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Chapter 27 by daimon daimon

Wird Sandras Überraschung Simone überzeugen?

Simones erster Kunde (22. März)

Simone schaute sie erwartungsvoll an und fragte:

„Was ist denn das Beste?“

„Der Kunde hat uns beide gebucht. Er kennt mich von früher und konnte Juliettes Angebot eines Schwesternficks nicht widerstehen.“

„Schwesternfick? Aber du …“

„“Ich was? Ich bin keine Hure mehr? Einmal Hure, immer Hure. Außerdem kann ich so mein Schwesterchen unterstützen.“

Später, als sie nach vielen Jahren im horizontalen Gewerbe und mehreren Ausbruchsversuchen schmerzhaft gelernt hatte, was ‚Einmal Hure, immer Hure‘ bedeutete, sollte Simone noch oft an dieses Gespräch zurückdenken.

An jenem Nachmittag war sie einfach zu erregt für irgendwelche klaren Gedanken. Auch, dass sich ihre Schwester inzwischen zwischen ihre Beine begeben und ihre ungemein gelenkige Zunge in ihre Spalte getaucht hatte, war einer vernünftigen Entscheidungsfindung abträglich.

Als Sandra sich den feuchten Tatsachen ihrer Schwester widmete, war sie sich sicher, dass die Würfel längst gefallen und sie heute Abend einen gemeinsamen Termin bei Simones erstem Kunden haben würden.

Später standen die beiden Frauen in den obligaten schwarzen Abendkleidern vor dem großen Spiegel im Flur von Simones Wohnung. Dezent geschminkt, sorgfältig frisiert und – soweit es Simone anging – mit weichen Knien, unterwarfen sie ihre Erscheinung einer letzten Kontrolle.

„Zum Glück haben wir dir das Kleid besorgt. Die Unterwäsche geht eigentlich gar nicht für so einen Kunden. Gleich morgen gehen wir shoppen.“

Vor der Haustür erwartete sie ein Chauffeur, der sie zu einer schwarzen Limousine begleitete. Dann flitzten sie durch die Stadt und hielten vor einem der besten und teuersten Hotels, die München zu bieten hatte.

Wie in Trance folgte Simone ihrer Schwester zur Reception, wo diese eincheckte, dann gingen sie zum Lift und fuhren in die fünfte Etage. Über einen weichen Teppichboden ging es durch den Flur. Als die Türe Sandras Schlüsselkarte gehorchte und sie die geräumige Suite betraten, wurde Simone langsam bewusst, worauf sie sich da eingelassen hatte.

Von einem Abenteuer hatte Sandra gesprochen. Simone hatte Angst, war aber auch neugierig und, man mochte es nach diesem Nachmittag kaum glauben, schon wieder ziemlich geil.

Simone prallte fast gegen einen Schrank von einem Mann, der ihnen gemeinsam mit einem ähnlich gebauten Kollegen den Weg versperrte.

Sandra reichte diesem mit einer Selbstverständlichkeit ihre Handtasche, die zeigte, dass dieses Procedere für sie nichts Ungewöhnliches war. Simone folgte ihrem Beispiel und überreichte dem südländischen Narbengesicht ihre Clutch. Die ungelenken Bewegungen des in seinen Anzug gepressten Mannes passten so gar nicht zum agentenhaften Getue. Das Ganze hatte etwas Bedrohliches, war aber auch auf eine groteske Art komisch.

Die Männer stellten die Taschen neben sich auf den Boden und traten noch näher an die Frauen heran. Als sie ihre Arme ausstreckten und Simone gerade noch ‚Leibesvisitation, das kann doch alles gar nicht wahr sein,‘ dachte, dröhnte eine Stimme aus dem Hintergrund:

„Ahmed lass den Blödsinn. Wo sollen sie denn bei diesem engen Fummel Waffen verstecken?“

‚Ah, ein paar Gramm Hirnmasse mehr! Das dürfte der Chef sein,‘ dachte Simone und versuchte an dem Muskelpaket, das wie erstarrt vor ihr stand, vorbeizuschauen.

Die Bodyguards griffen sich – warum auch immer - gleichzeitig an die auffällig unauffälligen weißen Knöpfe in ihren Ohren und traten zur Seite.

„Meine Damen, bitte entschuldigen sie meine Gorillas. Sie können sich gar nicht vorstellen, wie schwierig es ist, gutes Personal zu bekommen.“

Das Klischee eines Paschas lümmelte in einem Sofa, dessen Dimensionen seine kugelige Gestalt noch kleiner wirken ließen. Er trug eine Art Morgenmantel aus bunter Seide, der lässig von seinen Schultern hing. Er hatte den Gürtel, offenbar in Erwartung des Damenbesuchs, bereits geöffnet. Den neugierigen Blicken Simones boten sich allerdings außer üppiger Körperbehaarung lediglich ein paar Speckfalten, die seine Männlichkeit verbargen.

So sah also ihr erster Kunde aus.

Kann sich Simone überwinden?

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