Geht es denn jetzt unproblematisch weiter?

Nicht lange

Chapter 37 by Hentaitales Hentaitales

Tom lotste die beiden als nächstes durch eine Tür und eine Treppe hinauf zu einem breiten Gang mit insgesamt acht Gefängniszellen mit massiven Stahltüren. Die Zugangskarte, die der ältere Wachmann bei sich gehabt hatte, öffnete das Schloss der ersten, und Diana packte beide in den kleinen, unmöblierten Raum. "So, da können die mal über ihre Berufswahl nachdenken."

Alex sah etwas besorgt zu den Bewusstlosen. "Wie lange werden die noch schlafen? Wenn sie wach werden, schlagen sie doch Krach."

"Darum habe ich euch hierher geführt", klang Toms Stimme aus dem Funkgerät. "Das hier sind Isolationszellen. Wenn jemand randaliert und mal ein bisschen über sein Verhalten nachdenken soll, kommt er hier rein. Zu jedem Schichtwechsel gibt's eine Kontrolle. Bis dahin sind wir wieder raus, und bis dahin kommt keiner hier durch. Und jetzt weiter mit euch, hopp, hopp!"

"Jawoll, Herr Hauptmann", murmelte Diana etwas verstimmt, fügte sich aber widerstandslos.

In den nächsten Minuten dirigierte Tom die beiden anderen durch den Block C des Gefängnisses. Der Weg führte zwar nicht mehr durch irgendwelche Räume voller Wachleute, aber dafür durch einen Trakt mit zahlreichen Gefängniszellen, die offensichtlich belegt waren, denn ein stetiges Stimmgewirr hallte an den Wänden wider. Nachdem sie die ersten der Zellen passiert hatten, mischten sich in das Stimmgewirr auch immer wieder laute Rufe und Pfiffe - einige Gefangene hatten offensichtlich Diana erspäht und hielten sich mit ihren Reaktionen nicht zurück. "Komm her Blondie, ich zeig dir meine Langhantel!" oder "Ey, Baby, lass mich dich mal pumpen!" waren noch die mildesten Sprüche.

Erstaunlicherweise blieb Diana vollkommen gelassen, und dass, obwohl Alex ihr Temperament durchaus als etwas explosiv einschätzte. Aber als hätte sie seine Gedanken gelesen, lächelte sie ihm kurz zu. "Keine Sorge", sagte sie, "so was stört mich nicht mehr. Das sind nur Sprüche. Die meisten von denen würden keinen hochkriegen, wenn sie wirklich alleine mit mir in einem Raum wären. Und mit denen, die ihn hochkriegen, hätte ich wahrscheinlich sogar ein bisschen Spaß..." Sie seufzte leise. "Ich hoffe echt, dass wir hier bald durch sind. Ich kann einen guten O gebrauchen."

"Aber es geht noch?" erkundigte sich Alex vorsichtig.

"Ja, es geht noch." Ein zuversichtliches Nicken von Diana. "Mach dir keinen Kopf."

Die beiden gingen weiter, gelotst von Tom, der sie wieder eine Treppe herunter, durch eine Tür, einen Gang da und immer so weiter lenkte. Ab und zu mussten sie eine Minute oder zwei warten, bis der nächste Abschnitt ihres Wegs frei war, aber sie kamen doch halbwegs gut voran, und schließlich, nach etwa zwanzig Minuten, ging es durch einen weiteren Schleusenraum ähnlich wie dem, den sie bereits passiert hatten. Die zwei Wachen dort hielten sie aber nicht weiter auf: "Ah, die Überführung in Einzelhaft", sagte einer der beiden, als sie eintraten. "Die Zentrale hat dich schon angekündigt. Hast ja ganz schön was aufgehalst bekommen, als Neuer hier. Brauchst du ne Absicherung?"

Alex zuckte gespielt locker mit den Schultern. "Sieht vielleicht etwas gefährlich aus, benimmt sich aber im Moment", gab er zurück. "Ich komm wohl zurecht, danke." Er lief ohne stehenzubleiben auf die Tür CE-1 zu, die ihm Tom vorher geschildert hatte.

"Viel Glück mit... dem da."

"Danke." Alex hielt die neue Zugangskarte an den Kartenleser, so dass sich die Tür öffnete und schob Diana hindurch. "Weitergehen!"

Als sie hindurch waren, meldete sich Tom wieder zu Wort: "Ihr seid fast am Ziel", erklang es aus dem Funkgerät. "Ihr kommt gleich in einen Kontrollraum. Da drinnen gibt's keine Kameras, auf die ich Zugriff habe, aber im Moment sollte sie nur von einer Person besetzt sein. Die ignoriert ihr aber. Statt dessen geht Areion zur Konsole direkt neben dem Eingang und drückt den Knopf mit der Aufschrift 'E-Sec'. Dann meldet sich bei dir die Wache vom E-Block, und du sagst ihr wieder den Spruch mit der Gefangenenüberführung. Die fragt dann bei mir nach, und ich bestätige alles. Ihr beide geht schon mal zum Aufzug - der wird dann gleich kommen, und ihr steigt ein und fahrt runter."

Alex nickte. "Und die Wache im E-Block?"

"Sollte eigentlich Syren übernehmen", gab Tom zurück, "aber da müsst ihr noch einmal alleine durch. Na ja, inzwischen hast du ja schon ein bisschen Erfahrung mit Überraschungsangriffen, oder?"

"Sehr witzig." Alex sah zu Diana. "Du kriegst das hin?"

Diana nickte. "Kein Thema. Pass nur auf dich selbst auf. Diese Elektroschlagstöcke machen mir nicht viel aus, aber dir könnten sie sehr weh tun."

Alex seufzte. "Okay, wir sind dran. Bis gleich, Atlas."

"Bis gleich, und viel Erfolg!"

Die beiden setzten sich wieder in Bewegung, und Alex öffnete mit der Zugangskarte die nächste Tür. Wie angekündigt war das ein weiterer Kontrollraum - ein kleines Büro mit einem Stuhl, auf dem ein Wachmann vor zahlreichen Bildschirmen saß, sowie mehrerer Standkonsolen, die gerade unbesetzt waren. Der Wachmann sah noch nicht einmal auf, als sie eintraten, und so trat Alex auch gleich an die erste Konsole und fand den Knopf, den Tom ihm beschrieben hatte.

Ein kleiner Bildschirm an der Konsole flackerte auf. "Ja?"

"Äh-" Alex brauchte angesichts dessen, was er auf dem Bildschirm sah, einen kurzen Moment, um sich zu fassen. "Gefangenenüberführung in Einzelhaft. Eine Person."

"Moment, wir klären das kurz." Der Bildschirm erlosch wieder, und Alex und Diana gingen durch den Raum zum Aufzug, der sich am Ende befand, wobei sie sich aber unbehagliche Blicke zuwarfen. Etwa eine Minute verging, ehe sich die Türen öffneten, und die beiden traten schnell ein - es war ein recht geräumiger Lift, bestimmt für zehn oder zwölf Personen geeignet.

Sie warteten, bis sich die Türen geschlossen hatten, dann benutzte Alex eilig wieder das Funkgerät. "Atlas, wir haben ein Problem."

Ein kurzes Knacken, ehe Tom antwortete. "Was für ein Problem? Ich sehe euch im Aufzug."

"Die Wache unten", antwortete Alex leise. "Es sind keine normalen Wachleute wie die hier oben. Sie tragen irgendwelche geschlossenen Panzeranzüge. Sieht nach was Militärischem aus. Und es sind nicht zwei Wachen, sondern gleich vier!"

"Oha." Einen kurzen Moment schien Tom zu überlegen. "Thalestris, denkst du-"

Aber Diana schüttelte den Kopf. "Glaube nicht, dass ich das hinkriege", gab sie zurück. "Die Kampfanzüge krieg ich nicht so ohne weiteres geknackt. Vielleicht einen von ihnen. Aber Areion kann mir ja währenddessen schlecht alleine die drei anderen vom Leib halten."

Alex biss sich auf die Lippe. "Kannst du nicht ein paar von denen wegbeordern? Wenn es nur zwei sind-"

"Ich kann nicht mal aktiv Funkkontakt zu denen aufnehmen", sagte Tom, "die haben eine höhere Autorisierungsstufe als ich. Tut mir leid, ihr seid auf euch alleine gestellt."

"Und wie sollen wir das machen?" Alex begann, ein bisschen wütend zu werden. "Die werden uns wohl kaum da reinspazieren und mit einer anderen Gefangenen wieder rauskommen lassen, so ganz ohne-"

In diesem Moment spürte er Dianas Hand auf seiner Schulter. "Eine Möglichkeit haben wir", sagte sie.

Er blickte zu ihr hoch. "Und welche?"

"Du musst mich ficken."

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