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Chapter 5 by FeuchtVonLipwig FeuchtVonLipwig

What's next?

Auf zu den Spielwiesen

Wir steigen die Treppe zum ersten Stock hinauf. Wir wollen uns einmal die Räume ansehen, derentwegen wir hauptsächlich hergekommen sind.

Wie es scheint, sind die Spielzimmer oben an der Galerie rund um den zentralen Raum angeordnet. Wir zählen 9 Durchgänge. Türen gibt es hier nicht. Da wir keine Ahnung haben, was uns so erwartet, beschießen wir die Räume einfach im Uhrzeigersinn beginnend an der Treppe zu erkunden.

Kaum sind wir durch den ersten Türbogen getreten, verändert sich die Szenerie. Die Musik des DJ versickert und es bleibt nur ein dumpfes, fernes Grollen, wie von einem nahenden Gewitter. Der Raum ist in grünes Licht getaucht. Von der Decke hängen künstliche Schlingpflanzen und Lianen. Aus versteckten Lautsprechern hört man Junglegeräusche und das Tropfen von Regen auf Blätter. Der Teppich sieht aus und fühlt sich an wie Moos und in der Mitte des Raumes steht ein großes Bett, das aus Bambusrohren gezimmert ist und sich unter einem Moskitonetz verbirgt.

Der nächste Raum ist das krasse Gegenteil. Man hat das Gefühl, direkt in ein Krankenhaus gestolpert zu sein. Weiße Fliesen bedecken den Boden und die Wände. An einem Leuchtkasten hängen Röntgenbilder von menschlichen Becken. Die Mitte des Raumes wird dominiert von einem gynäkologischen Untersuchungsstuhl.

Im dritten Raum ist es so finster, dass man die Hand vor Augen nicht sehen kann. Ein paar winzige und sehr dunkle LED ermöglichen es, den Weg zu einer großen Spielwiese zu ertasten, aber was immer sich auf der Spielwiese befinden mag, bleibt dem Blick verborgen.

Ein Raum weiter ist eine Leinwand aufgespannt, auf der ein Porno läuft. Davor befindet sich eine große Spielwiese am Boden, vermutlich damit die Zuschauer, die sich in den weiter hinten befindlichen Kinosesseln Platz nehmen, sowohl das Geschehen auf der Leinwand, als auch das auf der Spielwiese gut im Blick haben. Ansonsten ist der Raum recht dunkel gehalten. Die Wände sind mit dunkelrotem Stoff bespannt.

Im 5. Raum erwartet uns wieder eine radikal veränderte Umgebung. Wände und Boden sind in einem intensiven Pink gefärbt und alle geraden Flächen tragen Blumenmotive. Das Bett in der Mitte ist in einem hellen rosa gefärbt und am Kopfende prangt der Schriftzug „Prinzessin Lillyfuck“. Unwillkürlich muss ich kichern und an meine Kindheit zurückdenken.

Der nächste Raum ist kreisrund. Die Wände sind gepolstert und in der Mitte steht ein großes kreisrundes Bett ohne Rückwand. Als wir daran vorbeigehen, bewegt es sich leicht, also drücke ich noch einmal stärker dagegen und tatsächlich: Das ganze Bett ist drehbar gelagert. Aufregend.

Der nächste Raum ist ebenfalls rund, aber es gibt überhaupt keinen Fußboden, denn die Spielwiese beginnt direkt an der Tür und füllt den gesamten Raum aus. Die Fläche ist aber nicht eben, sondern neigt sich zur Mitte hin deutlich nach unten. Die Oberfläche der Spielwiese ist außer in der Richtung zur Tür hin sehr glatt. Jeder, der auf dieser Spielwiese aktiv ist, wird dadurch früher oder später nach unten und in die Mitte rutschen. Das könnte witzig sein.

Der letzte Durchgang führt zu einer Treppe, die wieder nach unter führt. Als wir sie heruntergehen, kommt uns feuchte Luft entgegen. Unten angekommen, stehen wir vor einem riesigen Whirlpool. Das schäumende und blubbernde Wasser wird von unten grünblau beleuchtet und zaubert dadurch wirbelnde Lichtflecken an die Decken und Wände, die fast schon hypnotisierend wirken.

Wir gehen wieder zurück und oben angekommen, lehnen wir uns über die Brüstung und schauen von oben in den großen Saal, der sich inzwischen mit etwa 150 Gästen gefüllt hat. Dabei sehen wir, dass sich links und rechts der Tanzfläche noch einmal zwei große Spielwiesen befinden, die vollständig aus weißem Leder gefertigt sind.

Jeder, der dort aktiv wird, präsentiert sich allen anderen anwesenden in voller Pracht.

Das wirkt etwas einschüchternd.

Wir beenden unseren Rundgang durch die Spielwiesen und überlegen, wohin wir nun gehen könnten.

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