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Chapter 9 by Selenar Selenar

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Sturm der Wahrheiten

Der Sturm tobt unvermindert weiter, ein wildes Heulen, das durch die Ritzen des Hauses pfeift. Die Kerze auf dem Tisch flackert, wirft tanzende Schatten auf Bellas Gesicht, während sie mit angezogenen Beinen auf der Couch sitzt, ihr Blick spielerisch, aber wachsam. Meine nackten Füße fühlen sich seltsam auf dem Holzboden an, und ich spüre immer noch die Wärme in meinen Wangen von ihrer ersten Pflichtaufgabe. Doch jetzt bin ich dran, und die Spannung zwischen uns knistert wie der Blitz draußen.

„Okay, Bella,“ sage ich, lehne mich vor und stütze die Ellbogen auf die Knie, um ihren Blick festzuhalten. „Wahrheit oder Pflicht?“

Sie tippt sich mit einem Finger ans Kinn, als würde sie ernsthaft nachdenken, aber das schelmische Funkeln in ihren Augen verrät sie. „Wahrheit,“ sagt sie schließlich, ihre Stimme weich, aber mit einem Hauch von Neugier, als wolle sie sehen, wie weit ich gehe.

Ich grinse, froh, die Kontrolle zu haben, zumindest für diesen Moment. Meine Gedanken rasen, suchen nach einer Frage, die sie ein wenig aus der Fassung bringt, so wie sie es bei mir getan hat. Dann fällt es mir ein – etwas, das mich schon länger beschäftigt. „Warum machst du dein Yoga immer in unserem Elternhaus und nicht bei dir zu Hause?“ frage ich, meine Stimme ruhig, aber neugierig. „Ich meine, du hast doch genug Platz in deiner Wohnung, oder?“

Bella blinzelt, überrascht von der Frage, und für einen Moment scheint sie tatsächlich nachzudenken. Sie lehnt sich zurück, zieht die Knie enger an sich, und ihr Blick wandert kurz zur Decke, bevor er wieder zu mir zurückkehrt. „Das ist… eine gute Frage,“ sagt sie langsam, und ich merke, dass sie ihre Worte sorgfältig wählt. „Ehrlich gesagt, es ist nicht nur wegen des Platzes. Euer Elternhaus hat diese… Atmosphäre. Es fühlt sich nach Zuhause an, nach Geborgenheit. Meine Wohnung ist toll, aber sie ist irgendwie steril, weißt du? Bei euch im Garten, mit dem alten Apfelbaum und dem knarzenden Holzboden im Wohnzimmer… da kann ich abschalten. Es ist, als würde ich für einen Moment alles andere vergessen.“

Sie macht eine Pause, und ihre Augen werden weicher, fast ****. „Und vielleicht…“ Sie zögert, ein kleines Lächeln spielt um ihre Lippen. „Vielleicht mag ich es auch, weil ich weiß, dass du manchmal da bist und mich mit diesem neugierigen Blick beobachtest.“ Sie lacht leise, aber ihre Worte treffen mich wie ein Blitz. Mein Herz schlägt schneller, und ich spüre, wie mir die Hitze ins Gesicht steigt.

„Okay,“ sage ich, räuspere mich und versuche, die Fassung zu bewahren. „Gute Antwort.“ Ich grinse, obwohl mein Kopf mit ihren Worten ringt – besonders mit diesem letzten Teil. „Du bist dran.“

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Bella lehnt sich vor, ihre Augen glänzen im Kerzenlicht. „Wahrheit oder Pflicht?“ fragt sie, und ich weiß, dass das Spiel gerade erst richtig anfängt.

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