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Chapter 14
Zu Fuß, mit dem Auto oder Taxi?
Sie gehen zu Fuß
Charlie führte sie durchs Treppenhaus zum Hauptausgang. Unterwegs begegneten sie zahlreichen Leuten. Das ungleiche Paar, der große Schwarze im Maßanzug und die kleine Blonde in knappem Hemdchen und geschlitztem Höschen ernteten viel Interesse. Manche Leute gingen direkt auf die beiden zu, möglicherweise in der Absicht, sie aufzuhalten. Aber alle verhielten sich sehr freundlich oder sogar respektvoll, sobald sie Sinas Begleiter erkannten. Er musste ein wirklich wichtiger und beliebter Mensch sein, schloss sie daraus. Es machte sie ein wenig stolz, dass eine so bedeutende Persönlichkeit sich mit ihr abgab.
Am besten gefielen ihr die Blicke der Klassenkameradinnen, die sie auf dem Weg traf. Die wirkten erschrocken, manche verunsichert, einige geradezu neidisch. Hm, das fühlte sich echt gut an, entschied Sina. Bisher war sie immer die graue Maus im Hintergrund gewesen, die Brillenschlange, mit der sich kaum jemand abgeben wollte. Und nun erfuhr sie Aufmerksamkeit und Anerkennung.
Mutiger geworden ergriff sie Charlies Hand und schritt Seite an Seite mit ihm auf die Straße. Die Nacht war trocken und auch einigermaßen warm. Dass sie nur einen kurzen Pyjama trug und nichts darunter, hatte sie in diesem Moment schon vergessen. Ihr Führer strebte selbstsicher in eine bestimmte Richtung und sie ließ sich von ihm einfach mitziehen. Er hatte ihr ja erklärt, dass der Buchladen nicht weit weg war, da konnte man dann bestimmt problemlos zu Fuß hingehen.
Je weiter sie liefen, desto unwohler wurde es ihr dann doch. Die Leute, die sie passierten, schienen nicht mehr so freundlich und machten ihr sogar ein wenig Angst. Hauptsächlich waren Männer von jungem bis mittlerem Alter unterwegs, meist in Gruppen, viele von ihnen angetrunken. Einige pfiffen, wenn sie Sina sahen, oder riefen ihr Dinge zu, die sie nicht richtig verstand und auch gar nicht verstehen wollte. Sie schätzte, dass es nicht nur bei schmutzigen Rufen geblieben wäre, wenn sie nicht ihren großen Begleiter bei sich gehabt hätte. Eingeschüchtert fasste sie seinen Arm mit beiden Händen und schmiegte sich schutzsuchend eng an ihn.
Noch schlimmer waren für Sina die wenigen Frauen, die nicht in Begleitung von Männern auf der Straße standen. Alle waren aufreizend angezogen und provokant geschminkt. Sie warfen dem kleinen blonden Mädchen, das ängstlich an ihrem großen schwarzen Beschützer hing, missgünstige, teils sogar wütende Blicke zu. Aber auch bei ihnen wirkte die Abschreckung, die von dem selbstsicher auftretenden Mann ausging.
"Wie weit ist es noch?", flüsterte sie verzagt.
"Gleich hier hinter der nächsten Ecke. Die Bücher werden dir gefallen."
Diese Aussicht machte sie wieder etwas zuversichtlicher. Tatsächlich blieb Charlie nach wenigen Metern vor einem Hauseingang stehen. Zu Sinas Überraschung waren in den Fenstern keine Bestseller und farbenfrohe Bildbände in den Schaufenstern ausgestellt, um Kunden anzulocken. Stattdessen waren die Glasfronten komplett blickdicht mit einer roten Folie verklebt, die stellenweise Blasen warf. Das Gebäude unterschied sich darin nicht wesentlich von den anderen in der Straße. Über der Tür verkündete eine Leuchtreklame "Traumlädchen" und daneben etwas kleiner und blinkend jeweils drei Buchstaben: XXX und HOT.
"Bist du sicher, dass wir hier richtig sind?"
"Ja, klar. Sieht von außen etwas unscheinbar aus. Aber drinnen wirst du Bücher finden, von denen du bisher noch nicht mal geträumt hast. Daher der Name Traumlädchen. Wie findest du ihn? War eine Idee von mir."
Sina assoziierte mit dieser Bezeichnung eher ein Geschäft für Bettwäsche, als an eine Buchhandlung, aber sie wollte Charlie nicht kränken und zuckte mit den Schultern: "Ganz nett."
"Komm! Du wirst Pommes mögen."
"Pommes?"
"Ja, der Besitzer. Pommes ist sein Spitzname."
Sie dachte bei dem Namen unwillkürlich an fettige Finger und schüttelte sich bei der Vorstellung, dass der Ladenbesitzer damit Bücher anfassen würde. Charlie wartete nicht länger und ging durch die Tür. Um nicht allein auf der Straße zurückzubleiben folgte sie ihm.
Was finden sie im Shop vor?
Die Klassenfahrt zur Reeperbahn
Eine Mädchenklasse landet statt im Hotel in einem Bordell
Eine Mädchenklasse landet auf der Klassenfahrt in einem Bordell auf der Reeperbahn.
Updated on Jun 2, 2026
by Callisto
Created on Dec 20, 2001
by MACC
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