Wie verläuft der weitere Auftrag?
Nach Bogota
Am nächsten Morgen besteigen wir das Flugzeug nach Bogota.
Die Kabinenluft im Flugzeug ist trocken und kühl. Ich sitze am Fenster, Sebastian neben mir auf dem Mittelplatz, sein Knie drückt gegen meins. Er hat die Augen geschlossen, aber ich weiß, dass er nicht schläft. Seine Hände liegen flach auf den Oberschenkeln, die Finger leicht gekrümmt, als umfassten sie etwas, das nicht da ist. Die Waffen sind im Frachtraum, zerlegt, in gepolsterten Koffern, die keine Fragen aufwerfen. Ich habe die Papiere selbst geprüft. Diplomatengepäck. Kein Zoll, keine Kontrolle. Draußen ist nichts als schwarzer Himmel und das Blinken der Positionslichter auf der Tragfläche. Die Triebwerke summen in einer gleichmäßigen Frequenz, die mir in den Knochen sitzt. Keiner von uns spricht. Ich habe aufgehört, darauf zu warten.
Bogotá empfängt uns mit feuchter Nachtluft, die nach Diesel und frittiertem Teig riecht. Der Flughafen ist grell erleuchtet, aber wir bewegen uns schnell durch die Gepäckausgabe, durch die automatischen Türen, hinaus auf den Parkplatz der Mietwagenfirma. Sebastian unterschreibt mit einer Handbewegung, die keinen Raum für Nachfragen lässt. Der Wagen ist ein schwarzer SUV, unauffällig, kolumbianisches Kennzeichen. Er setzt sich ans Steuer, ich auf den Beifahrersitz. Die Türen fallen mit einem dumpfen Geräusch ins Schloss.
Ich ziehe die Sig Sauer aus dem Holster und lege sie auf meine Oberschenkel. Das Magazin gleitet heraus, voll, jede Patrone sitzt. Ich schiebe es mit dem Daumen zurück, bis es mit einem trockenen Klicken einrastet. Er startet den Motor und fährt los, ohne ein Wort. Die Scheinwerfer schneiden durch die Dunkelheit der Ausfallstraße. Bogotá liegt als Lichtermeer vor uns, aber wir biegen ab, nehmen eine schmalere Straße, die sich in die Hügel windet. Die Straßenlaternen werden seltener, die Fahrbahn schlechter. Ich streiche mit den Fingern über den kühlen Lauf der Waffe, spüre das geölte Metall unter meinen Fingerkuppen. Das Pochen zwischen meinen Beinen ist ein dumpfer Nachhall, den ich ignoriere.
Er fährt schnell, präzise, seine Hände umklammern das Lenkrad, die Knöchel weiß unter der Straßenbeleuchtung, die in unregelmäßigen Abständen vorbeizieht. Die Scheibenwischer quietschen einmal kurz über die Windschutzscheibe, als ein feiner Nieselregen einsetzt. Ich sehe sein Profil im schwachen Licht der Armaturen, der harte Kiefer, die reglosen Lippen. Er blinzelt nicht. Die Straße wird zu Schotter, die Reifen knirschen über loses Gestein. Bäume drängen von beiden Seiten heran, ihre Äste schlagen gegen die Außenspiegel.
Ich weiß, dass wir nah sind, bevor er langsamer wird. Die Luft im Wagen ist zum Schneiden dick, aufgeladen mit allem, was wir nicht sagen. Er tritt das Bremspedal, der Wagen rollt aus und hält. Der Motor läuft noch, ein leises, vibrierendes Brummen unter der Motorhaube. Vor uns ein Gebäude, dunkel, fensterlos, ein Betonklotz im Dschungel. Ich greife nach der Türklinke, die Sehnen in meinem Unterarm spannen sich. Der Motor verstummt.
Erfüllen Vanessa und Sebastian den Auftrag?
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