Chapter 31
by
Reyhani
What's next?
Ein gemütlicher Abend
Ich fieberte dem Freitag entgegen, an dem Anna zu Besuch kommen sollte. Ich hatte unser Wohnzimmer so verwanzt, dass mich die Stasi glatt als Ehrenmitglied aufgenommen hätte. Aber würde sich mein Überwachungsregime in der Praxis bewähren? Hatte ich an alles gedacht?
Anna kam gegen acht, wie Bärbel es am Abend vorher angekündigt hatte. Scheinheilig hatte ich meine Frau noch gefragt, was sie denn neuerdings mit Anna zu tun hatte. Als Antwort hatte sie etwas von Frauenangelegenheiten in der Nachbarschaft gemurmelt. Da müssten sich alt und **** mal austauschen. Ich konnte mir ein höhnisches Grinsen grade noch verkneifen.
Nach einer kurzen Begrüßung verdrückte ich mich rasch. Ich wünschte den beiden einen gemütlichen Abend und gab vor, dass ich noch was am Rechner zu erledigen hätte. Genau genommen stimmte das ja auch. Ich musste dringend mein Set-up testen, bevor es richtig losging.
Es bestand seine Bewährungsprobe: Bärbel und Anna waren klar zu verstehen und, obwohl sie das Licht gedimmt hatten, ganz scharf ... also ich meine natürlich im Sinne von ‚in allen Details zu erkennen‘. Eine reife und eine junge Schönheit auf der Couch in meinem Wohnzimmer, die gleich ihre intimsten Gedanken und Erlebnisse mit mir teilen würden. Die Vorfreude ließ meinen Schwanz erwartungsvoll sein Köpfchen recken.
Anna trug eine weite Bluse, die ihre Oberweite leider unnötig versteckte. Aber zum Glück hatte sie sie ziemlich weit aufgeknöpft. So konnte ich hin und wieder ihren schwarzen BH im Ausschnitt aufblitzen sehen, wenn sie sich drehte oder die Arme bewegte.
Zwei Kameras waren in unterschiedlichen Winkeln auf die Couch gerichtet. So konnte ich hin- und herschalten und versuchen, Annas Titten ins Visier zu bekommen. Ziemlich erfolglos aber es half mir, die Zeit totzuschlagen. Währenddessen steckten die beiden in ihrer quälend langen Einleitung über das Wetter, das persönliche Befinden usw. Weiber!
Zum Glück beendete Bärbel irgendwann das Vorgeplänkel mit einer direkten Frage: „Was hat sich denn nun bei dir und Hans ergeben? Ich kenne ihn ja schon so lange, dass ich mich gar nicht mehr richtig erinnere, wie es bei uns angefangen hat. Es muss kurz nach dem Einzug gewesen sein, also irgendwann Anfang 2000. Hans war von Anfang an scharf auf mich, aber die ersten ein, zwei Jahre war ich noch einigermaßen zurückhaltend. Außer heimlich fummeln und später auch knutschen, ist da nichts gelaufen.
Irgendwann, war ich aber fällig. Ich glaube so 2002, da hab ich mich an meine Jugend erinnert und wollte wieder daran anknüpfen. Bloß nicht als Hausfrau und Mutter versauern, dachte ich.“
Mit blieb wieder einmal die Luft weg. So lange ging das schon. Obwohl ich bereits so viele einzelne Fakten zusammengetragen hatte, war es noch einmal etwas anderes, diese Daten auf so nüchterne Art präsentiert zu bekommen.
Aus dem ersten roten Buch, das ich in der Garage gefunden habe, konnte ich ja schon eine Menge über Bärbels wilde Jugend erfahren. Die ersten Kapitel habe ich gleich verschlungen, bis es zeitlich nicht mehr passte. Aber ich habe mir eingeredet, dass diese Phase schnell wieder zu Ende gewesen sein musste. Schließlich hat Bärbel dann mich kennengelernt.
In meiner Vorstellung hat die Schlampenkarriere meiner Frau erst in den letzten Jahren richtig begonnen. Den Grund für diesen Wiedereinstieg habe ich vor allem bei mir selbst gesucht. Es war ja richtig, ich arbeitete zu viel und war mit meiner Wampe und meinen Speckröllchen wirklich nicht mehr schön anzusehen. Und jetzt erfuhr ich, dass Bärbel seit über zwanzig Jahren die Siedlungsmatraze war ...
Ich war empört aber auch erleichtert, dass das nicht allein meine Schuld sein konnte. Im Vergleich zu den fetten, faltigen Rentnern aus der Nachbarschaft, die Bärbel rangelassen hatte, fühlte ich mich mit meinem kleinen Wohlstandsbauch gar nicht mehr so schlecht.
Aber eigentlich sollte es heute Abend ja um Anna gehen. Ich konzentrierte mich wieder voll auf die Übertragung aus dem Wohnzimmer.
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