Chapter 10
by
Reyhani
Was soll ich tun?
Ermittlungen
So viel steht fest, ich kann Johanna unmöglich mit meiner Entdeckung konfrontieren. Wahrscheinlich war ihr Auftritt wirklich nur ein harmloser Scherz. Wenn ich es zu einer quasi-offiziellen Sache mache, würde sie die Nerven verlieren, die Schule hinschmeißen oder womöglich noch Schlimmeres anstellen? Na, mal nicht gleich so dramatisch. Aber es hätte auf jeden Fall Einfluss auf ihre Noten. Oder sie denkt, ich will sie erpressen. Das möchte ich auf keinen Fall.
Es ist besser, wenn sie nicht weiß, was ich weiß. Ich kann gut damit leben. Nur heute morgen beim Betreten des Klassenraums war ich für einen Moment verunsichert. Würde dort an Johannas Platz die Frau mit den prallen Titten unter rotem Gummi sitzen? Mit einem Finger an ihrer sich unter dem elastischen Material hart abzeichnenden Brustwarze spielen und mir verführerisch zuzwinkern? Aber nein, da saß Johanna. Strickjacke, runde Brille, gut vorbereitet. Ein Stein fiel mir vom Herzen. Alles wie immer.
So soll es bleiben. Deshalb muss ich meine eigenen Nachforschungen anstellen, ohne dass Johanna es erfährt. Ich schlendere wie zufällig an dem Laden vorbei, aus dem sie am Samstag als Rote Verführung erschienen ist. Das Auto habe ich in sicherer Entfernung abgestellt. Und heute besteht kein Risiko, sie hier zu treffen. Am Montag Nachmittag hat sie Chor bei der Kollegin Erdmann.
Das Schaufenster von Madeleines Weißem Salon sieht sehr ansprechend aus. Da muss ich keine Angst um meine Reputation als Oberstudienrat haben.
„Hallo, Matrose, was Schönes für die Gattin dabei? Hochzeitstag oder Geburtstag? Aber ich warne dich, Herren ohne Größenvorstellungen werden nicht bedient.“
Die schlanke Dame mit den roten Locken, die in der Tür steht und mich aufzieht, muss Madeleine sein. Früher hätte ich schon einige Größen im Kopf gehabt, aber das ist lang her. Also muss ich mich mit einem lahmen „Ich wollte mich nur mal umschauen“ begnügen.
Wie soll ich es nur anstellen, etwas über Johanna herauszufinden, ohne Verdacht zu erregen? Direkt den Vorfall vom Samstag ansprechen? Zu riskant, da denkt Madeleine noch, ich würde um ihren Laden herumschleichen. Also versuche ich es indirekt, inspiziere die Gummiwäsche, nehme einige Stücke in die Hand. Wahllos.
„Muss man dafür auch die genauen Größen kennen? Das ist ja sowieso elastisch“, knüpfe ich an den Scherz der Besitzerin an.
Sie lacht. Ihr Gesicht, das vorher die zerkratzte Theke eines intensiven Lebens war, zeigt Linien purer Freude. „Wenn es gut aussehen soll schon. Du magst das Material? Fühlt sich toll an, nicht?!“
„Man müsste es mal sehen …“
„Bring deine Frau doch mit, dann könnt ihr es zusammen anprobieren. Ich habe hinten Spezialkabinen, da seid ihr ungestört.“
Sie zwinkert mir zu, reagiert aber sofort auf meinen abweisenden Blick, den ich vergeblich versuche zu verbergen.
„Eine Überraschung also?!“, gibt sie mir einen diplomatischen Ausweg. „Komm am Samstag, wenn Coco da ist. Dann kannst du es live und in Farbe sehen.“
Mir schwant etwas also bohre ich nach: „Wer ist Coco?“
„Das ist meine kleine Aushilfe. Ich lasse sie dir verschiedene Outfits vorführen. Das wird ihr gefallen. Sie ist eine echte Gummischlampe.“
Wie kann sie es wagen, so von Johanna zu sprechen?! Ich öffne den Mund, um zu protestieren … und schließe ihn wieder. Natürlich weiß ich nicht, dass sich hinter dieser Coco wirklich Johanna verbirgt. Wenn ich eins nicht will, dann Aufmerksamkeit erregen. Aber dazu ist es schon zu spät. Madeleine taxiert mich misstrauisch. Ahnt sie, dass es eine Verbindung zwischen mir und dieser Coco gibt?
Zuletzt verzieht sie spöttisch den Mund. „Komm und sieh sie dir an. Sie ist noch sehr **** aber das ist ihre Bestimmung, glaub mir. Sie geht mit ihren Träumen souveräner um als viele von den sogenannten Erwachsenen.“
Das saß. Sie hält mich für einen heillosen Spießer. Soll sie doch, solange sie nichts merkt. Ich murmele etwas davon, dass ich es mir mal überlegen würde. Mir ist heiß und ich will jetzt so schnell wie möglich aus dem Laden raus. Madeleines helles Lachen weht mich hinaus auf die Straße wie eine leere Plastiktüte. Erste als ich wieder im Auto sitze, komme ich zur Ruhe.
Viel schlauer bin ich jetzt auch nicht. Kann es wirklich sein, dass Johanna im Weißen Salon als Coco Fetischmode präsentiert? Zumindest kein alltäglicher Schülerjob. Aber ist das nicht gefährlich? Wird die Arme von ihrer Chefin schamlos ausgenutzt? Überhaupt, was ist von dieser Madeleine zu halten?
Das größte Problem aber ist, dass ich das alles nicht nachprüfen kann. Ich kann ja schlecht am Samstag in den Laden spazieren nach dem Motto: „Ach Johanna, so ein Zufall, ich wollte etwas für eine Freundin kaufen, könntest du mich beraten.“
Nein, ich brauche eine andere Idee.
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Johanna, die kleine Gummischlampe
Ein braves Mädchen und ihre neue Sehnsucht
Johanna ist ein braves, zurückhaltendes 18-jähriges Mädchen, welches völlig unverhofft die Faszination und Liebe für Gummiwäsche erfährt. Verfolgt, wie sie dank ihrer neuen Leidenschaft zur bedingungslosen „Gummi-Schlampe“ erzogen wird.
Updated on Feb 13, 2026
by SecretLab
Created on Jul 29, 2025
by SecretLab
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