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Angefixt macht sich Ela zu seiner Komplizin - Sandys Weg
Als der Bildschirm schließlich ganz schwarz blieb und das sanfte Summen des Lüfters in der Stille des Raumes verstarb, war Ela wie verwandelt. Ihre Atmung ging flach, die Haut prickelte unter dem feinen Leder ihres Outfits, und die kalte, rationale Lehrerin, die tagsüber vor Klassenräumen stand, schien in den Schatten dieses Zimmers ausgelöscht zu sein. Sie war bereit.
Dragan wusste genau, wie man die Saiten spannte, bis sie schmerzten. Doch Ela war keine Gefangene in diesem Netz – sie war eine Raubtier, das den Nervenkitzel genoss, sich freiwillig fesseln zu lassen, solange das Spiel ihren eigenen dunklen Instinkten diente.
Ihr Smartphone vibrierte auf dem Glastisch. Eine einfache Nachricht von einer unbekannten Nummer, nur zwei Worte: Morgen, 22 Uhr. Dazu eine Adresse am alten Güterbahnhof, fernab jeder bürgerlichen Realität.
Ein kurzes, dunkles Lachen entkam ihrer Kehle. Sie tippte eine knappe Bestätigung ein.
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Die Luft im Lehrerzimmer roch am nächsten Morgen nach billigem Filterkaffee und der typischen, säuerlichen Müdigkeit eines Dienstags an einer Brennpunkt-Schule. Ela lehnte an ihrem Schreibtisch, die Beine in den engen schwarzen Jeans übereinandergeschlagen, und blätterte in Klausuren, als die Tür aufging.
Sandy trat ein.
Die achtzehnjährige Blondine war das Paradebeispiel für die Illusion von Unschuld an dieser Schule. Zierlich, mit makellosen Gesichtszügen, wusste sie genau, wie sie ihre Reize einsetzte. Ihr Rock war immer einen Tick zu kurz, die Bluse zwei Knöpfe zu weit geöffnet. Sandy war berechnend; sie hielt sich für die Klügste, für eine, die alle Fäden in der Hand hielt. Genau diese Arroganz machte sie für Ela so unfassbar amüsant – und so verdammt leicht zu manipulieren.
„Frau Wolff? Wegen der Bio-Nacharbeit...“, begann Sandy mit dieser gekünstelten, säuselnden Süße in der Stimme, bei den männlichen Kollegen sofort den Verstand aussetzten ließ.
Ela blickte langsam auf. Sie musterte das Mädchen mit einem kalten, fast mütterlichen Blick, der in Wahrheit die Anatomie einer Beute sezierte.
„Ah, Sandy. Komm rein. Setz dich.“
Sandy setzte sich, strich den Rock glatt und warf Ela einen kalkulierten Blick zu. Sie dachte wahrscheinlich, sie könnte sich mit ein paar schmeichelenden Worten eine bessere Note erschleichen. Sie hatte keine Ahnung, dass sie in Wahrheit längst auf einer unsichtbaren Inventarliste stand.
„Du hast Potenzial, Sandy“, sagte Ela mit rauchiger, leiser Stimme. Sie lehnte sich vor, stützte die Ellenbogen auf den Tisch.
„Aber du verschwendest es. Man kommt im Leben nicht weiter, wenn man sich mit den kleinen Fischen im Becken begnügt. Man braucht... Ambitionen. Höhere Ziele.“
Sandys Augen verengten sich für einen Bruchteil einer Sekunde – nicht aus Skepsis, sondern aus Eitelkeit. Sie liebte es, wenn man ihr Größe zuschrieb.
„Ich bin immer bereit zu tun was nötig ist um voran zu kommen“, antwortete sie gedehnt, ein Hauch von Provokation in der Stimme.
„Das trifft sich gut“, lächelte Ela dünn.
„Und manchmal kreuzen sich Wege mit Leuten, die einem genau die Abkürzungen zeigen, die man sucht. Finanziell. Luxus, den man sich von einem Nebenjob im Café niemals leisten kann.“
Sandys Blick veränderte sich. Die Zicke wich einer nüchternen, kalten Neugier. Sie war nicht schockiert; sie war interessiert. Genau das hatte Ela erwartet. Dieses Mädchen besaß keinen moralischen Kompass, nur einen ausgeprägten Sinn für den eigenen Vorteil.
„Was für Wege?“, fragte Sandy, und ihre Stimme klang plötzlich tiefer, weniger mädchenhaft.
„Das“, sagte Ela und stand auf, während sie ihre Hand flach auf dem Tisch abstützte und sich dicht zu ihr herunterbeugte,
„besprechen wir an einem anderen Ort. Sagen wir... heute Abend. Ich kenne jemanden, der genau weiß, wie man junge Damen wie dich zu schätzen weiß. Jemand, der dir zeigt, was es heißt, Macht zu haben.“
Sandy schluckte. Ein Schauer, der gleichermaßen aus Angst und ungesunder Gier bestand, lief über ihren Rücken. Sie nickte langsam.
„Wo?“
„Ich hole dich um zehn ab“, flüsterte Ela. „Und zieh etwas an, das diesem Versprechen gerecht wird.“
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Die Nacht war kühl, und der Geruch von nassem Asphalt und Industrieruß lag über dem verlassenen Geländeteil des alten Güterbahnhofs. Dragans Unterschlupf war eine massive, umgebaute Lagerhalle, deren Fenster von innen blickdicht verspiegelt waren. Vor dem Eingang glänzte Dragans schwarzer, tiefergelegter Wagen im Schein der fahlen Straßenlaternen. Direkt daneben parkte Elas schwere Kawasaki, deren Motor noch leise knackte und abkühlte.
Ela stieg ab, zog den Helm ab und schüttelte ihre schwarzen Haarpracht. Sie trug ihre zweite Haut – das maßgeschneiderte Lederensemble aus knallenger Hose und schwerer Bikerjacke, das jede Kontur ihres Körpers betonte und ihr das Gefühl von absoluter Kontrolle gab.
Sandy, die auf dem Rücksitz von Elas Maschine mitgefahren war, stolperte leicht auf ihren High Heels, als sie den Boden berührte. Sie hatte sich in ein kurzes, hautenges schwarzes Kleid gezwängt, das wenig Raum für Fantasie ließ. Trotz ihrer sonst so arroganten Fassade zitterte sie jetzt leicht. Die Kulisse wirkte einschüchternd, schwer und bedrohlich.
„Keine Angst, Kleine“, sagte Ela mit einem dunklen, belustigten Unterton und legte eine Hand straff auf Sandys nackte Schulter. „Du wolltest doch nach oben. Jetzt musst du nur noch lernen, wie man die Treppe hinaufsteigt.“
Ela drückte die schwere Eisentür auf. Ein dumpfer Bass drang aus dem Inneren, gepaart mit dem Geruch von teurem Tabak, Leder und Moschus.
Dragan wartete bereits. Er stand im Halbdunkel des weitläufigen Raumes, die Ärmel seines Seidenhemdes hochgekrempelt, die muskulösen Unterarme voller Tattoos. Seine Ausstrahlung war von einer animalischen Präsenz, die jeden Raum dominierte. Als er sie sah, glitt ein langsames, gefährliches Lächeln über sein Gesicht. Seine dunklen Augen fixierten sofort Sandy, die sich instinktiv einen Schritt an Ela klammerte.
„Ah“, sagte Dragan mit seiner tiefen, resonanten Stimme, die in der Halle widerhallte. „Ela. Und... du hast mir also Gesellschaft mitgebracht.“
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