Woher kommt Steffens Sinneswandel?
Er will Connor testen
"Oh?" Alex sah ihn erstaunt an. "Hätte ich jetzt nicht gedacht."
"Ich auch nicht", sagte Tom. "Ich halte es auch nicht für eine gute Idee."
Steffen stupste ihn in die Seite. "Nicht so laut", mahnte er ihn, "sonst hört er es noch. Wir wollen ihn doch nicht misstrauisch machen. Und Alex, komm ein Stück von der Tür weg."
Alex trat zu den beiden. "Ich dachte, wir sollten ihn im Auge behalten?" gab er mit gesenkter Stimme zurück.
"Wenn er in seinem Zimmer eingeschlossen ist, können wir schlecht beurteilen, ob er sich benimmt", erklärte Steffen. "Beziehungsweise, auf seinem Zimmer bleibt Connor ja gar keine Möglichkeit, als sich zu benehmen. Dementsprechend lassen wir ihn sich frei im Haus bewegen, und wenn er was versuchen sollte, kriegen wir es mit."
"Alex, sag du ihm, dass das zu riskant ist bei jemandem, der allen Frauen hier seinen Willen aufzwingen kann", bat Tom. "Er könnte zum Beispiel Diana kontrollieren und sich den Weg hier raus prügeln."
Der verzog das Gesicht. "Also, angesichts dessen, das er so was bisher nur ein einziges Mal versucht hat, und das für seinen komischen Plan zusammen mit Asha, halte ich die Wahrscheinlichkeit jetzt nicht für riesig. Aber wir müssen aufpassen wie die Schießhunde. Sicher, dass das klappt?"
Steffen nickte. "Ich hab allen schon in der Handygruppe geschrieben, was er angestellt hat. Die werden gewarnt sein, wenn er seinen Schwanz auspacken sollte. Noch Fragen, Tom?"
"Ich find die Idee immer noch nicht gut", gab Tom zurück, reichte Steffen aber trotzdem den Schlüssel. "Auf deine Verantwortung."
"Danke." Steffen trat zur Tür, schloss sie auf und öffnete sie. "Okay, Connor, lass uns mal reden."
Connor sah ihn finster an. "Gerade mit dir hab ich aber keine Lust zu reden. Du bist der Grund, dass ich hier drin bin."
Steffen sah ihn verwundert an. "Iiich? Was soll ich denn damit zu tun haben?"
"Du hast dich in Lorena verwandelt und mir grünes Licht für die Sache mit dem Schwimmbad gegeben", sagte Connor mit kaum verhohlenem Zorn. "Du wolltest mich aus dem Weg haben!"
"Aus dem Weg... wofür denn?" Steffen hob die Arme. "Was hab ich denn davon, wenn du 'aus dem Weg' bist?"
Connor stieß verächtlich die Luft aus. "Das weißt du selbst ganz genau", gab er zurück, "und außerdem bin ich mir jetzt, wo ich dich hier vor mir sehe, absolut sicher, dass das vorhin auch du warst und nicht Lorena. Ich erkenn deinen Tonfall wieder. Klar, du hast in Lorenas Stimmlage gesprochen, aber das war ganz eindeutig deine Art und Weise, Worte und Silben zu betonen, genau wie jetzt!"
Steffen schüttelte empört den Kopf. "Gar nicht wahr", meinte er, "und außerdem: wenn ich dich 'aus dem Weg' haben will, wieso lass ich dich dann jetzt wieder aus deinem Zimmer raus, hm? Wie passt denn das mit deiner schönen Theorie zusammen?"
"Du-" Connor blinzelte verwirrt. "Du lässt mich aus dem Zimmer raus?"
"Steffen meint, der Stubenarrest wäre nicht nötig", meldete sich Tom zu Wort, "und dass es reicht, wenn du das Haus vorerst nicht verlässt."
Connor sah zu Tom. "Er hat das gesagt?"
Steffen nickte. "Ja, ich hab das gesagt", antwortete er, "weil ich finde, du hast nichts davon, wenn du jetzt alleine vor dich hin brütest. Tausch dich lieber mal mit den anderen aus. Finde mal raus, was die von deiner Idee halten. Vielleicht merkst du dann ja, wie daneben sie war."
"Ich..." Connor sah ihn zweifelnd an. "Ich kann also zum Beispiel zu Jessie gehen und-"
"Klar doch", nickte Steffen, "geh zu ihr, red mit ihr, fick sie, ganz wie du willst. Das gilt für alle hier im Haus. Mach, was du willst, solange du es mit uns machst und nicht wieder irgendwelche Normalos mit reinziehst. Einverstanden?"
Einen Moment lang blickte Connor noch prüfend zu ihm, dann nickte er. "Okay, einverstanden. Und-" Er presste die Lippen zusammen. "Sorry für die falsche Verdächtigung. Bist doch in Ordnung."
Steffen nickte. "Du auch, Connor. Und jetzt ab zu Jessie mir dir."
"Mach ich!" Connor grinste, trat aus dem Zimmer und lief den Gang hinunter.
"Ich hoffe", sagte Tom, nachdem er außer Sicht war, "du weißt, was du tust."
Steffen lächelte ihn an. "Keine Panik, Großer", gab er zurück, "was soll denn schon schiefgehen?"
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