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Chapter 9 by Papas_Liebling Papas_Liebling

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Hühnchen

Original von newbeforeold.

Marc hoffte, dass der Oppositionspolitiker ehrlicher über die Lage der USA sprechen würde, als seine Regierung.

Gray seufzte. „Wir verhandeln hier über Dinge wie Stahl und Lithium. Dinge, die zum Bau von Waffen verwendet werden können, möchte ich anmerken. Oder, noch zerstörerischer, für Rechenzentren. Wir brauchen beides nicht, wir brauchen Grundversorgungsgüter. Es gibt weite Landstriche, deren Umwelt so stark geschädigt ist, dass sie für die Massenlandwirtschaft nicht mehr geeignet sind. Die Menschen kommen kaum über die Runden. Rindfleisch ist nicht nur ein Luxus, es ist geradezu obszön, wenn man bedenkt, dass die exzessive Landnutzung für Viehzucht zur Hälfte dafür verantwortlich ist, dass wir in diese Lage geraten sind.“

„Wir könnten Lebensmittelimporte in Betracht ziehen“, schlug Marc vor. „Aber es müsste konkrete Garantien geben, dass die Lieferungen auch bei denen ankommen, die sie benötigen.“

Gray nahm seine Brille ab und rieb sich müde über die Stirn. „Zum ersten Mal seit Einführung der Neuen Ordnung gibt es nicht genügend Arbeitsplätze für Männer. Und wie üblich sowieso viel zu wenige für Frauen. In Rechenzentren sind nicht viele Arbeitsplätze zu besetzen, aber versuchen Sie das mal dieser Regierung zu erklären.“

„Um ehrlich zu sein, weiß meine Regierung nicht viel über Ihre Partei“, sagte Marc. „Wenn das anders wäre, würde das zusätzliche Möglichkeiten eröffnen.“

Gray sah ihn eindringlich an und verstand offensichtlich, dass eine der Möglichkeiten wäre, ausländische Unterstützung für seine Partei zu gewinnen. „Meine Partei versucht, die Botschaft zu verbreiten, dass wir sowohl genug Arbeitsplätze für alle schaffen als auch jeden Tisch mit ausreichend Nahrung versorgen und dennoch die amerikanischen Werte hochhalten können.“

Sein Blick wanderte zu den beiden Frauen in der Ecke, und Marc wurde sofort klar, was der Mann mit „amerikanischen Werten“ meinte.

„Aber das Regime kontrolliert die Medien“, seufzte Gray, „also weiß die Hälfte des Landes nicht einmal, dass wir existieren. Währenddessen serviert Jenkins hier Rippchen und bekommt unter dem Tisch Blowjobs.“

„Sie lehnen das ab?“, wagte Marc zu fragen.

Gray zuckte mit den Schultern. „Meiner Meinung nach ist das geschmacklos. Ich komme auch ohne solche Possen jeden Tag auf meine Kosten, und es gibt viele Männer in diesem Land, die nicht einmal ihre eigene Frau ernähren können. Jedermann muss seine Brötchen verdienen können. Das ist ein weiterer Slogan von uns.“

Wie auf Stichwort stand Jenkins auf und verkündete: „Meine Herren, echtes amerikanisches Barbecue!“

Das Essen wurde aufgetragen. Tatsächlich handelte es sich nicht um Rippchen, sondern um gegrilltes Hühnchen, das aber trotzdem sehr lecker war. Gray merkte an, dass die Lage offenbar so angespannt war, dass selbst die Regierung kein echtes Rindfleisch mehr beschaffen konnte.

„Es ist genug für alle da“, rief Jenkins. „Sorgt dafür, dass die hübschen Mädchen in der Ecke auch etwas abbekommen. Und eine Runde geht auf mich.“

Die Frauen in der Nische riefen fröhlich: „Danke, Sir!“ Dann öffneten sie ihre Blusen und zeigten zwei beeindruckende, wahrscheinlich vergrößerte Brüste ohne BH. Beide schüttelten sie spielerisch. Jenkins lachte laut und klopfte Jacques Thibodeaux, der dabei sehr unbehaglich aussah, kräftig auf die Schulter.

„Was ist die Aufgabe dieser Frauen?“, fragte Marc.

„Hauptsächlich Dekoration“, antwortete Gray. „Und vielleicht gelegentlich auch etwas mehr für diejenigen, die im Konferenzraum keine passenden Frauen zur Verfügung haben.“

Ein Kellner stellte schnell Teller mit Hühnchen, die allerdings viel kleiner waren, vor den beiden Frauen ab, zusammen mit zwei großen Biergläsern. Marc sah zu, wie die Frauen ihre Brüste verstauten und sich über das Essen her machten.

Als Marc fast mit seinem Essen fertig war, hörte er einen Tumult in der Nähe der Tür. Er reckte den Hals, und sah eine Frau, vielleicht um die 40, in einem Kleid, das einmal schön gewesen sein musste. Sie trug zu viel Make-up, um ihre eingefallenen Augen und hohlen Wangen zu verbergen.

„Ich will nur meinen Job zurück!“, sagte sie laut zum Manager. „ Ich weiß, dass ich älter geworden bin, aber ich habe es immer noch drauf. Manche Männer mögen Frauen mit mehr Erfahrung, oder?“

„Ich habe dir gesagt, dass du nicht zurückkommen sollst“, zischte der Manager.

„Ich habe drei Söhne“, kreischte die Frau, während ein bulliger Mitarbeiter sie aus dem Gebäude schob.

Die meisten der Amerikaner versuchten, die ganze Szene zu ignorieren. Gray schüttelte bedauernd den Kopf.

Der Manager stöhnte und fuhr sich mit der Hand durch die Haare. Er ging sofort zu Jenkins hinüber und entschuldigte sich. Der Verhandlungsführer winkte ab. „Das ist nicht zu ändern, machen Sie sich keine Sorgen ...“

Der Manager war nur wenig beruhigt, stürmte zu dem Tisch in der Ecke, packte die Frau, die ihm am nächsten saß, am Arm, zerrte sie hoch. Eine Gabel fiel lautstark auf den Teller. Sobald sie wieder festen Boden unter den Füßen hatte, folgte die Frau ihm schnell durch eine Schwingtür in die Küche.

Als Marc aufgegessen hatte, hörte er ganz andere Geräusche aus der Küche: die Schreie einer Frau in offensichtlicher Ekstase.

„Oh, fuck! Fick mich härter, Sir! Ja, zieh an meinen Haaren, zieh an meinen Haaren und fick mich wie eine verdammte Hure!“

Marc konnte nicht weghören. Er schrak zusammen, als Jenkins ihm auf den Rücken schlug.

„Die bieten hier eine tolle Bühnenshow, was? Was meinst du, Gray?“

„Sie ist sehr gut trainiert“, antwortete der knapp.

Jenkins lachte einmal und wandte sich dann wieder an Marc. „Zurück in die Salzminen, was?“

„Ich komm gleich nach“, sagte Marc, wischte sich mit einer Serviette den Mund ab und stand auf.

Auf dem Weg nach draußen, während die aggressiven anzüglichen Sprüche des Mädchens noch durch das Restaurant hallten, schnappte er sich eine der üblichen Speisekarten des Restaurants unter dem Empfangstresen und warf einen kurzen Blick hinein. Die Hälfte der Gerichte auf der Speisekarte war mit Kugelschreiber durchgestrichen, vermutlich wegen fehlender Vorräte.

„Fick meine versaute Muschi, Sir! Bitte, Sir, komm in meine verdammte Fotze!“

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