What's next?
Entscheidungen
Ich hatte nun klare Ideen für meine Zukunft.
Ich beschloss, meinen Stil grundsätzlich zu ändern. Freizügiger zu werden. Kürzere Röcke, eng anliegende Oberteile, tiefe Ausschnitte und hohe Schuhe. Ich wollte mich sexy zeigen – und wenn das jemand als provokant empfand, umso besser. Also verbrachte ich die nächsten Tage damit, neue Kleidung zu bestellen. Stück für Stück füllte sich mein Schrank mit Dingen, die zur neuen Version von mir passten.
Für die vernünftige Isa in mir sah der Plan klar aus: Erst einmal die Schule fertigmachen, dann den Führerschein machen und danach meine eigene Firma gründen – so, wie ich es schon immer wollte.
Für die Bella in mir hatte ich etwas anderes beschlossen: mutiger zu sein. Meinen sexuellen Fantasien auch spontan nachzugeben und nicht immer erst stundenlang die möglichen Konsequenzen abzuwägen. Einfach machen, bevor der Moment – und irgendwann das Leben – vorbei ist. Und Bella würde, wenn das Wetter es zuließ, auf Unterwäsche verzichten. Ich hoffte, dass mich das fehlende Höschen ständig daran erinnern würde: Bella macht einfach. Bella denkt nicht zu viel.
Dann war da noch der gemeinsame, schon lange geplante und bereits bezahlte Urlaub mit meinem Freund. Gebucht war er noch vor meinen Erlebnissen in der Sauna. Ein schönes Hotel mit Pool, nur wenige Meter von einem tollen Sandstrand entfernt und mit der Option, auf Kindergeschrei zu verzichten. Früher hatte ich mich richtig darauf gefreut. Jetzt war ich mir nicht mehr so sicher. Mein Freund erwartete wohl eher die alte Isa – und ganz sicher nicht die überarbeitete Version und schon gar nicht die neue Bella.
Trotzdem fasste ich den festen Entschluss, ihm mit diesem Urlaub noch eine Chance zu geben. Vielleicht würde ja doch alles zusammenpassen.
Zuerst räumte ich die ganzen neuen Bestellungen in meinen Kleiderschrank und entsorgte alles, was nicht mehr zur neuen Isabella passte. Als ich den Schrank durchsah, stellte ich irgendwann fest, dass ich ernsthaft nur Badeanzüge besaß. Keinen einzigen Bikini. Und das war so überhaupt nichts für mein neues Ich – weder für Isa noch für Bella. Also musste vor dem Urlaub noch etwas Neues her.
Ich schaute im Internet, aber die Lieferzeiten passten nicht mehr, zumindest dann nicht, wenn ich etwas umtauschen müsste. Also blieb nur eine Möglichkeit: in die Stadt fahren und vor Ort einkaufen. Meinen Freund wollte ich nicht fragen. Ich wollte das Risiko nicht eingehen, dass ihm nicht gefiel, was ich kaufen wollte.
So blieb nur der Zug in die Stadt. Die halbe Stunde Fahrt würde ich schon überstehen. Und ja – ich beschloss, direkt auszuprobieren, wie sich mein neues zweites Ich, Bella, in der Öffentlichkeit so schlägt.
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