Ashley hat die Wahrheit gesagt?!

Ja, aber...

Chapter 116 by Hentaitales Hentaitales

Tatsächlich mussten wir über eine Stunde warten, bis ich endlich den erlösenden Anruf von der Polizei bekam. "Ich glaube, wir haben tatsächlich ihre Tochter gefunden", sagte der Kommissar am anderen Ende der Leitung. "Der Beschreibung nach könnte sie es sein."

"Wo ist sie jetzt?" rief ich aufgeregt. "Wann kann ich Maja abholen?"

"Kommen sie doch jetzt gleich auf die Wache im Stadtteil Mitte", war die Antwort. "Da können sie sie identifizieren, und wenn wir mit den restlichen Formalitäten fertig sind, können sie sie auch mit nach Hause nehmen."

"Bin unterwegs!" Ich beendete das Telefonat und sah zu den anderen, die um mich herumstanden. "Die Polizei hat Maja", sagte ich. "Ich geh sie abholen!"

Sarah hob eine Augenbraue. "Und was ist mit Ashley?"

Ich zuckte mit den Schultern. "Haben sie nicht gesagt, und ehrlich gesagt, mir ist das auch egal. Ich will nur meine Tochter wieder haben!"

"Und wenn das wieder ne Falle ist?" warf Andy ein. "Vielleicht steckt die Polizei mit Ashley unter einer Decke. Sarah hat doch erzählt, wie groß ihr Einfluss ist."

"Glaub ich jetzt weniger", sagte Moritz, "ansonsten hätte sie das letzte Mal keine unechten Polizisten schicken müssen, und einen echten Einsatzwagen hätte sie auch gehabt. Und vergiss nicht, wir haben selbst die Polizei eingeschaltet. Die sind nicht von sich aus auf uns zugekommen."

Aber Sarah schüttelte sorgenvoll den Kopf. "Trotzdem wär ich an eurer Stelle weiterhin vorsichtig", merkte sie an. "Ashley ist gerissen. Sie würde Tina nicht einfach so Maja zurückgeben, wenn sie nicht was aushecken würde."

Jenny seufzte. "Aber wir werden es nicht rauskriegen, wenn wir hier rumhocken und grübeln. Los, diesmal gehen wir mit Tina mit. Lasst uns Maja abholen!"

Wir setzten uns wieder in Sarahs Geländewagen und fuhren los, und nach etwa zwanzig Minuten hatten wir einen Parkplatz in der Nähe des Polizeireviers gefunden. Der Beamte vorne am Empfang staunte nicht schlecht beim Anblick von uns sechs, als wir sagten, dass wir ein entführtes Baby abholen wollten, aber er meldete uns an, und ein paar Minuten später saßen wir dem Kommissar gegenüber, der mir damals die Kontaktrufnummer gegeben hatte. "Na, sie haben aber Verstärkung mitgebracht", schmunzelte er.

"Sparen Sie sich den Smalltalk", gab ich leicht verärgert zurück. "Wo ist meine Tochter?"

"Sie schläft in einem Nebenzimmer", sagte der Kommissar. "Sie können später-"

Ich hob eine Hand. "Ich will sie jetzt sehen. Sofort!"

Der Beamte nickte. "Das verstehe ich gut", sagte er. "Wenn sie ihre Tochter wieder haben, werden sie uns dann noch bitte ein paar Fragen beantworten?"

"Nur um auf Nummer sicher zu gehen", mischte sich Sarah ein, "gegen uns liegt nichts vor, und wir können jederzeit wieder gehen. Auch zusammen mit Maja, richtig?"

"Gegen sie liegt nichts vor, das ist korrekt", nickte der Kommissar. "Allerdings sind sie Zeugen einer Straftat. Und als Zeugen müssen sie eine Aussage machen. Sie können das nur verweigern, wenn sie ein besonderes Verweigerungsrecht haben, zum Beispiel, weil sie mit dem Täter verwandt sind."

Moritz lachte auf. "Wir müssen eine Aussage vor Gericht machen, nicht vor der Polizei", widersprach er. "Sie können uns also hier nicht festhalten, weil wir vielleicht irgendwas bezeugen können."

Der Polizist seufzte. "Sie würden uns trotzdem sehr helfen, wenn sie uns sagen, was sie wissen. Es ist doch auch in ihrem Interesse, wenn die Entführer ihrer Tochter gefasst werden, oder?"

"Vor allem ist es in meinem Interesse, Maja endlich zurückzubekommen", sagte ich. "Also, jetzt machen sie schon!"

"Wie sie wünschen." Der Kommissar erhob sich. "Folgen sie mir bitte."

Wir wurden von ihm ins Zimmer nebenan geführt - offenbar eine Art Pausenraum - wo ein Kinderwagen stand. Ich lief sofort dahin, und tatsächlich lag Maja darin. Friedlich schlafend, wie der Polizist gesagt hatte. Ich nahm sie sanft auf den Arm, und sie räkelte sich ein bisschen und quengelte leise, aber ohne aufzuwachen. "Hallo, Süße", flüsterte ich leise.

Der Kommissar verschränkte die Arme. "Sie sehen, es geht ihr gut", sagte er. "Sind sie jetzt zu einer Aussage bereit?"

"Wie wäre es", schlug Andy vor, "sie sagen erst mal uns, wo sie sie wiedergefunden haben? Sie reden mit uns, dann reden wir mit ihnen. Quickopro sozusagen."

"Na ja, sie haben uns ja den Park genannt, in dem wir sie finden konnten", sagte der Kommissar. "Ich habe ein paar Kollegen in Zivil hingeschickt, und da gibt es einen Spielplatz. An dem Spielplatz haben sie diesen Kinderwagen gesehen, und nach ein paar Minuten war klar, dass niemand von den anderen Eltern, die mit ihren Kindern da waren, zu dem Baby hier gehörten. Wir haben schon die Aussagen von denen - der Wagen wurde von einem Mann dort abgestellt, und der Mann hat dann eine der anwesenden Mütter darum gebeten, einen Moment auf ihn aufzupassen. Dann verliert sich seine Spur. Seine Personenbeschreibung haben wir allerdings."

Ich nickte interessiert. "Und wie sah er aus?"

Der Kommissar schüttelte den Kopf. "Bedaure, aber ich kann sie natürlich nicht in polizeiliche Ermittlungen einweihen", sagte er. "Dafür haben sie bestimmt Verständnis."

"Dann können wir jetzt gehen?" fragte Sarah noch einmal.

"Natürlich", bestätigte der Kommissar, "auch wenn sie uns, wie gesagt, mit einer Aussage sehr weiterhelfen würden."

Ich wollte ihm antworten, aber Sarah kam mir zuvor. "Vielleicht kommen wir in den nächsten Tagen noch einmal auf sie zu", sagte sie, "aber jetzt im Moment wollen wir einfach nur mit Maja heim. Dafür haben sie doch bestimmt Verständnis."

Moritz schloss sich ihr an. "Und wenn sie unsere Aussage wirklich dringend brauchen, dann lassen sie uns als Zeugen vorladen", sagte er. "Dann wissen wir auch, was sie genau von uns wissen wollen."

"Alles klar", sagte der Kommissar und trat ein Stück von der Tür weg, vor der er gestanden hatte. "Sie können gerne gehen, wenn sie möchten. Nur eine letzte Frage hätte ich noch." Er sah mich direkt an. "Sie haben nicht zufällig einen Bruder namens Jochen, oder?"

"Warum-" Ich sah ihn verwirrt an. "Ja, das ist richtig. Warum fragen sie?"

Der Kommissar winkte ab. "Reine Routine", sagte er.

Sarah neigte misstrauisch den Kopf zur Seite. "Jochen ist mein Sohn", sagte sie. "Ist was mit ihm?"

"Wie ich bereits sagte", gab der Kommissar zurück, "zu laufenden Ermittlungen darf ich mich nicht äußern. Zumal es nicht meine Ermittlungen sind, sondern die von meinen Kollegen. Aber..." Er lächelte ihr zu. "Vielleicht kann ich ja mal eine Ausnahme machen, wenn sie mir weiterhelfen. Quid pro quo, wie der junge Mann hier vorhin meinte..."

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Ist irgendwas mit Jochen passiert?

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