Was denkt Lukas über Sonja?
Zweifel und Angst - von Lukas
Seit dem Abendessen mit Sonja ging mir alles durcheinander.
Als sie mich damals eingeladen hatte, war meine Freude riesig gewesen. Ich konnte es kaum glauben. Sonja — die Frau, die ich schon so lange heimlich mochte — wollte Zeit mit mir verbringen. Nur mit mir. Ich war den ganzen Tag davor nervös und gleichzeitig überglücklich. Als wir dann zusammen saßen, redeten und lachten, fühlte es sich richtig an. Besser als alles, was ich je erlebt hatte.
Aber danach kamen die Zweifel.
Und die kamen hart.
Sonja ist für mich eine absolute Traumfrau. Schön, klug, stark, selbstbewusst. Nach allem, was in jener Nacht passiert war, hat sie sich nicht zurückgezogen, sondern ist sogar aktiv auf mich zugekommen. Das macht sie noch beeindruckender.
Und genau das macht mir auch Angst.
Ich bin nicht der Typ, der Initiative ergreift. In Beziehungen war ich noch nie besonders aktiv. Ich war immer der Zurückhaltende, der Abwartende. Und jetzt habe ich riesige Angst, dass eine selbstbewusste, starke Frau wie Sonja mit jemandem wie mir nicht zufrieden sein wird. Dass sie irgendwann merkt, dass ich nicht der Mann bin, der sie wirklich verdient. Dass sie mehr braucht als das, was ich geben kann.
Seit zwei Wochen habe ich nichts von ihr gehört.
Keine Nachricht. Keine Einladung. Nichts.
Ich halte es kaum noch aus.
Jeden Tag im Büro, wenn ich sie sehe, lächle ich, versuche normal zu sein — aber innerlich sterbe ich fast. Ich will sie so gerne wiedersehen. Will mit ihr reden, sie besser kennenlernen, herausfinden, ob da wirklich etwas zwischen uns sein könnte. Aber ich traue mich nicht, den ersten Schritt zu machen. Die Angst, dass sie nur aus Höflichkeit ja gesagt hat oder dass sie inzwischen bereut, Zeit mit mir verbracht zu haben, ist einfach zu groß.
Will sie mich überhaupt noch?
Vielleicht war der Abend für sie nur ein netter Ausreißer. Vielleicht hat sie gemerkt, dass ich doch nur der ruhige, langweilige Kollege bin. Vielleicht hat sie schon genug von mir.
Ich liege nachts wach und denke ständig darüber nach. Mal bin ich voller Hoffnung, mal total verzweifelt. Mal denke ich: Ich sollte sie einfach fragen. Mal denke ich: Besser nichts riskieren, bevor sie mich endgültig ablehnt.
Die Ungewissheit frisst mich auf.
Und ich weiß nicht, wie lange ich das noch aushalte.
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