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Chapter 20 by Meister U Meister U

What's next?

Wasser

Das Nächste, woran sie sich erinnerte, war Wasser. Warmes Wasser, das über ihre Schultern rann. Der Geruch von billiger Seife. Sie stand, aber sie hielt sich nicht selbst. Zwei Paare Hände stützten sie unter den Achseln. Bernd links, Tobi rechts. Ihre Körper lehnten nass und warm gegen ihren. Sie selber hing schlaff, ihre Beine fühlten sich an wie wacklige Stummel. Sie erkannte die Dusche im Zimmer der Jugendherberge.

Vor ihr sah sie Saya. Auch nackt. Ihr Haar nass und dunkel. In ihren Händen hielt sie einen Schwamm, mit dem sie langsam, fast ehrfurchtsvoll, über Johannas Haut strich. Sie wusch den Schweiß, das Sperma, die Erinnerung an die Fremdberührungen ab.

Der Schwamm glitt über Johannas Arme, ihren Bauch, ihre Oberschenkel. Saya war gründlich. Sie wusch die Striemen, die wunden Stellen, die roten Abdrücke der Fesseln. Sie berührte die frischen Piercings in Johannas Brustwarzen nur mit äußerster Vorsicht, ein sanftes Umkreisen der gereizten Haut.

Johanna ließ den Kopf hängen. Sie sah das Wasser, das sich um ihre Füße sammelte. Keiner sprach. Das einzige Geräusch war das Prasseln der Dusche und ihr eigenes, flaches Atmen.

Saya beugte sich vor, um ihre Beine zu waschen. Ihr Blick traf Johannas. In Sayas Augen war kein Triumph. Es war etwas anderes. Etwas, das fast wie Respekt aussah. Oder Anerkennung. Sie hob die Hand und strich Johanna eine nasse Strähne aus der Stirn. Eine Geste von unerwarteter Zärtlichkeit.

„Du hast das gut gemacht“, sagte Saya leise, ihre Stimme kaum hörbar über dem Wasser. Sie schloss die Augen. Sie wusste es. In dieser Zärtlichkeit lag kein Ende, sondern eine Pause. Eine Atempause, bevor das nächste Spiel begann.

Die Jungs trockneten sie ab und führten sie zu ihrem Bett. Sie schloss kurz die Augen. Was für ein geiler Tag. Als sie sie wieder öffnete, saßen die anderen auf ihren Betten. Die grelle Deckenbeleuchtung war ausgeschaltet, nur eine kleine Lampe an Livs Nachttisch warf einen warmen, begrenzten Schein

Saya saß auf der Bettkante gegenüber von Johanna. „Wünsch dir was“, sagte sie leise. „Du darfst dir aussuchen, wer mit dir in deinem Bett pennt.“

Eigentlich wollte Johanna nur noch schlafen, aber irgend wie regte sich schon wieder etwas in ihr. „Was würdet ihr denn mit mir machen?“

Freya warf ihr langes, blondes Haar zurück. „Ich würde dich fesseln“, sagte sie mit ihrer klaren, emotionslosen Stimme. „Nicht fest. Nur so, dass du dich nicht bewegen kannst. Ich würde dich zudecken und neben dir sitzen. Und ich würde wachen. Damit du sicher schlafen kannst. Nichts weiter.“

Bernd lehnte sich gegen den Bettpfosten. Sein Blick war weicher als sonst. „Löffelchen“, sagte er schlicht. „Ich würde dich von hinten halten. Und ich würde dich in den Schlaf ficken. Ganz langsam. Ganz sacht. Bis du wegdämmerst. Kein Höhepunkt. Nur die Bewegung. Das Gefühl, gehalten zu werden.“

Tobi grinste, aber es war nicht sein fieses Grinsen von vorher. „69. Ich liege unten. Du bestimmst, ob und wie du meinen Schwanz nimmst. Und ich wiederhole Sayas Spiel von gestern Nacht - oder das Zungenspiel von vorhin. Ich lecke dich, bis du kommst. Aber diesmal…“ er zuckte mit den Schultern, „…ohne Zeitdruck. Einfach nur, bis du satt bist.“

Alle Augen wandten sich zu Saya. Sie sah Johanna direkt an. „Ich will dich küssen“, sagte sie. Ihre Stimme war ein Hauch. „Richtig küssen. Stundenlang. Deinen Mund, deine Augenlider, deinen Hals. Deinen Körper spüren. Deine Hände halten. Nur da sein. Und atmen.“

Johanna schaute von einem zum anderen. Sie spürte, dass sie alle erkannt hatten, was sie in diesem Moment brauchte. Nicht mehr Demütigung. Eine Art von Zärtlichkeit, die so tief ging wie die Erniedrigung zuvor. Ihr Blick blieb an Saya hängen. An den Lippen, die sie küssen wollte. An der Stille, die sie versprach.

Am liebsten hätte sie Alle genommen, doch zur Überraschung aller schüttelte Johanna langsam den Kopf. Ihr Blick wanderte von Saya zu Liv, die still in ihrer Ecke saß, die Beine angezogen, immer die Beobachterin.

„Liv“, sagte Johanna. „Ich will Liv.“

Stille breitete sich aus. Selbst Freya wirkte einen Moment lang verblüfft.

Johannas Herz pochte lauter. Sie forderte wollte mehr, vielleicht mehr, als die Regeln erlaubten – eine Grenzüberschreitung, die ihr einen süßen, stechenden Schauer über den Rücken jagte. Sie sah Liv direkt an. „Zieh dich aus. Komplett. Und schlaf bei mir. Nackt, exponiert und ohne Decke.“ Sie schluckte einen trockenen Kloß hinunter. „Und morgen... jetzt bittest du Bernd und Tobi, dich so zu wecken, wie sie mich heute Morgen geweckt haben.“

Die Worte hingen im Raum. Sie wählte die Voyeurin, die asexuelle Beobachterin. Johanna drehte den Spieß um. Vorhin musste sie nur auf Tobis Lüge aufspringen, sie hätte ihre anale Entjungferung versprochen, hatte eingewilligt. Jetzt forderte sie Liv auf, darum zu bitten, zur Frau gemacht zu werden. Ein Teil von ihr, ein kleiner, ängstlicher Funke, betete, Liv möge sich wehren, aufbegehren, sie von diesem Abgrund zurück reißen.

Doch Livs Gesicht zeigte keine Überraschung, nur eine tiefe, langsame Erkenntnis. Sie stand auf, ohne ein Wort zu sagen. Sie zog ihr weinrotes Sweatshirt aus, dann ihr T-Shirt darunter. Sie öffnete die Knopfleiste ihrer Jeans und schob sie hinab, zusammen mit ihrem Slip. Innerhalb einer Minute stand sie völlig nackt da, ihr honigblonder Körper schlank und blass im Halbdunkel. Sie wirkte ****, aber ihre Haltung war gefasst.

Sie tut es. Sie tut es wirklich. Dieser Gedanke zündete ein Feuer in Johannas Unterleib. Eine heiße, triumphierende Woge durchflutete sie, spülte die letzte Zweifel hinweg. Livs Schweigen, ihre fügsame Hingabe, entfachte eine Gier in ihr.

Der Gang zu Johannas Bett war der längste ihres Lebens. Jeder Schritt brachte sie tiefer in ein Terrain, das sie immer nur von außen kartographiert hatte. Sie spürte den rauen, billigen Teppich unter ihren nackten Fußsohlen mit einer ungewohnten Intensität.

Als sie sich auf die Matratze legte, den Rücken zu Johanna, hatte sie sich damit abgefunden. Sie bot ihre nackte Wirbelsäule, ihre ungeschützte Rückseite, der Person an, die sie soeben in die Rolle der Aktivistin **** hatte. Die Berührung von Johannas Haut an ihrer war ein elektrischer Schock. Es war nicht die Berührung an sich. Es war die Bedeutung dahinter.

Ihr ganzer Körper war angespannt. Jeder Muschel kämpfte gegen die uralten Instinkte von Flucht oder Abwehr. Sie atmete flach, konzentrierte sich auf das Ein und Aus.

„In Ordnung. Weckt mich so wie Johanna“, flüsterte Liv in die Stille des Zimmers.

Johannas Hand schloss sich um Livs kleine, feste Brust. Die Haut war kühl und glatt, die Brustwarze noch weich unter ihrer Handfläche. Sie spürte, wie Livs ganzer Körper bei der Berührung erstarrte. Ein jähes Zucken, eine kleine Flucht, die sofort erstarb. Diese Macht, diesen sofortigen, körperlichen Gehorsam, trank Johanna in sich hinein wie starken Wein.

„Wie vielen Deflorationen hast du schon beigewohnt?“, flüsterte Johanna, ihre Lippen berührten Livs Ohr. Die Worte waren kaum hörbar, aber sie schnitten durch die Stille wie Glas.

Livs Atem stockte. Eine winzige, verzweifelte Bewegung, ein Zucken, als wollte sie sich wegdrehen, aber Johannas Arm hielt sie fest.

„Drei“, hauchte Liv schließlich. Ihre Stimme war dünn und gebrochen. „Zwei Mädchen. Einen Jungen.“

Johanna presste sich enger an sie, ihre nackte Haut auf Livs Rücken. Sie spürte den wilden Herzschlag der anderen Frau, ein gefangener Vogel, der gegen ihren eigenen Brustkorb schlug. Dieser Kontakt, diese Intimität, die sie erzwang, ließ Hitze in ihr aufsteigen, konzentrierte sich tief in ihrem Becken.

„Morgen“, flüsterte Johanna, „werde ich deine beobachten.“

Ein Zittern lief durch Livs Körper, ein langer, unterdrückter Schauer. Sie barg ihr Gesicht in dem Kissen, aber sie wich der Berührung nicht aus. Ihre Hand fand Johannas und umklammerte sie, als suche sie Halt.

Dieses Zittern, diese nackte, schutzlose Erregung, die sie so deutlich unter ihrer Hand fühlte, berauschte Johanna. Sie schmeckte den Triumph auf ihrer Zunge. Sie hatte Liv geöffnet – nicht mit Fingern, Fesseln oder ****, sondern mit einer einzigen, grausamen Verheißung.

So verharrte sie, die Hand auf dem unruhigen Schlagen von Livs Herz, das Ohr gefüllt von ihrem keuchenden Atem, und ließ die Vorfreude den Morgen herbeiziehen. Jeder Pulsschlag Livs trieb die Spille höher, ein Countdown zu einem Fest, bei dem sie diesmal nicht die Beute, sondern die Jägerin sein würde.

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