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Chapter 21 by Callisto Callisto

Wie geht es weiter?

Michaelas erster deutscher Freier

Nach einer durchbumsten Nacht sitzt Michaela mit Gina und Bella am Frühstückstisch. Während die beiden Italienerinnen gut gelaunt sind, bleibt Michaela schweigsam und rührt ihr Frühstück kaum an. Ihr ist schon wieder übel, wie beinahe an jedem Morgen. „Du musst etwas essen, damit du bei Kräften bleibst“, fordert Gina sie auf. „Gleich kommt wieder die nächsten Freier, die wollen alle ihren Spaß mit dir!“ Michaela senkt den Kopf. Sie ist von zu Hause fortgelaufen, sie kann nicht mehr zurück. Ihre Eltern werden niemals mehr auch nur ein Wort mit ihr sprechen, und ihre Schwester auch nicht.

Eine Viertelstunde später klingelt der erste Freier an der Wohnungstür. Zu Michaelas Überraschung ist der Freier ein Deutscher. Ihr erster. Er ist ziemlich dick und hat das Alter ihres Vaters. Er trägt ein hellgemustertes Sporthemd und eine beige, ausgebeulte Hose. Michaela führt den Mann ins Schlafzimmer. „Sag mal, Mädchen, was kannst´n machen, dass ´n alter Mann glücklich is?“ fragt er. Michaela sitzt still auf einer Ecke des Doppelbettes und sieht geduldig zu, wie der Mann den Reißverschluss seiner Hose öffnet und sie auszieht. Er hat dicke Oberschenkel, und seine Unterhose passt zu seinem Sporthemd.

„Nu man los, Kleine“, schlägt er jovial vor. „Lass jucken!“ Der Mann hat begonnen, noch stärker zu schwitzen, als er seine eigene Unterhose auszieht. Dann stößt er Michaela zurück auf das Bett. Die schließt die Augen, beißt sich auf die Unterlippe und beginnt, still vor sich hin zu zählen. Bei den Afrikanern hat sie so etwas nie getan, aber bei diesem Mann kommt sie gerade bis fünfzehn. Dann grunzt er und hievt sich hoch, und es ist vorbei. Sie hat keinerlei Lust verspürt. „Bist ´ne kleine Schönheit!“ erklärt der Mann, „du erinnerst mich an meine Tochter, die ist genauso alt wie du, mein Mädchen!“

„Vielen Dank!“ erwidert Michaela vage und nimmt ihren verdienten Hurenlohn entgegen. Sie geht in das Badezimmer und zieht sich ihren dünnen Bademantel an. Ausdruckslos betrachtet sie sich im Spiegel. Ihre Augen haben sich mit Tränen gefüllt, aber sie darf nicht ****, denn schon bald wird der nächste Freier an der Türe läuten. Still geht sie zurück in das Schlafzimmer, lässt sich auf dem Bett nieder, nimmt ihr Handy von dem Nachtkästchen und wählt die Nummer vom Handy ihrer Schwester. „Hallo, ich bin´s, Michaela“, flüstert sie, als ihre Schwester sich meldet. „Ich vermisse dich so sehr ...“

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