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Diplomatie
1814 versammelten sich die europäischen Großmächte in Wien, um die politische Landkarte des Kontinents neu zu ordnen. Zumindest auf dem offiziellen Parkett. Denn während Metternich, Zar Alexander I. und die übrigen großen Staatsmänner über Grenzen, Fürstenhäuser und Machtgleichgewichte verhandelten, entwickelte sich hinter den Kulissen ein zweiter, weit wichtigerer Kongress:
Der Evaporistische Kongress.
Die hier diskutierte Frage war von kontinentaler Bedeutung: Wo gibt es das beste Speiseeis und wer bekommt den Platz im Schatten?
Vanille wurde als zu konservativ abgelehnt.
Schokolade galt als zu französisch.
Zitrone war den Engländern zu sauer.
Stracciatella wurde von mehreren Delegationen als zu modern bezeichnet.
Erdbeere galt als konsensfähig, bis sich der Zar daran verschluckte.
Die diplomatische Lage eskalierte. Österreich versuchte zu vermitteln, indem es einen gemischten Eisbecher mit Obers vorschlug. Preußen brachte Fürst Pückler in Stellung.
Am Ende einigte man sich auf eine Formel, die bis heute als Meisterwerk europäischer Diplomatie gilt:
Jeder Staat darf sein eigenes Eis essen, solange er den Schatten des Nachbarn nicht beansprucht.

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