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Chapter 13
by
Meister U
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Die Fußbodenheizung
Die Fußbodenheizung unter den Fliesen der Küche gab eine sanfte, gleichmäßige Wärme ab. Astrid stand am Kühlschrank, ein Glas Wasser in der Hand, eingehüllt in ihr altmodisches, baumwollenes Nachthemd mit kleinen Blümchen. Sie hatte nicht geschlafen. Jedes Knarren, jedes Rascheln aus dem Gästezimmer hatte sie aufgeschreckt, ihren Körper in einen Zustand angespannter, feuchter Erwartung versetzt. Nichts war gekommen. Nur Stille, dann, gegen Morgen, deutliche, unmissverständliche Geräusche. Sie hatte ihr Kissen über den Kopf gezogen und die Zähne zusammengebissen.
Da kam Maja um die Ecke gestolpert, völlig nackt, ihr Körper eine lebende Illustration der Geräusche. Ihre Haut glühte, ihr dunkles Haar war ein wilder Wirbel. Sie rieb sich verschlafen die Augen, dann bemerkte sie Astrid.
„Astrid! Hej!“ Majas Stimme war rau vom Schlaf und vom anderen. Sie grinste, völlig unbefangen in ihrer Nacktheit. „Fan, jag hade den sjukaste drömmen.“ Mann, ich hatte den krassesten Traum.
Astrid erstarrte. Das Glas in ihrer Hand fühlte sich eiskalt an. „Jaså?“ Ach ja? Ihre Stimme war ein dünnes Fädchen.
„Ja!“ Maja lehnte sich gegen den Küchentisch, streckte sich genüsslich, völlig ungeniert. Die Spuren waren deutlich zu sehen: leichte Rötungen an ihren Hüften, ein blauer Fleck an ihrer Brust. „Jag drömde att det fanns en man här. I mitt rum. Eller… i hans rum, antar jag. En stor, tysk man. Med händer som…“ Sie hielt ihre eigenen Hände hoch, beugte die Finger zu Krallen. „…som kunde forma en. Som lera.“
Astrids Mund wurde trocken. Sie trank einen Schluck Wasser, der ihr wie Sand im Hals stecken blieb. Wie Ton. Sie hatte die Geräusche gehört. Das Stöhnen. Das Schreien.
„Och han… han fick mig“, fuhr Maja fort, ihre Augen glänzten im schwachen Küchenlicht, weit aufgerissen bei der Erinnerung. „Inte bara… jag menar, jag red honom. Hårt. Så att sängen bankade mot väggen. Och hans händer på mina bröst… först mjuka, sen…“ Sie machte eine greifende, quetschende Bewegung vor ihrer eigenen Brust. „…sen som järn. Det kändes… verkligt. Allt kändes så jävla verkligt. Till och med lukten. Svett och… ja, du vet.“
Astrid wusste. Sie konnte ihn immer noch riechen. Auf sich selbst. Sie presste die Oberschenkel zusammen, spürte das feuchte Prickeln der eigenen, ungestillten Erregung. Eifersüchtig? Ja. Rasend. Aber auch fasziniert. Majas Schilderung war wie Öl auf das Feuer ihrer Fantasie. Wie Eisen. Sie sah es vor sich.
„Och jag kom“, seufzte Maja selig und ließ sich auf einen Küchenstuhl fallen, ihre nackten Schenkel spreizten sich leicht. „Jag kom så hårt att jag trodde jag skulle gå sönder. Sen… sen somnade jag bara. Som en sten.“ Sie lachte. „En jävla dröm, eller hur? Så livlik. Undrar varför…“ Sie zuckte mit den Schultern, griff nach Astrids Wasserglas und trank einen großen Schluck.
Astrid rang nach Worten. Ihr Herz hämmerte so laut, dass sie fürchtete, Maja könnte es hören. Sie wollte schreien: Das war kein Traum! Das war er! Er ist hier, in meinem Haus, und hat dich gefickt, während ich gelauscht habe und mich feucht und vergessen in meinem Bett gewälzt habe!
Stattdessen sagte sie, mit einer erstaunlich ruhigen Stimme: „Das klingt… intensiv. Vielleicht von der Toy-Party? Dein Unterbewusstsein… verarbeitet.“
„Kanske.“ Vielleicht. Maja gähnte, reckte sich wieder. „Ja, det måste vara det. Men fan…“ Sie stand auf, ging zurück zur Tür. „…om det inte var en dröm… då skulle jag vilja veta vem fan han är. Och jag skulle vilja ha en till omgång.“ Sie warf Astrid ein freches Grinsen zu. „God natt, igen! Sov sött!“
Und dann war sie weg, ihr nackter Rücken, die leicht roten Hüften verschwanden im dunklen Flur zurück Richtung Gästezimmer – zurück zu seinem Zimmer, zu seinem Bett, zu seinen Gerüchen.
Astrid blieb allein in der Küche zurück. Sie stellte das Glas ab. Ihre Hände zitterten. Sie griff sich an den eigenen Hals, spürte den rasenden Puls darunter. Die Hitze der Fußbodenheizung stieg ihr in die Beine, ein kriechender, unangenehmer Schweiß brach aus.
Sie hatte die Wahrheit verschluckt. Sie hatte sie wie eine glühende Kohle in ihrer Brust behalten, während Maja sie mit ihrer bildhaften, ahnungslosen Erzählung gefoltert hatte. Die Erregung war noch da, ein schmerzhaftes Klopfen. Die Eifersucht - ein giftiger Nebel. Und das Verlangen… das Verlangen war jetzt tausendmal schlimmer.
Sie glitt von dem Stuhl, kniete sich auf die warmen Fliesen. Sie legte die Stirn auf den Sitz des Küchenstuhls, den Maja gerade verlassen hatte. Ein leises, verzweifeltes Schluchzen schüttelte sie, vermischt mit einem erstickten, gierigen Keuchen.
Maja schlurfte den Flur entlang, das angenehme Gefühl der Fußbodenheizung unter ihren nackten Sohlen, das dumpfe, satt-wohlige Pochen zwischen ihren Beinen und das verschwommene Glücksgefühl ihres "Traumes" noch im Körper. Sie drückte die Klinke des Gästezimmers nieder und trat lässig ein.
„Jag borde verkligen mer vin **** om drömmarna blir så…“
Der Satz erstarb ihr auf den Lippen.
Das kalte, graue Licht des Stockholmer Morgens strömte ungefiltert durch die jetzt kahlen Fenster. Es war kein freundliches Licht. Es war gnadenlos, klar und entlarvend wie ein Skalpell.
Und in diesem Licht saß Bernd.
Nackt. Aufrecht auf der Kante des zerwühlten Bettes. Sein Oberkörper war dem Fenster zugewandt, das Profil scharf gegen das helle Rechteck gesetzt. Als die Tür aufging, drehte er langsam den Kopf zu ihr. Seine blassgrauen Augen nahmen sie auf, ohne Überraschung, ohne Scham. Nur eine stille, vollständige Registrierung.
Maja erstarrte im Türrahmen. Ihre Nacktheit, die sich eben noch natürlich angefühlt hatte, verwandelte sich unter diesem Blick in etwas Absolutes, Entblößendes. Die kühle Luft des Zimmers traf ihre Haut und ließ sie in Gänsehaut ausbrechen. Ihr Blick, unfähig, sich von ihm zu lösen, irrte dann über das Chaos des Zimmers.
Seine Kleidung lag auf einem Stuhl. Seine Kleidung.
Ihr Kleid, ihr Slip, lagen achtlos über der Kommode. Ihre Kleidung.
Auf dem Nachttisch neben ihm stand das Wasserglas.
Ein Puzzle aus Eindrücken, die nicht zusammenpassten, begann in ihrem Kopf zu rattern.
Der Traum.
Die Hände.
Der ****, der kein **** war.
Das Geräusch der Bettfedern.
Sein Gesicht.
Ihr eigener Atem blieb in ihrer Kehle stecken. Ein langsames, brennendes Gefühl stieg von ihrem Dekolleté aufwärts, über ihren Hals, in ihre Wangen. Eine Schamröte, nicht der Verlegenheit, sondern der sich langsam entfaltenden, entsetzlichen Erkenntnis.
Ihr Blick fiel auf ihre eigenen Hüfte. Dort, wo ihre Finger in ihrem „Traum“ gebohrt hatten, waren deutliche, blasse Druckstellen zu sehen. Leichte, rote Streifen zogen sich über ihre Oberschenkel – genau dort, wo eiserne Hände sie gehalten hatten.
Ein leises, keuchendes Geräusch entwich ihr. Sie brachte keine Silbe heraus.
Bernd sagte nichts. Er beobachtete nur, wie die Erkenntnis in sie einsickerte, wie Zelle für Zelle ihres Körpers sich daran erinnerte, was wirklich geschehen war
Sie zitterte. Plötzlich war ihr kalt, eiskalt. Ihre Arme schlossen sich instinktiv vor ihrem Körper, eine nutzlose Geste der Scham. Jede Stelle, die er berührt, jede Stelle, die er geknetet, die er angefasst hatte, fühlte sich jetzt an wie gebrandmarkt.
„Du…“, brachte sie schließlich heraus, eine heisere, fremde Stimme. „Du var…“ Du warst…
„Ja“, sagte er einfach.
Maja starrte ihn an. Ihre Augen füllten sich nicht mit Tränen, sondern mit einer Art von glasigem, fassungslosem Horror. Sie war hier hereingeschlendert, hatte von einem heißen Traum geschwärmt, während die Beweise für die Realität um sie herum lagen und der Protagonist dieses Traumes sie jetzt einfach nur ansah.
„Jag… jag trodde…“, flüsterte sie.
„Jag vet.“ Ich weiß. Er stand auf. Sein nackter Körper bewegte sich ungehemmt vor ihr. Es war keine Demonstration. Es war einfach da. Ein weiterer, unausweichlicher Fakt in diesem entlarvenden Morgenlicht. Er hob sein Hemd vom Stuhl. „Du redest viel im Schlaf.“
Dieser letzte, beiläufige Satz war der vernichtendste. Er zerriss den letzten Fetzen ihrer Selbsttäuschung. Sie hatte nicht nur geträumt, dass sie stöhnte und schrie. Sie hatte gestöhnt. Sie hatte geschrien. Und er hatte es gehört.
Sie drehte sich abrupt um, ihr Rücken war ihm zugewandt. Sie wollte verschwinden. Sie wollte, dass der Boden sie verschlang. Sie konnte nicht einmal mehr an ihre Kleidung denken, die nur wenige Meter entfernt lag. Jede Bewegung in diesem Raum, in seiner Anwesenheit, fühlte sich an wie eine weitere, unmögliche Demütigung.
Hinter ihr hörte sie das leise Rascheln von Stoff, als er sich anzog. Jedes Geräusch war eine ****.
Sie stand da, nackt, zitternd, mit dem Rücken zu ihm, gefangen in der Türöffnung ihres eigenen peinlichsten Albtraums. Und das diffuse Licht Stockholms ließ keinen Schatten zu, in dem sie sich hätte verstecken können.
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Der Komplize
[Bernd vögelt sich durch Stockholm | Johanna spinn-off]
Berlin liegt hinter ihm. Vor ihm: Liv. Kühl, berechnend, schwanger von ihm. Ihre Einladung nach Stockholm ist kein Neuanfang, sondern die nächste Stufe eines perfiden Spiels. Liv, die Meisterin der Inszenierung, hat das Spielfeld vorbereitet. Bernd, der stille Stratege, soll es besetzen.
Updated on Mar 19, 2026
by Meister U
Created on Jan 11, 2026
by Meister U
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