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Chapter 22
by
Redboom
Was zeigt die Kristallkugel noch?
9 Monate später.
Neun Monate später, und Jette stand in der Küche ihres makellosen 1950er-Jahre-Hauses, hochschwanger. Ihr dicker Bauch wölbte sich unter der geblümten Schürze, die sie über ihrem Kleid trug, und machte jede Bewegung schwerfällig. Der runde, straffe Bauch schien ihr ganzes Wesen zu dominieren, ein ständiger Beweis für die verdrehte Realität, in die der Dschinn sie gestoßen hatte. Sie rührte in einem Topf mit Eintopf, der Duft von Karotten und Thymian erfüllte die Luft, während Schweißperlen auf ihrer Stirn glänzten. Ihre einst seidigen, kastanienbraunen Haare waren zu einem strengen Dutt gebunden, und ihre smaragdgrünen Augen wirkten leer, als sie mechanisch den Holzlöffel schwang.
Die Hintertür flog auf, und Tim stürmte herein, seine Schuhe voller Schlamm von einem Spiel im Garten. Dreckige Fußspuren zogen sich über den frisch geputzten Küchenboden. „Tim!“, schimpfte Jette über ihren kleinen Bruder, ihre Stimme scharf, aber ohne die alte Feuerkraft. „Zieh die Schuhe aus! Du versaust alles!“
Tim grinste nur spöttisch. „Chill mal, Mutter“, sagte er und schlenderte an ihr vorbei, ohne ihr Beachtung zu schenken. Genervt griff Jette nach einem Wischmopp, der in der Ecke lehnte, und begann, die Schmutzspuren vom Linoleumboden zu schrubben. Jede Bewegung war mühsam, ihr Bauch wog schwer, und ein dumpfer Schmerz zog durch ihren Rücken.
Die Haustür öffnete sich, und ihr Vater trat ein, seine Aktentasche in der Hand. Er trug einen adretten Anzug, die grauen Schläfen akkurat gekämmt, und ein Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus, als er Jette sah. „Schatz“, sagte er, trat zu ihr und gab ihr einen Kuss.
Jette erstarrte, ihr Gesicht blieb ausdruckslos, apathisch. Sie erwiderte nichts, ihre Hände umklammerten den Mopp, als wäre er das Einzige, was sie noch in dieser Welt verankerte.
„Warst du heute beim Psychologen?“, fragte er, während er seine Jacke aufhängte. „Und hast du deine Medikamente genommen?“
Jette nickte mechanisch, ihre Stimme kaum hörbar. „Ja.“ Sie drehte sich zurück zum Herd, rührte weiter im Topf, als könnte sie so der Realität entfliehen. Ihr Vater schnupperte anerkennend. „Das riecht gut, Jette. Deine Kochkünste sind wirklich besser geworden. Du machst das richtig gut.“ Sein Lob war herzlich, aber es prallte an ihr ab wie Regen an einer Fensterscheibe. Jette führte ein perfektes, kitschiges Eheleben – ein makelloses Haus, ein fürsorglicher Ehemann, ein Kind auf dem Weg. Doch es war nicht ihr Leben. Es war eine Fassade, die der Dschinn für sie erschaffen hatte, eine Karikatur von Glück, die sie innerlich erstickte. Sie stand da, gefangen in diesem Albtraum, und fragte sich, ob es je einen Ausweg geben würde.
Alle drei Wünsche wurden erfüllt. Die Wunderlampe ist an einen unbekannten Ort.
Wer bekommt die Wunderlampe als nächstes in seinen Besitzt?
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Der Flaschengeist
Ein perverser Dschinn treibt seine Spielchen mit den Menschen
Ein Dschinn ist dazu verpflichtet, jedem Finder seiner Wunderlampe drei Wünsche zu erfüllen – und er genießt es, dabei das Leben seiner neuen Meister vollkommen auf den Kopf zu stellen.
Updated on Jan 2, 2026
by Redboom
Created on Nov 19, 2020
by Redboom
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