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Chapter 36 by daimon daimon

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Ein Gespräch mit der Staatsmacht (22. März)

„Und Mohamed, er ist …“

„Ja. Er wurde von einer Kugel tödlich getroffen. Wir müssen erst herausfinden, woher sie kam. Das gleiche Schicksal ereilte seinen Gast. Die beiden Bodyguards waren vernünftig genug, sich zu ergeben. Normalerweise würde ich ja meinen, dass es nicht schade um diese Verbrecher sei. In diesem Falle haben sie leider wichtige Informationen mit in die Hölle genommen.“

„Und wie geht es jetzt mit meiner Schwester und Mohameds … Firma weiter?“

„Na ja. Einer seiner Söhne wird übernehmen. Was ihre Schwester betrifft …“

Der Polizist blickte sie nachdenklich an. Wahrscheinlich überlegte er, wie sie zu ihrer Schwester stand. Dann setzte er fort:

„… sie ist eine mit allen Wassern gewaschene Anwältin. Wir wissen, dass sie für Mohamed arbeitet, können ihr aber nichts Illegales nachweisen. Sie brauchen sich also keine Sorgen zu machen. Ich nehme an, sie wird einfach so weitermachen wie bisher, nur für einen neuen Chef.“

„Ich wusste …“

Heller unterbrach sie mit einer Geste.

„Stopp. Sie sind keine Verdächtige, waren einfach zur falschen Zeit am falschen Ort. Ich glaube, ich kann ihnen auch die Sitte ersparen, zumindest dieses eine Mal. Wenn sie sich wirklich prostituieren wollen, sollten sie sich allerdings einen Deckel besorgen.“

„Vielen Dank!“

„Nichts zu danken! Vielleicht sieht man sich ja wieder einmal für ein Tänzchen. Natürlich nur, wenn ich nicht dafür bezahlen muss.“

Eigentlich mochte sie diesen melancholischen kleinen Mann. Die letzte Bemerkung hätte er sich allerdings sparen können, fand Simone.

„Alles Verhandlungssache,“ konnte sich Simone das letzte Wort nicht verkneifen.

Heller war aufgestanden und reagierte nicht weiter auf diese Bemerkung.

Sandra wartete im Hotelflur auf sie. Die verweinten Augen und ihr zerknitterter Eindruck zeigten, dass das Ganze nicht spurlos an ihr vorübergegangen war.

„Sandra, wie konntest du …“ brauste Simone auf

Die Angefahrene hob einen Finger an die Lippen und zischte:

„Nicht hier! Komm mit!“

Unsicher trottete Simone hinter ihr her in den Aufzug. Erst auf der Straße sprach sie ihre Schwester an:

„Es tut mir leid. Juliette hatte sich diesen ganz speziellen Test für dich ausgedacht. Sie wollte sehen, wie weit du gehen würdest.“

„Ich verstehe nicht, was das für ein Test sein soll. Ich hatte ja gar keine Möglichkeit, mich dafür oder dagegen zu entscheiden. Du hast mich einfach übertölpelt.“

„Juliette kennt Mohamed nicht so gut wie ich. Ich konnte nicht riskieren, dass du dich dagegen entscheidest, mit ihm zu schlafen. Er hätte dich vergewaltigt oder dir Schlimmeres angetan. Ich habe versucht, Mohamed das Ganze auszureden, aber er war bereits von Juliette angefixt. Konnte sich gar nichts geileres vorstellen, als mit der Freundin seines Sohnes zu schlafen.“

„Du hast mich also an den kriminellen Vater meines Freundes verschachert, um mich zu schützen? Was sprang dabei für dich raus?“

Sandra war der sarkastische Unterton ihrer Schwester nicht entgangen.

„Was heißt hier verschachern. Ich habe nichts verdient an diesem Abend. Das und noch viel mehr bin ich Mohamed schuldig.“

Simone blickte sie nachdenklich an. Das war ihre erste Lehrstunde über die komplizierte Beziehung zwischen Dirne und Luden. Die Loyalität und Zuneigung der Frau, die Brutalität und das nackte Kalkül des Mannes. Wie konnte das bei einer derart klugen und selbst bestimmten Frau wie Sandra funktionieren? Die Art, wie sie die Rolle Mohameds in ihrem Leben akzeptierte machte Simone stutzig.“

„Aber, ich hatte gedacht, du hättest dieses Leben hinter dir gelassen.“

„Einmal Hure …“

„immer Hure,“ beendete Simone den Satz.

„Heller, also der Polizist meinte, du wärst der Consigliere von Mohamed.“

„Hat er das gesagt? Echt?“

Sandra amüsierte sich königlich und – ja tatsächlich – sie freute sich.

In diesem Moment trat eine Columbo Karikatur aus dem Hotel.

Heller lüpfte seinen zerknautschten Hut.

„Die Damen,“ grüßte er.

„Hey Heller,“ rief ihm Sandra hinterher, „Consigliera! Dafür muss Zeit sein.

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