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Chapter 29
by
PPixie
Gibt es noch einen Ausweg für Katrin?
Sie hat noch eine Chance
Berat hat kein Wort gesagt, aber seinem starren Blick ist der Zorn deutlich anzumerken. Katrin kennt ihn zwar erst kurze Zeit, doch sie spürt sofort, dass etwas nicht in Ordnung ist. Ihre Antwort war falsch, das ist ihr klar, aber sie weiß nicht, warum. Diese kleine Bitte an ihn – was änderte es für Berat, ob ihre Eltern die für sie schockierenden Aufnahmen kennen oder nicht? Aber für sie, Katrin, ändert es so viel, denn bei allem Zwist, bei allen unausgesprochenen Vorwürfen hielte sie es für undankbar, ihre Eltern völlig unvorbereitet mit einem Scherbenhaufen ihrer Erziehung zu konfrontieren. Ein so offener, brutaler Bruch ist doch gar nicht notwendig, denkt sie. Wozu sollte der denn gut sein?
Allein Berats vielsagende Miene zeigt ihr, dass sie bei ihm einen ganz, ganz wunden Punkt berührt haben muss. In ihrem Kopf rattert es. Wie kann sie ihn aus dem seelischen Abgrund wieder herausholen, in den sie ihn wohl gestoßen haben muss? Ob sie ihm vorsichtig an den Schwanz geht, um ihm einen zu blasen? Oder sollte sie ihm noch einmal sagen, wie sehr sie ihn liebt?
Schließlich rät ihr die weibliche Intuition zu etwas anderem. Sie sagt: „Dann gib mir halt die Aufnahmen, und ich werde sie ihnen selbst zeigen.“
Damit gelingt es ihr tatsächlich, ihren Freund zu überraschen, stellt er doch fest, dass Katrin sich nicht einfach fügen mag, sondern gewillt ist, selbst in die Offensive zu gehen, um das Problem in seinem Sinne aufzulösen. Doch die Enttäuschung sitzt immer noch tief: „Es geht gar nicht um die Aufnahmen. Du stellst deine Eltern über mich. Das ist so bitter. Du kannst nicht beides haben.“
Katrin versteht nicht: „Aber warum nicht? Sie haben mich schon gebeten, dich ihnen vorzustellen. Sie müssen ja nicht alles wissen, und dann könnten sie dich doch akzeptieren.“ Da entgegnet Berat ihr trocken: „Deine **** wird es niemals akzeptieren, dass ich dich meinen Freunden anbiete. Sie wird unsere Verbindung niemals tolerieren. Genauso wenig wie meine ****.“
Der letzte Satz durchzuckt Katrin. „Deine ****? Du würdest mich nehmen, auch wenn deine **** dagegen wäre?“ – „Ich hatte den Gedanken. Aber ich war davon ausgegangen, dass ich dir auch so viel wert bin, wie du mir. Und das bin ich nicht, das weiß ich ja jetzt.“ – Dem Mädchen stehen die Tränen in den Augen, während Berat weiterredet: „Du brauchst einen langweiligen Ehemann, der morgens ins Büro geht und abends vor dem Fernseher sitzt. Ich bin ein Mann, der ein Mädchen umso höher schätzt, je mehr Männer es befriedigt. Mir gefällt eine Frau, wenn es rund um die Uhr niemals passiert, dass sie kein Sperma in sich und an sich hat. Das ist der Unterschied zwischen uns.“
Katrin versteht die Worte, aber in ihrer Aufregung kann sie nicht weiter darüber nachdenken. Sie weiß ja schon, dass für Berat intensiver Sex wichtiger ist als für andere und dass er darin sehr weit geht. Das findet sie nicht ungewöhnlich, sondern es macht ihn für sie nur noch interessanter, und so hat sie sich längst dafür entschieden, diese neue Welt mit ihm kennenlernen zu wollen. Dass die letzten drei Sätze ihres Freundes eigentlich noch weit über das ihr Bewusste hinausgehen, nimmt sie kaum wahr. Scheinbar hat er ihr damit gar nichts Neues gesagt. Dabei meint er es wortwörtlich genauso, wie er es formuliert hat. Ihm kann eine Frau nur imponieren, wenn sie täglich mehr Schwänze entsaftet als die fleißigste seiner Nutten. Er sagt es ihr ganz offen, aber sie nimmt es kaum wahr.
Stattdessen antwortet Katrin leise: „Ich weiß doch… und ich liebe dich dafür. Ich will doch so sein, wie du es dir wünschst, und weißt du…“ Sie muss kurz über ihren nächsten Satz nachdenken, mit dem sie ihrem Freund zeigen will, dass sie nicht an sich, sondern immer an ihn denkt. „Gestern Abend bin ich von der Rezeption auf ein Zimmer geschickt worden, da war ein Mann, der mit Frau und Tochter bei uns am Nachbartisch speist. Die Kleine ist total süß und ich glaube, sie würde ganz gern wilde Abenteuer erleben. Ich weiß nicht, wie alt sie ist, sie sieht viel jünger aus als ich, aber sie schminkt sich wie ein Pop-Sternchen. Da hab ich gedacht, ich geb dir einen Tipp, vielleicht könnte sie dir gefallen. Ich hab nicht an Eifersucht gedacht, sondern dass ich mich einfach freue, wenn du eine andere fickst, so wie du dich freust, wenn ich andere Männer habe. Weil es mir von Anfang an imponiert hat, wie du bist, und weil ich dich liebe.“
„Ich glaube, ich weiß, wen du meinst“, lässt Berat erkennen, „sie heißt Janita, richtig?“ Katrin nickt; genau den Namen hat sie gehört, als die Mutter ihre Tochter am Büffet fragte, ob diese Rührei oder lieber ein gekochtes haben wolle. Berat erklärt: „Der Mann von der Rezeption hat mich schon auf sie hingewiesen. Wenn du mir hilfst, sie zu bekommen, dann wüsste ich, dass du es ehrlich meinst.“ Katrin hält sich an seinem Arm fest, während er konkreter wird: „Meinst du, du kannst dich mit ihr anfreunden? Ich habe einen Cousin, Alkan. Er ist der perfekte Loverboy, und er spricht auch Deutsch. Wenn du dich mit ihr anfreundest, dann habt ihr beide einen türkischen Freund, wir machen ein paar Sachen gemeinsam, und dann wird alles gut.“
Die 18-Jährige nickt. Der Plan gefällt ihr. Sie stellt sich vor, wie das Mädchen vom Nebentisch die plötzliche Chance auf die Erfüllung heimlicher Lüste nicht auslassen wollen würde. Ganz leise meldet sich ihr Gewissen, in welche vorbestimmte Rolle sie die Kleine zu drängen helfen soll. Aber gleichzeitig macht es Katrin rattenscharf, sich auszumalen, dass es für das andere Mädchen ähnlich heftig werden würde wie für sie. Aus diesem Blickwinkel kann sie ihren Freund nur allzu gut verstehen.
Berat ist ein Mann, der immer sofort in die Zukunft denkt. So spinnt er seinen Plan noch weiter: „Die Aufnahmen sind egal. Ich fände es gut, wenn deine Eltern Bescheid wüssten, aber es ist wirklich egal. Du musst dich aber selber von ihnen lossagen. Sie müssen wissen, dass du freiwillig hier bleibst. Du bist volljährig und kannst das selbst bestimmen. Ich kann nicht zwei Mädchen gleichzeitig einfach verschwinden lassen, das fällt zu sehr auf. Ein Mädchen, das geht immer, aber zwei zugleich nicht. Wenn die Janita ohne Wissen ihrer Eltern hier bleibt, ist das ein lösbares Problem. Es passiert immer mal wieder, dass ein Teeny wegläuft. Aber dann darfst du nicht auch noch vermisst werden.“
Das ist für Katrin eine wirkliche Bewährungsprüfung. Ihren Eltern ins Gesicht zu sagen, dass sie nicht wieder mit nach Hause kommt – das wird eine harte Auseinandersetzung. Und eine Entscheidung mit Endgültigkeit. Doch Berat hat noch einen weiteren Punkt in seinem Plan: „Ich habe einen Freund, der ist Bauunternehmer. Große Baustellen mit mehr als hundert Arbeitern, die in Containern wohnen. Er unterstützt mich sehr, und deshalb schicke ich ihm eigentlich immer ein Mädchen, jeweils für ein paar Monate oder für ein Jahr, das die Männer dort ein wenig betreut, du weißt schon, wie… Aber jetzt ist seit zwei Monaten keine mehr dort gewesen, ich hatte kein Mädchen dafür frei. Ganz ehrlich, der Job ist ziemlich hart, aber als Wiedergutmachung könntest du das ruhig für mich tun, was denkst du? Wenn alles so läuft, wie wir es uns denken, würde ich dir die Janita mitgeben, dann kannst du ein Auge auf sie haben und sie nimmt dir Arbeit ab. Das wäre dann auch meine Entschädigung für meinen guten Freund, wenn er dann für eine Weile zwei Mädchen für die Männer hätte.“
Was bleibt Katrin anderes übrig, als zuzustimmen? Sie ist doch heilfroh, dass der von ihr vergötterte 30-Jährige ihr überhaupt noch eine Chance gibt. Härter als zumutbar wird es schon nicht werden, denkt sie, denn sonst würde er ihr das sicherlich nicht antragen. Und er hat ja recht: Zu zweit ist dieser Job leichter zu bewältigen als für ein Mädchen allein. Tatsächlich kribbelt es Katrin im Bauch, wie sie sich ausmalt, gemeinsam mit der süßen Janita für die vielen Männer dort da zu sein. „Mehr als hundert“, hat er gesagt. Ihre Unbekümmertheit erschreckt sie selbst ein wenig, aber doch ist sie fest entschlossen, weiter in Berats Welt vorzudringen.
Wird ihnen der Coup mit Janita gelingen?
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Updated on Feb 15, 2026
by MACC
Created on Jul 30, 2003
by MACC
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