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Chapter 16
What's next?
Die Klassenfahrt zur Reeperbahn
Charlie hatte schon einige Schritte in Richtung der in den Bücherregalen herumschnüffelnden Sina gemacht, als er sich nochmal umwandte als sei ihm etwas eingefallen.
"Du, Pommes, ist Simon noch im Geschäft?"
"Ja, klar, warum?", antwortete der hagere Ladenbesitzer vorsichtig.
"Ruf ihn doch bitte an und sag ihm, ich habe einen eiligen Job für ihn."
"Um diese Zeit schläft er normalerweise schon. Er hat ja einen day-time Job im Gegensatz zu uns."
Pommes warf einen bedeutungsvollen Blick auf sein Handgelenk, obwohl er keine Armbanduhr trug. Der Zuhälter fand die Bemerkung seinerseits gar nicht lustig und runzelte bedrohlich die Stirn.
"Weißt du, wie scheißegal mir das ist? Ruf ihn an und sag ihm, wenn er nicht augenblicklich seinen Arsch hierher bewegt, dann kann er sich seine lukrativen Nebenjobs beim Filmen von Pornos im Kiez in den selbigen stecken", zischte der Schwarze. Sein Gegenüber zuckte so heftig zurück, dass die zahllosen Ketten um seinen Hals laut klirrten, und hob beschwichtigend beide Hände.
"No Problemo, wird gemacht, Boss."
Charlie grinste gehässig, die Unterwerfungsgeste hatte ihn milde gestimmt. Streng genommen konnte er hier niemanden herumkommandieren und Chef der beiden war er schon gar nicht. Aber Pommes wusste so gut wie jeder andere Händler in der Branche, dass er seinen Laden dichtmachen konnte, wenn der große Schwarze hier und da bei den richtigen Leuten eine Bemerkung fallen und seine Beziehungen spielen ließ.
"Na, dann ist ja alles gut." Charlies Zustimmung klang wie das tiefe Knurren einer Bestie. "Du hast doch nichts dagegen, wenn ich für die Kleine ein paar Sachen aus den Regalen nehme, oder?"
Pommes beeilte sich, zustimmend zu nicken, fischte dann umgehend sein Handy aus der hinteren Hosentasche und wählte im Gehen Simons Nummer.
Der Zuhälter wandte sich wieder seinem eigentlichen Ziel zu. Mit Kennerblick schätze er aus der Entfernung Sinas Konfektionsgröße und wählte im Vorbeigehen zwei Dessous-Sets von einem Kleiderständer. Sie war dermaßen in ihre Lektüre vertieft, dass sie sein Näherkommen nicht bemerkte, bis er unmittelbar neben ihr stand. In der Hand hielt sie einige dünne Pornoheftchen, deren Seiten sie in unglaublichem Tempo verschlang. Während er die kurze Strecke zurücklegte, hatte sie bestimmt schon ein dutzendmal umgeblättert.
"Anscheinend findest du's interessant."
Sie schreckte auf und lief tomatenrot an, als fühle sie sich bei irgendetwas Unanständigem ertappt. Sie wollte ihn ansehen, schaffte es aber nicht, Augenkontakt zu halten. Stattdessen murmelte sie: "Ähm. Ja, schon. Vor allem sind diese Sachen neu und ungewohnt, sowas habe ich bisher noch nie gelesen. Da wollte ich mir einen schnellen Überblick verschaffen."
"Du brauchst dich nicht zu rechtfertigen, schon gar nicht vor mir. Ich finde, jeder sollte lesen dürfen, was er will. In der Hinsicht bin ich gewissermaßen ein Kämpfer für den Liberalismus. Wobei ich selber weniger lese, ich warte lieber auf die Verfilmung."
Dabei bleckte er seine weißen Zähne, die im schummrigen Licht des Sexshops noch heller strahlten.
"Schau dir mal DAS Buch an. Ich könnte mir vorstellen, dass dir das wirklich gut gefällt."
Er angelte einen ziemlich dicken Wälzer aus dem Regal und reichte ihn der kleinen Leseratte. Auf dem Einband schaute eine leichtbekleidete junge Frau in das verspiegelte Seitenfenster einer Stretch-Limousine. Darunter stand in Großbuchstaben der Titel:
Die Klassenfahrt zur Reeperbahn
by MACC et al.
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Die Klassenfahrt zur Reeperbahn
Eine Mädchenklasse landet statt im Hotel in einem Bordell
Eine Mädchenklasse landet auf der Klassenfahrt in einem Bordell auf der Reeperbahn.
Updated on Jun 2, 2026
by Callisto
Created on Dec 20, 2001
by MACC
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