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Chapter 42

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Pinkelpause

Sie waren noch keine Stunde unterwegs, als Sina anfing, unruhig auf der Rückbank hin und her zu rutschen. Yildiz, der regelmäßig kontrollierend in den Rückspiegel schaute, bemerkte es wohl, reagierte aber wohlweislich nicht darauf. Schließlich hielt Sina es nicht länger aus und sie quengelte.

"Wie lange fahren wir noch?"

Der Fahrer blieb weiterhin stumm und warf auch Meliye auf dem Beifahrersitz einen warnenden Blick zu, dass sie nicht antworten solle. Von hinten kam aber immer mehr Unruhe und zunehmend drängender:

"Ich muss mal." - "Dringend."

"Sei still und verkneif's dir", zischte Yildiz, überlegte aber schon, wie er das Problem lösen sollte.

An einen Rastplatz mit WC zu fahren, schied definitiv aus. Als bunt zusammengewürfelte Dreiergruppe waren sie zu auffällig. Jeder LKW-Fahrer, der sie zufällig sah, würde sich daran erinnern. Wenn nur einer von ihnen in einem der Hamburger Clubs eine Bemerkung über die beiden ungleichen Mädchen mit dem graumelierten Mann im schwarzen Mercedes machte, könnte Charlie eins und eins zusammenzählen.

Stattdessen fuhr er bei nächster Gelegenheit von der Autobahn ab und hielt in einem kleinen Wäldchen an. Auf einem schmalen Seitenweg, durch Bäume vor neugierigen Blicken verborgen, ließ er Sina aussteigen. Sofort flitzte sie hinter ein dichtes Gebüsch. Mit einer Kopfbewegung wies Yildiz Meliye an, ihr zu folgen.

"He! Was soll das? Ich will nicht, dass man mir dabei zuschaut", maulte die kleine Blonde, die bereits am Boden hockte und ihr Hemdchen hochgerafft hatte.

"Du glaubst doch nicht, dass wir dich unbeobachtet lassen, damit du flitzen kannst?", gab die vollbusige Türkin zurück. Entschieden verschränkte sie die Arme vor der Brust, womit sie ihre herausragenden Vorzüge betonte.

Objektiv gesehen verstand sie nicht, was ihr Boss an der dürren, jungenhaften Deutschen attraktiv fand. War es nur der Reiz des Neuen? So wie bei den unzähligen Putzfrauen, die in sein Büro gingen und nach dem ersten Mal nie mehr wieder auftauchten. Sie, Meliye, war die Konstante in seinem Leben, dafür sorgte sie. Und doch konnte sie den eisigen Stich der Eifersucht nicht ignorieren, der sie plagte, seit Yildiz das Gör heute früh mitgebracht hatte.

Die Angestellten ihres Chefs konnte sie mit Missachtung strafen, die waren so unbedeutend wie austauschbar. Dieses Blondchen aber hatte trotz seines unscheinbaren Äußeren etwas Besonderes an sich. Die war eine Gefahr für Meliyes Stellung. Aber sie würde ihr schon zeigen, dass man sich nicht ungestraft zwischen sie und Kemal Yildiz drängte. Oh, ja! Meliye grinste still in sich hinein und sah auf die vor ihr Hockende hinab. Die Autofahrt war noch lang und sie hatte schon einige sehr vielversprechende Ideen.

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