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Chapter 15

What's next?

Silvia macht das klar

Als Scheibner zurück in die WG kommt, sitzt Silvia nackt auf dem Sofa und lässt sich von Chloe und Clodette, die sich von links und rechts an sie kuscheln, streicheln. Die Röte auf den Wangen der Zwillingen kommt nicht nur davon, dass sie erhitzt oder erregt wären. Scheibner kann auch die Abdrücke flacher Hände erkennen. Silvia sieht zwischen ihnen sehr selbstzufrieden aus.

"Na, das ging aber schnell", begrüßt sie den Vermieter und grinst spöttisch. Der rosa Mädchenslip, den er bei sich trägt, scheint eine eindeutige Botschaft zu senden.

"Nein, im Gegenteil, ich lasse uns alle Zeit der Welt. Und jetzt ist dein Einsatz gefragt."

"Ach?" Sie zieht eine Augenbraue hoch.

"Ja. Sie möchte mit dir reden. Ich dachte, warum nicht? Du hast sie ja schon dazu gebracht, hier einzuziehen. Dann kannst du sie sicher auch dazu bringen, mich heute noch ran zu lassen."

"Schafft ihr denn gar nichts alleine, ihr alten, geilen Säcke", meint sie frech. Der ironische Unterton zeigt Scheibner deutlich, dass sie es nicht ernst meint.

"Super, danke dir schon mal. Du hast was gut bei mir."

"Okay. Ich werde dich bei Gelegenheit dran erinnern."

Sie steht auf, angelt ihre Hotpants und das Shirt vom Boden, schlüpft hinein und geht locker in Richtung Apartment. Scheibner schnappt sich seine eigene Hose, die über einem Stuhl hängt, und zieht sein Mobiltelefon raus. Dann setzt er sich und ruft die Adresse des Servers auf, wo die Daten der versteckten Kameras gespeichert sind, und geht in die Live Ansicht. "Wollt ihr mit schauen?", fragt er in Richtung der Zwillinge.

Die lassen sich das nicht zweimal sagen. "Mais, oui." - "Abär sischä."

Silvia geht direkt in Yasemins Schlafzimmer. Barfuß verursacht sie auf dem weichen Teppichboden so gut wie kein Geräusch, so dass die Bewohnerin sie gar nicht hereinkommen hört. Die Neumieterin steht am Fenster und schaut hinaus. Sie trägt obenrum nur noch einen schlichten weißen BH. Von der Hüfte abwärts ist ihre Figur durch den langen Rock verborgen. Eigentlich hat sie keinen Grund, sich zu verstecken, denkt die Beobachterin. Sie sieht doch gut aus. Ein wenig füllig vielleicht, aber weich und rund an den richtigen Stellen.

Yasemin erschrickt, als sich unerwartet eine Hand auf ihre Schulter legt. Sie wirbelt herum und will dem vermeintlichen Eindringling eine Ohrfeige geben. Da erkennt sie Silvia und kann den Schlag im letzten Augenblick stoppen.

"Ho ho, nur mal langsam mit den jungen Pferden. Was ist denn los? Frank meinte, du möchtest mit mir sprechen."

"Ähm, ja." Es fällt ihr sichtlich schwer, auszudrücken, was sie bewegt. Sie wendet sich wieder ab und sieht nach draußen ins Leere. "Ich fürchte, ich habe einen großen Fehler gemacht. Ich habe nicht wirklich verstanden, was die Konsequenzen sind, als ich den Mietvertrag unterschrieben habe. Ich komme da jetzt nicht mehr raus. Das habe ich kapiert. Aber ich verstehe nicht, wie ihr anderen Mädchen das machen könnt. Mit den Vermietern schlafen, meine ich."

Silvia lehnt sich von hinten an sie und umarmt sie zärtlich. Dann beginnt sie leise zu sprechen. "Ich denke, es ist eine Frage der Einstellung. Ich sagte dir ja schon vorhin im Büro, dass es für mich eher ein Bonus ist. Keine Pflicht, ein Vergnügen. Du solltest versuchen, das ebenso zu sehen."

Yasemin bleibt skeptisch. "Aber zu Sex gehört doch mehr. Man sollte den Partner doch lieben. Oder zumindest verheiratet sein."

"Ich glaube, da steckst du in veralteten Vorstellungen fest." In der Stimme der Erfahreneren schwingt nun ein leichter Tadel mit. "Man kann Sex auch einfach haben, weil es Spaß macht. Auch als Frau. Gerade als Frau. Wir müssen endlich aus dem patriarchalischen Rollenbild ausbrechen, das uns als Heimchen am Herd und jederzeit willige Gattin des allmächtigen Herrn in Haus definieren will. Das Wichtigste ist doch, dass wir auf uns selbst achten."

"Das sind doch Wunschträume. In Wirklichkeit erwartet man von uns, dass wir bis zur Heirat keusch bleiben und danach unserem Mann gehorchen." Sie schüttelt zweifelnd den Kopf.

Da hakt Silvia ein. "Aber du hattest doch schon zweimal Sex. War's denn nicht schön?"

Die Kleine schnaubt verächtlich. "Für die beiden schon."

"OK. Ich sehe schon, du brauchst ein bisschen Nachhilfe. Lass mich mal anfangen. Und ganz, ganz wichtig: Sage mir oder zeige mir, was dir gefällt und was DU möchtest."

Die Blonde streicht mit ihren Händen über die Schultern der vor ihr Stehenden und wandert dann langsam tiefer. Yasemin schnurrt und schmiegt sich eng an sie. Doch als sie eine Berührung an ihren Brüsten spürt, versteift sie sich.

"Ich bin doch nicht lesbisch", erklärt sie.

"Ich ja auch nicht", lacht Silvia verhalten und fährt fort mit den Liebkosungen.

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