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Chapter 4
by
Papas_Liebling
What's next?
Duck dich nicht weg
Klara knallte die Tür ihres Schlafzimmers so heftig zu, dass die Wände wackelten, und stürmte barfuß die Treppe hinunter. Man konnte ihre Wut beinahe körperlich spüren.
Sie hatte dem ein Ende setzen wollen. Sie war bereit gewesen, Daniel nicht weiter zu piesacken.
Aber er konnte einfach nicht aufhören, sich in ihr Leben einzumischen.
Sie musste etwas tun, um ihre Freiheit zurückzugewinnen.
„Daniel!“
Er schaute sofort auf.
Er hatte gerade erst seinen nassen Mantel aufgehängt und noch nicht einmal seine Schuhe ausgezogen.
„Du hast es schon wieder getan.“
Seine Augenbrauen hoben sich. „Was getan?“
„Du hast wieder einen Mann verjagt, mit dem ich zusammen war.“
„Wen?“
„Nils.“ Sie hielt ihm ihr Handy vor die Nase; die lange Liste unbeantworteter Nachrichten sprach für sich.
Daniel runzelte leicht die Stirn. „Der? Ich habe ihm überhaupt nichts getan. Ich habe ihn gestern Abend einfach nur auf einen Whiskey ins Wohnzimmer eingeladen. Wir haben uns ganz locker unterhalten.“
Klara lachte bitter auf. „Ja. Ganz ganz locker.“
Daniels Miene wurde hart.
„Du hast ihm gesagt, er solle es besser ernst meinen, wenn er mit mir ausgeht“, fauchte sie. „Und dass du dafür sorgen würdest, dass er es bereut, wenn er mir wehtut. Ist das deine Vorstellung von ‚ganz locker‘?“
Er schüttelte kurz den Kopf und sah sehr müde aus. „Ich will doch nur das Beste für dich.“
Klara warf ungläubig beide Hände in die Luft.
„Hörst du dir eigentlich selbst zu, wenn du redest? Das klingt verrückt.“
Ein Schatten huschte über Daniels Gesicht.
Gut.
Klara war so wütend, dass sie nur noch wollte, dass auch er wütend wurde.
Sie wurde leichtsinnig.
„Pass auf, was du sagst, junge Dame.“ Er klang **** angespannt.
„Oder was sonst?“
Sie spie die Worte so scharf aus, dass ein feiner Speichelregen sein Hemd traf.
„Oder ich werde –“
Die Antwort kam zu schnell. Unbedacht.
Die unvollendete Drohung hing zwischen ihnen wie ein Warnschild, dem keiner von beiden Beachtung schenkte.
Stille breitete sich schwer im Raum aus.
Daniel wich als erster zurück und fuhr sich mit einer Hand müde übers Gesicht.
„Ich bin zu erschöpft, um mich heute Abend mit dir zu streiten.“
Klara ließ nicht locker.
„Nein. Duck dich jetzt nicht weg.“ Ihre Stimme wurde gefährlich leise. „Wir klären das jetzt. Du behandelst mich immer noch, als wäre ich ein kleines Mädchen.“
„Aber das bist du nicht.“
Klara starrte ihn an.
„Was?“
„Du bist kein kleines Mädchen mehr.“
Bei den letzten Worten veränderte sich etwas in seiner Stimme. Es klang traurig und gleichzeitig wie ein Geständnis.
Klara sah ihn nun mit anderen Augen. Sie fing an, ihn zu durchschauen. Ihr Puls beschleunigte sich, als schlagartig die Erkenntnis kam.
Er sah in ihr eine Frau. Nicht das Mädchen. Nicht seine Tochter. Und wie jeder andere Mann konnte er den Gedanken nicht ertragen, sie mit jemand anderem teilen zu müssen.
Ihre Augen weiteten sich, als ihr klar wurde, dass er nicht der übergriffige Idiot war, für den sie ihn die ganze Zeit gehalten hatte. Er war in sie verliebt.
Etwas in Klara kippte.
„Die ganze Zeit über dachte ich, du würdest mich kaum wahrnehmen.“
Daniel schluckte. Ja, er hatte es oft bewusst vermieden, Klara anzusehen. Nicht, weil sie ihm nicht wichtig war. Sondern weil er Elise, seine Frau, liebte und sie nicht verlieren wollte.
Klara trat auf ihn zu, packte ihn am Hemdkragen und zog ihn näher zu sich heran.
Sie roch seinem frischen Schweiß unter dem sauberen Duft von Aftershave und dem merkwürdigen Geruch von Regen, der in seinem feuchten Haar klebte.
Ihr Gesicht kam näher.
Näher.
Bis er ihren Atem auf seinen Lippen spüren konnte.
„Sag es“, flüsterte sie. „Willst du mich?“
Daniels Augen weiteten sich augenblicklich, alle Farbe wich aus seinem Gesicht.
„Hast du eine Ahnung, was du mir gerade antust?“
Die Worte sprudelten nur so aus ihm heraus.
Ungeschönt.
Unkontrolliert.
Klaras Herz hämmerte schmerzhaft gegen ihre Rippen. Sie erkannte, dass sie auf Messers Schneide wandelte.
Eigentlich wollte sie ihn nur dazu bringen, sich von ihr fernzuhalten, indem sie die Hitze so hoch drehte, dass er sich die Finger verbrannte.
Aber was, wenn das nach hinten losging?
„Dann sag mir, dass du mich nicht willst.“
Keiner von beiden rührte sich.
Keiner von beiden sagte etwas.
Keiner von beiden wandte den Blick ab.
Und dann küsste Daniel sie.
Impulsiv. Fast ****. Als müsse er es tun, bevor sein Gewissen ihn davon abhalten konnte.
Klara stöhnte erschrockenen in seinen Mund, bevor sie seinen Kuss erwiderte.
Wochenlange Anspannung entlud sich in einem einzigen Augenblick.
Daniels Hand glitt um ihre Taille und zog sie an sich, bevor er sich dessen bewusst zu sein schien. Schuld und Verlangen waren eine brisante Mischung.
Explosiv.
Er drückte sie so fest gegen die Wand, dass ihr die Luft wegblieb, während sein eigener Atem hektisch wurde. Klara grub ihre Finger in sein Haar und zog ihn näher zu sich heran. Diese Berührung zerstörte fast den letztem Rest an Selbstbeherrschung, der ihm noch geblieben war.
Er küsste sie, als könne er nie mehr aufhören. Als wäre aufzuhören schlimmer als seine Ehe, seine **** zu zerstören.
Der Raum um sie herum verschwamm.
Klara riss ungeduldig an seinem Hemd, dass fast die Knöpfe absprangen.
Gemeinsam stolperten sie ins Wohnzimmer.
Sie fiel rückwärts auf das Sofa und versuchte, ihn mit sich zu ziehen.
Doch Daniel riss sich im letzten Moment los.
Tiefe Falten hatten sich in sein Gesicht gegraben. Seine Brust hob und senkte sich unregelmäßig. Er schien fast zerbrochen, als er auf sie herabblickte.
„Wir dürfen das nicht.“ Seine Stimme klang so rau, als würde sie bluten.
Das Problem war nur –
– keiner von beiden glaubte ihm.
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Hausarrest
Manche Regeln sind da, um gebrochen zu werden.
Als Klara Merkel zurück ins Haus ihrer Mutter zieht, rechnet sie damit, dass es schwierig werden könnte, mit ihrem Stiefvater Daniel auszukommen. Was sie erlebt, ist noch schlimmer. Kontrollwahn, Verbote, Hausarrest. Zunächst glaubt Klara, er sei überfürsorglich. Dann wird ihr klar, dass er eifersüchtig ist. Zunächst versucht sie nur, ihm seine Heuchelei vor Augen zu halten, doch schnell entwickelt sich daraus ein gefährliches Spiel aus Manipulation und Besessenheit. Als die Grenzen zwischen Stiefvater und Tochter verschwimmen, entdeckt Klara, dass Macht erregender sein kann als Freiheit.
Updated on Jun 10, 2026
by Papas_Liebling
Created on Jun 7, 2026
by Papas_Liebling
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