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Chapter 3
by
Reyhani
Was passiert am Samstag?
Besuch im Garten Eden
"Bist du sicher, dass du in dieses Sündenbabel willst? Du siehst doch wie ein anständiges Mädchen aus."
Die Oma am Gartenzaun schaute Julia skeptisch an. Nachdem sie schon zum dritten Mal wieder am Eingang der riesigen Kleingartenanlage gelandet war, hatte Julia **** nach dem Weg gefragt. Als sie sich als Reporterin outete, war die Oma dann beruhigt. Lautstark begrüßte sie es, dass da mal jemand nach dem Rechten schaue. Und sie verriet Julia den Trick: Man müsse immer links herum, quasi von hinten an das Vereinsheim mit der Fahne heran. Wenn man rechts gehe, komme man nur zurück zum Ausgang. Das hatte Julia auch schon gemerkt.
Zum Schluss schenkte die Oma Julia noch einen Apfel aus ihrem Garten. Kauend machte sie sich wieder auf den Weg. Als ihr ein alter Mann mit einem weißen Rauschebart entgegenkam, wurde sie unruhig. Würde er sie jetzt aus der Kleingartenanlage vertreiben, weil sie vom verbotenen Baum gegessen hatte? Aber nichts dergleichen geschah. Der gelbe Apfel schmeckte zwar irgendwie wässrig aber gar nicht mal schlecht.
Dieses Mal klappte es. Julia ging immer links und stand zum Schluss am Ende der Sackgasse vor einem Gartentor in einer hohen Hecke. Daran war ein Banner befestigt: Gartenfreunde Adam und Eva. Jetzt konnte man auch das Logo erkennen, das auf der Fahne nicht richtig zu erkennen war. Es zeigte ein nacktes Paar, das sich an den Händen hielt. Julia schmunzelte. Da war sie ja mal gespannt.
Auf der anderen Seite des Tors war ein kleiner Platz, an dem eine niedrige, langgezogenen Laube stand. Julia wurde schon erwartet. Neben ein paar Fahrrädern saß ein älterer Mann auf einem Campingstuhl im Schatten. Er stand sofort auf, hob seine Hand zum Gruß und ging Julia entgegen. Er war braungebrannt, nicht besonders groß und ziemlich hager. Der Penis nichts Besonderes aber die Hoden hingen auffällig schwer nach unten.
Ups, schalt sich Julia im Stillen selbst. Hatte sie gestarrt?! Das gehörte sich aber nicht und war besonders in diesen Kreisen verpönt, hatte sie mal gehört.
"Jetzt wird mir alles klar", brach es aus ihr heraus. "Sie sind ein FKK-Verein."
"Frei und nackt seit 1922", antwortete der Mann, der der Vorsitzende Kazmirek sein musste.
"Um es genau zu sagen", fuhr er fort, "ein Verein für Nacktgärtnerei und Lustgemüsezucht. So steht es im Vereinsregister. Das ist schon ein bisschen anspruchsvoller als nur in der Sonne rumzuliegen wie die Kollegen vom reinen FKK. Aber nichts für ungut, wir sind alle eine große ****."
Kazmirek reichte Julia die Hand und sie gingen zurück in den Schatten.
"Schön haben Sie es hier", begann Julia. "Ich habe so viele Fragen und vielleicht haben Sie ja auch schon eine Idee, wie Sie den Verein präsentieren wollen. Aber zuerst passe ich mein Outfit mal ein bisschen an. Ist eh angenehmer bei der Hitze."
Damit fasste sie ihr einfaches, erdfarbenes Leinenkleid am Saum und zog es über den Kopf. Gut, dass sie auf Unterwäsche verzichtet hatte. Deshalb stand sie nur noch in ihren Birkenstocks da. Mal wieder instinktiv alles richtig gemacht. Den Plug, der jetzt schon fast zu ihrer Berufsbekleidung gehörte, würde man nicht auf Anhieb sehen.
Als Taktik für das Interview hatte sie sich überlegt, möglichst gar nicht aufzufallen. Nach ihrer Erfahrung redeten die Leute dann von ganz alleine. Was trug man wohl in einem sexpositiven Kleingartenverein? Sie hatte keine Ahnung, deshalb hatte sie diese Öko-Kombi gewählt, was eigentlich gar nicht ihr Stil war, aber sie wollte sich ihrer Umgebung anpassen. Letztendlich hatte sie damit total falsch gelegen. Aber wenigsten das Ausziehen ging schnell.
"Du gehst ja ran, Mädchen. Da hat Frank genau die Richtige geschickt", kommentierte Kazmirek Julias Aktion anerkennend. "Aber crem dich mal lieber ein, so bleich wie du bist. Und nicht das Döschen vergessen. Wer sich so blank rasiert, bekommt da schnell einen Sonnenbrand."
Julia nahm lachend die Flasche mit der Sonnenmilch entgegen, die Kazmirek ihr reichte. Frech – die guckten ja doch die FKKler.
Während sie sich eincremte, erzählte der Vorsitzende ein bisschen vom Verein und seiner Entwicklung. Kazmirek bestätigte, dass sie Nachwuchsprobleme hatten. Die **** und Enkel der aktuellen Pächtergeneration hingen vor allem im Internet rum und waren an Natur nur mäßig interessiert. Einige Ausnahmen gebe es schon, seine Enkelinnen zum Beispiel oder die Studenten von Parzelle 23. Die hatten auch die Idee gehabt, es mal mit diesem neuen Schlagwort 'sexpositiv' zu versuchen. Hoffentlich gebe das neue Mitglieder und neue Impulse fürs Vereinsleben.
"Und jetzt machen wir mal einen Rundgang", schlug Kazmirek vor. "Dann kennst du schon alle, wenn nachher das Fest losgeht."
Was sind die Kleingärtner für Typen?
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Die Reporterin
Alles für eine gute Reportage
Es reicht ihr nicht nur darüber zu schreiben, sie muss es erleben
Updated on Nov 14, 2025
by kokosmilch
Created on May 25, 2025
by markmarksen07
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