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Treffen mit den Nachbarn II
Yoshiko führte ihn die Treppen hoch, vorbei an den Zimmern der drei Töchter und denen der beiden Frauen.
Während er der hübschen Japanerin folgte, kam er wieder einmal nicht umhin, sich zu fragen, warum sie ihr Leben so verbrachte wie sie es tat. Warum hatte sie sich mit nicht einmal 20 dazu entschieden alle Ambitionen und Zukunftsaussichten in die Tonne zu treten, ihr Heimatland zu verlassen und ihr gesamtes Leben einem Fetisch unterzuordnen? Wie konnte es sein, dass sie nicht einmal die einzige in diesem Haus war, die so etwas tat? Ob man so glücklich sein konnte?
Sein Sinnieren wurde je unterbrochen, als Yoshiko an der Tür des Hausherren klopfte.
“Wer stört?”
"Herr Roth will euch sprechen.”
Ein dumpfes Geräusch kam von der anderen Seite.
“Mach auf!”
Christian wartete darauf, dass Yoshiko dem Befehl nachkam, diese rührte sich aber nicht. Kurz bevor er selbst nach dem Griff greifen konnte, begann sich die Tür langsam zu öffnen.
Naledi trug nichts als ein Handtuch um die Hüften und ein Stoffband, das kaum mehr als die Nippel ihrer vollen Brüste verdeckte.
“Was kann ich für den Herrn Bürgermeister tun?” fragte der Mann der wie ein Pascha in seinem Bett lag.
Die Verachtung, die ihm von dem älteren Mann entgegen schlug, ignorierte Christian mit mittlerweile geübter Leichtigkeit.
“Es gab ein kleines Ärgernis. Saya versuchte das Auto auszuparken und es kam zu einer Kollision. Der Schaden ist minimal und ihr geht es gut. Aber was mich interessiert ist, warum ein Mädchen ohne Führerschein für dich zum Einkaufen fahren sollte?”
Udo Liebmann erhob sich aus dem Bett. Die Wut stand ihm ins Gesicht geschrieben. Selbst mit seinen sechzig Jahren war er noch eine imposante Figur, 1,87 m, fast hundert Kilo, das meiste Muskeln.
“Die Schlampe hat mein Auto angesetzt? Wo ist sie?” Er baute sich vor Christian auf.
“Das tut nichts zur Sache. Warum ist sie gefahren?” Christian wich nicht zurück.
Udos Hand schoss nach vorne, packte und hob Christian am Hemd hoch.
“Jetzt hör Mal zu, du möchtegern Gutmensch, das ist mein Auto und meine Tochter und du wirst mir jetzt sagen, wo sie ist. Warum sie gefahren ist, werde ich schon aus ihr rausprügeln."
Christian versuchte vergeblich ebenso finster drein zu schauen wie der Hausherr. Auch seine Versuche, die Hand seines Widersachers zu lösen, waren wirkungslos.
“Glaub nicht, dass du mich einschüchtern kannst, denn das einzige, was du mit Gewaltdrohungen erreichst, ist ein Besuch der Polizei.”
“Ich handhabe die Erziehung meiner Tochter, wie ich es für richtig halte!"
Yoshiko Schritt ein, bevor die Auseinandersetzung physisch werden könnte.
“Ich bitte um Verzeihung Meister. Ich werde die volle Verantwortung für das Versagen meiner Tochter übernehmen.”
Udo sah Yoshiko einen Moment lang nachdenkend an und nickte, er stieß Christian raus aus dem Zimmer. Wieso Naledi an sich um alles weitere zu kümmern und zog die Tür zu. Sekunden später drängten Geräusche durch die Tür, die wenig Zweifel daran ließen, was gerade mit Yoshiko geschah.
Als Christian das Nachbarhaus verließ, fühlte er sich miserabel und selbst als er abends zu Bett ging, waren seine Gedanken noch verstreut.
Er hoffte inständig, dass Tanja zu helfen, ihn am nächsten Tag auf andere Gedanken bringen würde. Den Tag darauf wäre dann der erste Arbeitstag nach seinem Urlaub.
#######
Derweil in Bad Krozingen. Es ist schon tief in der Nacht.
"Danke, dass du mit mir morgen bei Tanja hilfst. Du bist der beste.”
Sonja teilte Jochen einen innigen Kuss mit ihrem Freund und drehte sich dann weg zum schlaffen.
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