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Chapter 5 by kokosmilch kokosmilch

What's next?

Ein Kimono

Mit großen Augen schaute Julia in den Umschlag. Das war - alles?

Um sicher zu gehen, dass sie nichts übersehen hatte, schüttelte sie den Inhalt auf ein niedriges Tischchen. Aber es wurde einfach nicht mehr. Ein zusammengefaltetes kleines Stückchen Seide in glänzendem Schwarz mit Blumendruck und leuchtend roten Bändern. Sie fasste danach und musste unwillkürlich lächeln, so zart und weich fühlte sich der Stoff unter ihren Fingern an.

Ein Werbeflyer war noch aus dem Umschlag geflattert. Edel in mattschwarz mit Goldaufdruck. Exklusiv gesponsort von LustyLingery - für die Frau, die nicht verbergen muss, was sie zu bieten hat.

Der neongelbe Post-it auf der Rückseite wirkte daneben fast vulgär. In krakeliger Handschrift stand darauf: "Die Arbeitskleidung wurde von einem unserer wichtigsten Werbekunden bereitgestellt. Achte darauf, dass sie auf den Fotos gut zur Geltung kommt. Schmidt"

Julia faltete das Kleidungsstück auseinander und betrachtete es skeptisch. Es entpuppte sich als ein feminin geschnittener Seidenkimono. Oder besser gesagt, ein Kimono, der vermutlich für eine original Barbie hergestellt worden war und dieser ideal gepasst hätte.

"Arbeitskleidung? Das ist eher ein Taschentuch mit Ärmelansätzen", murmelte die angehende Reporterin und schüttelte entgeistert den Kopf.

Aber was sollte sie tun? Entweder anziehen und Interviews führen oder ...

Die Alternative war undenkbar. Sie musste das jetzt durchziehen, weil sie den Job unbedingt haben wollte.

Bevor sie es sich anders überlegen konnte, zog sie rasch Bluse und Rock aus und schlüpfte in das winzige Kleidungsstück. Ooh. Sie konnte ein Stöhnen nicht unterdrücken, so sanft und zärtlich strich die hauchdünne Seide über ihre nackten Arme und Schultern. Die feinen Härchen in ihrem Nacken stellten sich auf und genüsslich schloss sie die Augen. Am liebsten wäre sie stundenlang so dagestanden und hätte einfach nur das herrliche Gefühl genossen, wie der feine Stoff bei der kleinsten Bewegung ihre Haut streichelte. Die Liebkosungen eines Geliebten wären dagegen nur ein grobes Kratzen gewesen.

Aber sie war aus einem anderen Grund hier, rief sie sich zur Ordnung. Sie musste eine Recherche abschließen und einen druckreifen Bericht abgeben - mit Fotos, was nicht vergessen werden durfte. Wie sie wohl in diesem knappen Kimono aussähe? Sie fand einen hohen Standspiegel.

Oh, nein. Zerknirscht betrachtete sie ihr Spiegelbild. Das ging ja gar nicht.

Wobei an dem Kimono nichts auszusetzen war. Im Gegenteil. Er war geradezu passgenau auf ihre Figur zugeschnitten und die Farbe schmeichelte ihrem Teint. Aber Julias Unterwäsche, die sich durch die fast durchsichtige Seide abzeichnete und sowohl im weiten Ausschnitt als auch am unteren Saum des knappen Überwurfs herausschaute, passte ganz und gar nicht zu dem Gesamteindruck. Sie blies die Backen auf. Sollte sie sich wirklich ganz ausziehen und unter diesem Hauch von Nichts nackt sein?

Es fiel ihr nicht schwer, die Entscheidung zu treffen. Und zugegebenermaßen fühlte es sich ziemlich aufregend an, in dem Hinterzimmer des Massagesalons zu stehen, ohne irgendetwas anzuhaben. Noch einmal betrachtete sie kritisch ihr Spiegelbild und musste zugeben, dass sie gar nicht so schlecht aussah. Ihre nicht zu kleinen aber trotzdem festen Brüste brauchten nicht wirklich einen BH. Bauch, Armen und Beinen sah man an, dass sie regelmäßig Sport machte, ohne dass sie übertrieben athletisch wirkten, und glücklicherweise hatte sie ihre Haare erst kürzlich getrimmt, so dass untenrum nur ein süßes kleines dunkles Dreieck zu sehen war.

Nun den Kimono anzuziehen glich einer Offenbarung. Das feine Gewebe schmeichelte ihrer Haut und kitzelte ihre Brustwarzen, die sich sofort groß und hart aufrichteten. Ein warmes Kribbeln breitete sich in Julias Bauch aus. Zwischen ihren Beinen und hinten am Po, der nur halb bedeckt wurde, strich kühle Luft entlang.

Ein letzter Blick in den Spiegel. Noch einmal zupfte sie den Stoff zurecht, so dass zumindest vorn herum alles Wesentliche verhüllt war, dann trat sie auf den Flur.

Unentschlossen blieb sie stehen. Wohin ging's nochmal zum Empfang, rechts ober links?

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