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Chapter 6 by Daemony Daemony

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Instruktion

Georg bewegte sich nicht.

Carola kniete vor ihm. Der Nylonboden des Zeltes fühlte sich kühl und hart unter ihren Beinen an. Ihre Haltung war in mehr als einer Hinsicht offen. Sie war nackt an Körper und Seele. Ihre Hände ruhten auf ihren gespreizten Oberschenkeln, verkrampft, zitternd. Ihr Kopf blieb gesenkt, sie wagte nicht, ihm in die Augen zu schauen, aber sie konnte seinen Blick spüren – schwer wie ein Mühlstein, gewichtig wie ein Ritual.

Es herrschte Stille. Lange. Gemessen. Eine Stille, die laut in den Ohren dröhnte.

Dann sprach er: „Sieh mich an.“

Seine Stimme war leise, aber nicht sanft. Es war eine Stimme, die keinen Widerspruch duldete – nicht brutal, nicht streng, nur endgültig. Sie hob das Kinn. Ihre Blicke trafen sich.

Das Grinsen, das sie am Feuer gehabt hatte, war verschwunden. Die spielerische Trotzigkeit war verschwunden. Was blieb, war Ehrlichkeit. Ernsthaftigkeit.

„Ich habe gesehen, was du getan hast“, sagte Georg. Es wirkte, als sei jedes Wort bewusst gewählt und abgewogen. „Hast du es getan, um mich herauszufordern?“

Sie nickte.

"Und nun willst du dafür büßen?"

Wieder nickte sie.

Georg atmete aus – scharf, durch die Nase. Sein Kiefer bewegte sich, als würde er versuchen, etwas zu zermalmen. Er beugte sich leicht vor. Er berührte sie nicht – noch nicht, aber er war so nah, dass sie den Kiefernduft riechen konnte, der an ihm haftete, und den herben Geruch seines Schweißes. Seine Hände ballten sich – nicht zu Fäusten. Es ging ihm darum, die Kontrolle zu bewahren. Nichts zu tun, was er später bereuen würde.

"Gut. Ich werde dich büßen lassen. Aber du musst einige Dinge verstehen. Und du musst sie bewusst akzeptieren, ehe wir beginnen können." Und langsam, vorsichtig streckte er eine Hand aus und legte zwei Finger unter ihr Kinn. Er hob ihr Gesicht höher. Instinktiv richtete sie sich auf. Carolas Mund wurde trocken. Ihr Herz schlug so laut, dass sie dachte, er müsse es hören.

„Ich werde dir helfen zu büßen“, erklärte er, „Unter folgenden Bedingungen: Du wirst meine Anweisungen befolgen. Wörtlich. Genau. Ohne Widerspruch. Hast du verstanden?“

„Ja.“

„Ich werde dich bestrafen. Ich werde dich leiden lassen. Aber nicht direkt körperlich. Meine Absicht ist, deinen Geist zu brechen, nicht deinen Leib. Ich werde dich züchtigen, ohne dich zu schlagen. Aber täusche dich nicht. Es wird nicht ohne Schmerzen geschehen. Manches, was ich von dir verlange, wird qualvoll sein. Und doch wirst du an deine Grenzen kommen - vielleicht darüber hinaus. Und du wirst mich ab sofort nur noch Vater nennen. Akzeptierst du das?"

Diesmal dauerte es etwas länger, bis sie zustimmte.

"Ja", und nach kurzem Nachdenken: "Vater."

Er nickte bedächtig.

"Ein Letztes noch: Wir brauchen ein Wort. Ein Wort, das alles beendet. Das du benutzt, wenn du es nicht mehr aushalten kannst."

Carola grinste und platzte heraus: "Wie wär's mit Pistazieneisbombe?" Sofort erkannte sie ihren Fehler, senkte den Kopf. "Verzeih mir, Vater. Das war unangemessen."

"Schon gut", er tätschelte ihr die Wange, "aber das Wort ist zu lang, zu kompliziert. Es muss ein Wort sein, das du auch unter Tränen sagen kannst. Oder mit einem Knebel im Mund. Ein Wort, das ich verstehe, gleich in welchem Zustand du bist."

Sie dachte nach, schaute sich um, entdeckte ein Buch, das sie mitgenommen hatte, falls sie Zeit finden würde zu lesen. Es handelte von einer Frau, die Lebensmittel zu den Armen und Verfolgten brachte. Um den Weg zu beleuchten und gleichzeitig die Hände zum Tragen frei zu haben, setzte sie sich einen Kranz aus Kerzen auf den Kopf.

"Lucia", sagte sie dann, fühlte die Silben auf der Zunge, probierte aus, wie sie sich bildeten, wenn sie die Zähne zusammenbiss. "Lucia. Wie die Heilige Lucia von Syrakus. Ihr Name bedeutet Licht, was sie zu einem Symbol der Hoffnung und Zuversicht macht."

"Also Lucia. Eine gute Wahl."

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