Was kann Steffi denn organisieren?
Einen bekannten Treffpunkt
Nur wenige Tage später fuhr ein italienischer Mittelklassewagen in die Tiefgarage eines bekannten Berliner Nobelhotels ein und hielt in einer Ecke der ersten Etage, wo Sandy bereits mit sichtlicher Nervosität gewartet hatte. Ihre Unruhe war allerdings nicht nur der Vorfreude auf ein Wiedersehen mit ihrer Bekannten zurückzuführen, sondern auch darauf, dass sie in der Öffentlichkeit Kleidung tragen musste, und nachdem sie sich strikt gegen einen BH gewehrt hatte, war sie von Steffen zu einem sehr weiten Pullover genötigt worden, der ihre Formen ganz passabel versteckte.
Die Tür des Wagens öffnete sich, und Elyxir stieg aus. Sie hatte sich für die Fahrt etwas konservativ in Bluse und Rock gekleidet, wobei ihre üppigen Formen allerdings selbst dieses Outfit noch sehr sexy wirken ließ. Sandy winkte ihr begeistert zu. "Du hast es also geschafft!" lachte sie. "Schön, dich zu sehen!"
"Hier seid ihr also untergekommen?" Elyxir lächelte warm, während sie einen kleinen Koffer vom Rücksitz ihres Wagens holte. "Hat Stil. Aber ist das nicht ein bisschen gefährlich, so mitten unter normalen Menschen?"
"Nö, das hier ist total sicher, sagt Pandora", grinste Sandy. "Sie war sich allerdings nicht sicher, ob du's nicht bereits kennst."
Elyxir schüttelte den Kopf. "Ich steige gewöhnlich bescheidener ab, und in den letzten Monaten war ich... sagen wir mal, ziemlich mobil unterwegs. Aber wo geht's denn jetzt in die Lobby?"
Sandy winkte sie herbei. "Wir fahren nicht in die Lobby. Kuck mal: Hier ist der Aufzug hoch ins Penthouse!"
"Oh, sehr beeindruckend." Elyxir trat zu ihr und stieg zusammen mit ihr in den Aufzug, als sich die Türen öffneten. "Tatsächlich, nur zwei Knöpfe - Penthouse und Tiefgarage. Wie kommt man denn in den Rest des Hotels?"
"Vom Penthouse aus gibt's noch nen zweiten Aufzug", erklärte Sandy, "aber den werden wir nicht brauchen..." Sie hielt kurz inne. "Die anderen trauen dir übrigens noch nicht so richtig, weißt du?"
Elyxir sah zu ihr herab. "Na ja, sie kennen mich ja auch noch nicht so richtig. Aber das ändern wir heute. Ich hoffe, wenigstens du bist ein bisschen aufgeschlossen?"
Mit einem verstohlenen Blick nach oben grinste Sandy. "Wenn du nur halb so versaut bist wie im Chat", sagte sie, "dann werden wir uns prima verstehen!"
Einige Minuten später kam Elyxir aus einem der Badezimmer des Penthouses, in das sie Sandy geführt hatte, inzwischen nur noch in einen edlen grünen Hausmantel aus Seide gekleidet. Jetzt endlich sah sie auch die anderen, die sich bisher noch verborgen gehalten hatten - Eidolon, Titania und Roadie kannte sie ja schon, aber dann gab es da neben ihnen noch eine andere, sehr schlanke und junge blonde Frau, und etwas im Hintergrund stand ein hochgewachsener, sehr hagerer Mann mit schwarzem Haar und Bart. Alle waren wie sie nur in Bademäntel gekleidet, allerdings in etwas einfachere weiße.
"Herzlich willkommen bei uns", begrüßte Steffen sie, "und bitte entschuldige die ganzen Sicherheitsmaßnahmen. Wir haben eine Menge zu verlieren, wenn hier was schiefläuft."
"Alles in Ordnung", gab Elyxir zurück, "ich hab Verständnis dafür. Vielen Dank übrigens für das schöne Stück hier" - sie strich mit den Fingern über die Seide ihres Hausmantels - "auch wenn ich nicht ganz verstehe, warum ich nicht meine eigenen Kleider tragen darf."
Sandy grinste. "Du könntest irgendwelche Abhörgeräte drin haben, meint Pandora."
Elyxir musste lachen. "Abhörgeräte, wie. Gehe ich recht in der Annahme, dass das hier Pandora ist?"
"Nein, ich bin Honeytrap", sagte Ria. "Pandora ist nicht hier."
"Und ich glaube auch nicht, dass du sie persönlich kennenlernen wirst", fügte Steffen hinzu. "Sie ist dir gegenüber zu misstrauisch. Sie findet, du hättest viel offener sagen müssen, wer du eigentlich bist. Der Ansicht bin ich zwar nicht, weil ich denke, ein Recht auf Privatsphäre hat jeder, aber ich konnte sie leider nicht umstimmen."
Elyxir lächelte sanft. "Und wer bin ich, in ihren Augen?"
Steffen lächelte nicht. "Du bist eine Freundin von Ishtar und Ikarus", sagte er. "Du hast eine Zeit lang mit ihnen zusammengearbeitet. Solange, bis du einem ihrer Mitstreiter ganz übel mitgespielt hast."
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