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Chapter 13
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Die Rettung
Katharina wachte auf, als das erste Licht des Tages dämmrig durch den Höhleneingang schimmerte. Sie blinzelte in die zunehmende Helligkeit und nahm nur halb bewusst eine Bewegung wahr. Als sie genauer hinsah, erkannte sie eine zweibeinige Gestalt mit einem Schwert. Still und bewegungslos blieb sie liegen, um den Drachen nicht auf die nahende Gefahr aufmerksam zu machen. Das Biest aber lag völlig arglos neben ihr und murmelte im Schlaf unverständliche Worte.
Der Mensch kam näher und Katharina jubelte innerlich, als sie die vertraute Silhouette Rogers erkannte, aber sie biss sich auf die Lippen, damit kein verräterisches Geräusch über sie komme, das den Drachen aufstören könnte.
Ihr Ordensbruder hatte seine Rüstung abgelegt, damit er sich lautlos anschleichen konnte. Nur ein schmaler Lendenschurz bedeckte seine Körpermitte. Katharina war froh, dass er sie retten würde, genoss aber noch mehr den Anblick seiner athletischen, wohlproportionierten Gestalt. Seine langen blonden Haare umwallten sein ebenmäßiges Gesicht, das Konzentration und Entschlossenheit widerspiegelte. Seine Muskeln spannten sich, als er neben dem Drachen angekommen war und sein scharfes Langschwert mit beiden Armen hoch über den Kopf hob. Als drohender Stachel deutete die stählerne Spitze dabei auf die Brust des Untiers.
Wie der Blitz zuckte die Klinge herab und traf das Monster durch die weichen Bauchschuppen ins Herz. Schwarzes Blut spritzte hoch, aber Roger hieb immer wieder auf den Drachenkörper ein, wie ein Berserker, bis sich nichts mehr regte. Schwer atmend blieb er neben dem in seinem Blut liegenden Feind stehen.
Als er sich unzweifelhaft überzeugt hatte, dass das Untier tot war, ging er um den Leichnam herum und half Katharina beim Aufstehen.
„Geht es dir gut?"
Erst nickte sie zaghaft, versuchte ein Lächeln, aber dann brach sie in Tränen aus.
„Nein, es geht mir nicht gut. Der Drache hat mich entjungfert. Ich kann nie mehr zurück in den Orden. Ich werde für immer allein sein."
Sie lehnte sich weinend gegen seine starken Schultern. Unsicher, wie er damit umgehen sollte, legte er zögernd einen Arm um sie.
„Du bist nicht allein. Ich gehe mit dir, gleich wo hin."
„Wirklich?"
Sie schniefte. Dankbar sah sie zu ihm auf.
Sie nahmen sich an der Hand und zogen ein paar der weniger besudelten Pelze aus der Höhle ins Freie, wo sie sich erschöpft niederlegten. Die Strahlen der höher steigenden Sonne vertrieben die dunklen Erinnerungen an die Schrecken der vergangenen Nacht. Tiefstes Vertrauen zu Roger und ein neues Gefühl, vielleicht Liebe erfüllten Katharina, und so fand sie den Mut, ihm von ihren Träumen zu erzählen. Und da er nur den knappen Lendenschurz trug, konnte sie deutlich sehen, dass es ihm bestimmt nichts ausmachte, wenn sie auf diese Art von ihm träumte.
Bald redeten sie nicht mehr. Und als die Sonne hoch stand, waren sie beide nicht mehr für den keuschen Ritterorden geeignet.
Ende
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Drachenhöhle
Rettet die Jungfrau!
Katharina hatte noch nicht oft gegen echte Drachen gekämpft. Sie konnte das bedauernswerte Mädchen erkennen, das an einen schwarzen Pfahl gekettet war. Dahinter gähnte im Felshang eine dunkle Kluft, offenbar der Eingang in die Höhle des Drachen. Sie war also noch rechtzeitig eingetroffen, Gott sei Dank.
Updated on Dec 20, 2023
Created on Dec 10, 2023
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