Die Fahrt
Sabine Schilf analysiert ihre Situation
Dass Sabine Schilf die Klassenreise begleitet, ist blanker Zufall. Denn sie selbst unterrichtet in der Mittelstufe, hat mit der Oberstufe normalerweise nichts zu tun, allenfalls mal Aufsicht bei einer Klausur oder Krankheitsvertretung mit stiller Selbstbeschäftigung. Und Krankheitsvertretung ist auch die Ursache, dass sie nun für eine Woche einen Haufen volljähriger Schüler und Schülerinnen begleitet. Eine Situation, die sie durchaus in Versuchung führen könnte. Wobei sie auf Versuchungen hofft, denen sie nachgeben kann, denn wer weiß, wann sie wieder mal so engen Kontakt zu Schülern bekommt, die alle mindestens 18 Jahre alt sind.
Ja, sie ist verheiratet und hat eine sechsjährige Tochter, die die Tage in Mamas Abwesenheit mit Freude bei den Großeltern verbringt, die zum Glück nur ein paar Straßen weiter wohnen. Sabine Schilf muss schmunzeln, wenn sie daran denkt, wie sie immer für ihre Bilderbuchehe beglückwünscht wird. Ihr Mann ist 38 und mittlerweile im gehobenen Management einer bundesweit vertretenen Bank, weitere Beförderung nicht ausgeschlossen. Frau Schilf weiß, dass ihr Mann regelmäßig mit seiner Assistentin schläft und jedes Jahr sich eine im aktuellen Auszubildendenjahrgang sucht, die förderwürdig erscheint und dafür auch willig ihre Schenkel für ihn spreizt, sobald sie nackt ist. Bei Tagungen und Konferenzen liegt er auch nie allein nachts im Bett, oftmals mit rassigen Frauen von der Konkurrenz. Ihr Mann macht aber auch keinen Hehl draus, ist ihr gegenüber ehrlich, dass er fremdgeht – aus seiner Sicht alles berufsbedingt. Seit ein paar Monaten ist er für das Privatkundengeschäft verantwortlich, und auch da geht er hin und wieder mit einer solventen Kundin ins Bett, kürzlich mit einer 58-jährigen Blondine, die, sollten die Pressefotos wirklich aktuell sein, wie 38 aussieht, verheiratet, drei Kinder. Und die sich, wie ihr Mann andeutete, im Bett auch wie eine 38-Jährige verhält.
Sabine Schilf kennt das alles noch aus ihrem Elternhaus. Ihr Vater ist auch hochrangiger Manager, und auch bei ihm war und ist das Geschlechtsorgan ein anscheinend unverzichtbares Arbeitswerkzeug. Und sie kann damit leben, denn ihrem Mann geht es nur um Sex und beruflichen Erfolg, eine Beziehung will er nur mit ihr, seiner Ehefrau. Und verwöhnt sie immer noch nach den neun Jahren Ehe im Bett oft und gut, sie muss da auf nichts verzichten. Ihre Ehe verläuft unter den gegebenen Rahmenbedingungen gut. Und doch verspürt sie oft eine gewisse Leere in der Grotte zwischen ihren Beinen …
Ihr Mann hat ihr ja auch ausdrücklich erlaubt, sich ein junges agiles Schwänzchen zu suchen, um sich von dem verwöhnen zu lassen. Sie sieht gut aus, die Schüler fahren mehrheitlich auf sie ab, auch die eine und andere Schülerin. Nur blöd, dass in den Jahrgängen, die sie unterrichtet, kein Pimmel älter als 17 ist. Und es mit Minderjährigen zu machen, ist für sie ein No-Go. Allerdings nur aus juristischen Gründen. Sie liebt ihren Job und möchte ihn unbedingt behalten. Würde es aber eine Volksabstimmung geben mit dem Ziel, die Volljährigkeit von 18 auf 16 Jahre runterzusetzen, würde sie als Erste mit Ja stimmen.
Nun aber hat das Schicksal es gefügt, dass sie einen Haufen volljährige Oberstufenschüler begleiten darf auf diese einwöchige Klassenfahrt. Einen Teil von ihnen kennt sie noch aus der Zeit, als sie sie in der Mittelstufe unterrichtete. Und sie ist schon gespannt, mit wie vielen und welchen von ihnen sie in dieser Woche Sex haben wird. Da sie niemanden im Unterricht hat und niemand minderjährig ist, ist das Risiko überschaubar. Denn auch die andere Aufsichtsperson, Herr Böcker, ist kein Problem. Wenn man nicht thematisiert, wie er sich an gerade 18 gewordene knackige Schülerinnen heranwanzt, ist er sehr gut in der Lage, beide Augen zuzudrücken und gewisse Dinge, die er mitbekommt, dem Vergessen anheimfallen zu lassen.
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