gedanken an meinen Vortrag über Sexualität die Brille zurechtrückte, als hätte sich seine ganze Moral daran aufgehängt – er steht da. Entblößt. Offengelegt. Und atmet schwer. Sichtlich erregt. Ein Mann kann das nicht verbergen, wenn er nichts mehr an hat.

Ich? Ich bin nicht erregt. Natürlich nicht. Ich habe mich im Griff. Ich hatte mich immer im Griff.

Aber da ist dieses Brennen. Ganz tief. Nicht außen. Innen. Unten. Da ist etwas, das in dunklen Ecken meiner Gedanken herumlungerte, wo es niemand sah. Ich habe es ignoriert. Wegrationalisiert. Mit feministischer Theorie überdeckt und durch Leistung ersetzt. Es ist… das Ding, das mich warm und feucht werden lässt, wenn jemand „halt still“ sagt. Wenn jemand fest zugreift. Wenn jemand nicht fragt, sondern befiehlt. Wenn ich **** mehr habe.

Nur… sollte das nicht jemand sein, der Autorität hat? Jemand wie Theodor?

Aber sie? Marie Lehnert? Ein Schülerin, die eigentlich meiner Autorität unterstehen sollte. Sie nimmt sie sich einfach, als sei es das Natürlichste auf der Welt. Dabei interessiert sie sich eigentlich gar nicht für mich. Für sie bin ich Staffage. Eine Randfigur in ihrer Inszenierung. Ich bin nur Deko. Eine Fußnote. Ich bin… funktional. Nützlich, so lange ich spure.

Aber genau das ist es, was dieses Ding in mir noch mehr aufstachelt. Diese offenkundige Missachtung. Die Verachtung, die aus jedem geschnaubten Atemzug strömt. Die Demütigung, vor ihr knien zu müssen. Ihre Rücksichtslosigkeit. Ihre Unverfrorenheit, sich zu nehmen, was sie will. Ohne Angst, dabei zu stürzen. Ohne Scham. Das ist es, wovon ich geträumt habe, in Nächten, in denen ich nicht schlafen konnte, weil mein Kopf zu voll war und mein Körper zu leer.

Ich senke den Blick. Nicht aus Schwäche. Sondern um mich zu schützen. Ich darf nicht riskieren, dass jemand sieht, was da in mir brodelt. Was da wächst. Etwas, das bald nicht mehr unter Kontrolle ist.

Noch hält die Schale. Noch. Aber ich weiß, es wird nicht mehr lange dauern, bis sie bricht.

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