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Chapter 20 by kokosmilch kokosmilch

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Herr Schmidt kommt

Endlich konnte Julia den Kimono wieder anziehen. Die glatte, glänzende Seide auf der Haut fühlte sich einfach gut an.

Sie stellte sich vor den Spiegel und stutzte, als sie ihr Abbild sah. Verdammt, ich seh echt heiß aus in diesem Fummel. Nicht mehr wie eine Reporterin, so bin ich wirklich 'undercover'. Ein kleines, gieriges Lächeln huschte über ihr Gesicht. Vielleicht darf ich das Werbegeschenk nach dem Einsatz ja behalten, als kleinen Bonus sozusagen, wenn ich eine gute Story abliefere?

Aber erst bräuchte sie dafür ein paar hübsche Bilder. Spontan schoss sie ein Selfie. Das war schon mal ganz nett, aber sicher nicht das, was die Leser - oder Herrn Schmidt - vom Hocker reißen würde. Sie bräuchte ein anderes Setting. Mit Kunde. Im Interview. Gewissermaßen voll in Aktion. Hands on.

Sie trat auf den Flur hinaus, um sich nach geeigneten Gesprächspartnern umzusehen. Ah, da kam schon ein potenzieller Kandidat. Vielleicht nicht ideal, jedenfalls wenig photogen. Übergewichtig, kahlköpfig, um die 50. Die Brille, leicht beschlagen, saß schief auf seiner Nase.

Julia erstarrte, als sie ihn erkannte. Was machte Herr Schmidt hier? Wenn er sie entdeckte, wollte er bestimmt einen Zwischenbericht über ihre Reportage. Was sollte sie ihm dann sagen? Dass sie schon weiß Gott wie lange hier im Massagesalon herumlungerte, aber außer ein paar dürren Notizen auf ihrem Block noch nichts geschrieben hatte.

Noch schlimmer wäre es, wenn er detailliert wissen wollte, was sie in der ganzen Zeit alles getrieben hatte. Sie verzog schmerzhaft das Gesicht, als ihr die Doppeldeutigkeit des Wortes auffiel. Nein, jetzt nicht auch noch ein paar schlechte Wortwitze. Sie musste dringend verschwinden, ehe Herr Schmidt näher kam.

Ohne nachzudenken schlüpfte sie durch die nächstbeste Tür und drückte sie leise hinter sich zu.

Wo war sie hier gelandet? Verdutzt schaute sie auf eine stoffbespannte Stellwand, die ihr im Weg stand und verhinderte, dass jemand, der ins Zimmer kam, sofort sehen konnte, was oder wer sich im Zimmer befand.

Dahinter hörte sie leises Kichern und nicht ganz so leises Stöhnen. Hä? Was ist da los?

Neugierig spähte sie durch einen Spalt der Bespannung.

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