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Chapter 23
Tut sie, was er will?
Sina gibt auf - vorerst
Sina wollte nicht mit ihm mitgehen. Und schon gar nicht wollte sie noch mehr Fotoaufnahmen von sich machen lassen. Die Bilder auf seinem Handy waren schon schlimm genug. Wenn die irgendjemand aus ihrer Schule sehen würde, könnte sie dort niemandem mehr unter die Augen treten. Und schon der bloße Gedanke, dass ihre Eltern davon erfahren könnten, sorgte dafür, dass ihr übel wurde. Notgedrungen sah sie ein, dass sie tun musste, was er verlangte. Sie sammelte die Wäschestücke ein, die sie anprobiert hatte, und ließ sich eine Treppe hinab in den Keller führen. Sie mühte sich, keinen Widerstand mehr zu zeigen. Die Alternative wagte sie nicht, sich auszumalen. Noch immer schmerzte ihr Oberarm von dem brutalen Griff seiner Pranken. Sie hatte kapiert, dass er ihr bedenkenlos noch mehr weh tun würde, um seinen Willen durchzusetzen. Mit hängendem Kopf trabte sie neben ihm her.
Wie hatte es nur soweit kommen können, fragte sie sich. Im Hotel war er noch so nett gewesen und sein Angebot, mit ihr in eine Bücherei zu gehen, hatte sie davon überzeugt, dass er nichts Böses im Sinn hatte. Menschen, die Bücher liebten, konnten doch gar nicht böse sein, oder? Wenn sie ehrlich zu sich war, hatte es auch ein wenig gekribbelt, plötzlich und zum ersten Mal das Interesse von einem erwachsenen Mann zu spüren. Von einem so attraktiven noch dazu. Das war ziemlich aufregend gewesen. Und mit ihm hinaus in die Nacht zu gehen, hatte wie ein kleines Abenteuer geklungen. Er hatte derart selbstbewusst und überzeugend gewirkt, dass sie sogar nichts Falsches darin gesehen hatte, nur mit dem dünnen Pyjama bekleidet in die Öffentlichkeit zu gehen.
Unterwegs hatte sie dann schon bemerkt, dass er nicht harmlos sein konnte. Die Reaktionen der Passanten hatten Scheu und teilweise Angst gespiegelt. Doch anstatt dadurch gewarnt zu werden, war Sina froh darüber gewesen, weil es ihr ein Gefühl der Sicherheit vermittelte. Immer enger hatte sie sich an ihn geschmiegt und sich vollkommen auf ihn verlassen. Sogar ein bisschen wichtig war sie sich vorgekommen. Noch nie hatte sie soviel Aufmerksamkeit bekommen.
Als sie dann im Laden ankamen, hatte sie sich von den Büchern ablenken und blenden lassen. Damit war sie freiwillig in eine Falle gelaufen, aus der sie nun nicht mehr entkommen konnte. In der Rückschau war ihr das klar geworden. Aber was hätte sie tun können? Was konnte sie jetzt noch tun, um zu entkommen?
Nichts. Ihr wollte nichts einfallen. So spielte sie erst mal mit. Zumindest so lange, bis sich ein Ausweg zeigte. Und dann ...
Ja, was dann? Sie hatte keine Idee, was sie tun sollte. Im Augenblick war sie von der ganzen Situation einfach komplett überfordert.
Um sich zu beruhigen und von ihrer schrecklichen Lage abzulenken, dachte sie an etwas, was ihr vertraut war, mit dem sie sich auskannte. Bücher. Was sonst?
Oben im Laden lag noch immer das dicke Buch, das er ihr geschenkt hatte. Sie war sich nicht mehr sicher, ob sie es tatsächlich mitnehmen konnte. Je nachdem, wie sie aus dieser Klemme herauskäme, müsste sie es vielleicht zurücklassen. Das wäre schade, sie würde es wirklich gerne lesen. Obwohl es ihr inzwischen klar war, dass es ein Köder war, auf den sie angebissen hatte, wollte sie es trotzdem haben. Neue Bücher waren unwiderstehlich für sie. Und dieses war ganz und gar neu.
Was hatte Charlie gesagt? Es wäre ein Sammelband mit Geschichten, wie Sina sie in den dünnen Heftchen gefunden hatte. Die waren so ungewohnt und gleichzeitig aufregend gewesen. Eine geradezu morbide Neugier hatte sie gepackt gehabt und dafür gesorgt, dass sie die Texte praktisch verschlungen hatte. Ebenso unerwartet war ihre eigene Reaktion auf den Lesestoff gewesen. Ihr war heiß geworden. Und seltsamerweise stellte sie danach fest, dass ihr Höschen nass geworden war. Wie peinlich! Bei der Erinnerung daran, stieg ihr schon wieder die Röte ins Gesicht.
Bei all dem Nachdenken hatte sie ihre Umgebung nur noch beiläufig wahrgenommen. Doch als ihr Begleiter plötzlich stehenblieb, kehrte ihre Aufmerksamkeit zurück. Was war hinter der Tür, zu der er sie geführt hatte?
Wohin führt Charlie sie?
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Die Klassenfahrt zur Reeperbahn
Eine Mädchenklasse landet statt im Hotel in einem Bordell
Eine Mädchenklasse landet auf der Klassenfahrt in einem Bordell auf der Reeperbahn.
Updated on Jun 2, 2026
by Callisto
Created on Dec 20, 2001
by MACC
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